Finanztransaktionssteuer kostet und macht Crashes wahrscheinlicher

Finanztransaktionssteuer

Es scheint nun wohl beschlossene Sache zu sein, dass einige Euro-Länder die Finanztransaktionssteuer einführen. Ab Januar 2014 will der Staat bei jedem Wertpapierkauf oder -verkauf 0,1 Prozent des Handelsvolumens kassieren. Bei Optionen 0,01 Prozent des sogenannten Underlying-Volume.  Siehe auch FAZ-Artikel.

Ich persönlich halte diese Steuer für eine blanke Katastrophe. Es mag zunächst recht wenig klingen: 0,1 % vom Handelsvolumen. Wenn man aber bedenkt, dass manche Abwicklungsbank weniger verlangt, dann sieht das schon anders aus. Das wäre in etwa so, als würde die Umsatzsteuer auf Waren mehr als 100% betragen.

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Nach Zypern kann man jetzt immer wieder hören oder lesen: „Jetzt haben wir es: Unsere Euro-Einlagen sind doch nicht sicher. Wenn es hart auf hart kommt, wird uns Sparern eine staatliche Einlagensicherung gar nichts nützen …“

Ja, irgendwie lieben die Leute derzeit Horrormeldungen über den Euro. Die einen, weil sie insgesamt vor allem mit schlechten Nachrichten Geld verdienen (die Medien). Die anderen, weil sie so besser ihre überteuerten sogenannten Sachwert-Anlagen verkaufen können (viele sog. Anlage- oder Finanzberater). Man sollte eines nicht übersehen: Die Euro-Angst bedeutet für viele ein Riesengeschäft. Und auf der Strecke werden, wie so oft, wieder die Anleger bleiben. Bis sie aufwachen und feststellen: „So schlimm ist es ja jetzt mit dem Euro doch nicht gekommen. Aber das, womit ich mein Geld retten wollte, das ist gerade paradoxerweise stark im Minus.“

Ein Wort zur Zypern-Krise: Deutschland ist nicht Zypern. Ganz einfach und offensichtlich. Mehr muss man eigentlich nicht sagen.

Mit bezug auf die staatlichen Einlagensicherung will ich mit einer Analogie antworten. Und zwar mit einer funktionierenden Polizei. Denn der Staat garantiert uns (wenn man so will) ja auch, dass uns die Polizei vor Anarchie und Chaos beschützt.

Und dennoch ist dieser Schutz natürlich nicht 100%ig. Denn wenn beispielsweise eine Atombombe auf Deutschland fällt, dann wird es wahrscheinlich mit einem funktionierenden Polizeischutz nicht mehr so weit her sein.

Was ist aber die Konsequenz daraus? Müssen wir uns deswegen heute barrikadieren oder sollten wir uns deswegen Waffen in den Keller legen für den Fall, dass die Polizei mal nicht mehr funktionieren sollte und Chaos und Anarchie droht? Jetzt könnte man sagen, dass es ja zumindest nicht schaden kann, sich auch auf einen solchen Extremfall vorzubereiten.

Das stimmt aber nicht. Denn selbstverständlich kostet eine solche Vorbereitung etwas:

  • es kostet Geld und Zeit,
  • es kann aber auch so etwas wie psychische Gesundheit kosten,
  • und es kann sein, dass jemand normale Lebensziele aus den Augen verliert, weil ihn so sehr Angst vor diesem Extremfall aufzehrt.

Und wenn man jemanden spricht, der sich Lebensmittelreserven für diesen Extremfall anlegt, der sich Waffen besorgt, etc. dann kann er einem auch entgegnen: „Schau doch in den Sudan oder nach Mali, dort ist auch die staatliche Ordnung zusammengebrochen. Es ist also mehr als möglich, dass so etwas auch hier in Deutschland passiert.“ Aber auch hier: Mali ist nicht Deutschland.

Nachfolgende Fragestellung wurde mir zugesendet:

Sehr geehrter Hr. Peterreins, vermieten oder verkaufen?

Eine mir gut gekannte 88-jährige Dame muss aus ihrer Wohnung aus- und ins Pflegeheim ziehen und dazu benötigt zusätzlich ca. 1000
EUR im Monat, die Sie durch Mieteinahme erzielen möchte. Sie zahlt keine Steuern.

Vermieten oder verkaufen der Eigentumswohnung?

Mit welcher Anlagesumme ließe sich eine Rendite von 12000 EUR p.A. vor Steuern bei Kapitalerhalt erzielen?“

Im Rahmen meiner Tätigkeit in der Vermögensverwaltung und als Finanzberater bin ich immer wieder mit solchen Fragestellungen konfrontiert. Nachfolgend meine Antwort. Weiterlesen

Ich lese gerade den Finanztest, Ausgabe März 2013. Dort steht auf Seite 48 ein Artikel über den japanischen Aktienmarkt: „Unerwartete Blüte“. Untertigel: „Mitten im Winter blüht die japanische Börse regelrecht auf. Doch Anleger in Deutschland profitieren davon bisher kaum.“

Im Finanztest-Artikel wird darauf hingewiesen, dass Anleger, die  in Japan investiert haben, schon einige Durststrecken durchlegen mussten. Insgesamt zeigt sich der Finanztest auch skeptisch, ob sich die jüngste japanische Kursralley fortsetzen wird. Dennoch, denke ich, kann man aus dem Ganzen ein paar interessante Erkenntnisse gewinnen …

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In der Süddeutschen Zeitung vom 10. März 2013 war ein ausführlicher Bericht abgedruckt über die Causa S&K. Titel: „Die Akte Midas„. Die Autoren Christoph Giesen, Wolfgang Wittl und Markud Zydra. Die S&K Gruppe steht seit Februar im Verdacht, Anleger durche in raffiniertes Schneeballsystem betrogen zu haben.

Interessant in diesem Artikel fand ich auch die Zeilen, die sich auf den Branchendienst GoMoPa und seinen Chef, Klaus Maurischat, beziehen. GoMoPa steht für „Goldman, Morgenstern & Partners“ und hat das Ziel, „durch aktive Aufklärung und permanente Transparenz nachhaltig zur Betrugspräventionin Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen“ (so die GoMoPa-Homepage vom 12.03.2013).

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In diesen Tagen und Wochen wird im Bundestag ein Gesetz verabschiedet werden, das für den deutschen Kapitalmarkt von enormer Bedeutung sein wird: das sogenannte AIFM-Umsetzungsgesetz. Die Idee hinter dem Gesetz ist durchaus lobenswert. Es geht nämlich um den Anlegerschutz, insbesondere auch geschlossene Fonds betreffend. Bisher unterstanden vor allem Finanzdienstleistungen mit Wertpapieren im Focus der Regulierer. Geschlossene Fonds blieben außen vor.

Das brachte einige Kritiker auf den Plan. Denn im Bereich der geschlossenen Fonds ist ja schon das eine oder andere mehr als schief gelaufen. Jüngstes Beispiel ist das Desaster um S&K. Eine bessere Aufsicht und strengere Regeln sollen nun ab Juli 2013 Abhilfe schaffen und die Investoren besser schützen.

Geschieht das wirklich?

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Eben frisch gemeldet: Heute morgen hat es bei der S&K Immobilien Holding eine Großrazzia und Hafbefehle gegeben. Siehe z.B. hier. Mitglieder des Managements, darunter Jonas Köller und Stephan Schäfer, wurden wegen des Verdachts auf Untreue und Betreiben eines Schneeballsystems verhaftet.

Das Pikante an der S&K Immobilienholding: Sie warb Geld ein, um das Geld nach eigenen Worten in die „sicherste Anlageform der Welt“ anzulegen. So jedenfalls die Homepage von S&K. Nach eigenen Angaben betreibt S&K einen Handel mit Immobilien und verwaltet angeblich ein Vermögen von 1,7 Mrd. Euro.

Mein Eindruck ist, dass gerade momentan Anleger gerne mit angeblich sicheren und hohen Renditen gekötert werden. Und wenn dann noch auf deutsche Immobilien verwiesen wird, dann setzt der kritische Verstand vieler Leute gänzlich aus.

Interessant ist auch die Verknüpfung mit der SHB AG. In diesem Weblog hatte ich schon einmal über SHB Renditefonds 6 geschrieben. SHB gehört seit 2012 zur S&K Gruppe. Und aktuell ist SHB dabei, die alten Fondsbeiräte durch S&K-Vertraute ersetzen.

Ein Anleger nahm letztens Kontakt zu mir auf. Er hätte im Internet eine Vermögensverwaltung gefunden, die mit einer Rendite von 7-8% wirbt. Und das mit festverzinslichen Wertpapieren, also Anleihen. Der Anleger (aus München)  hatte sich schon ein Angebot machen lassen, samt einer sehr detaillierten Aufstellung derjenigen Anleihen, mit denen die angeblichen 7-8% Rendite möglich sein sollen.

Zunächst sagt einem, meine ich, der gesunde Menschenverstand, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann. Wie soll in einer Marktphase, bei denen Anleihen guter Emittenten keine 3% Rendite bringen, plötzlich eine Vermögensverwaltung Renditen mit festverzinslichen Wertpapieren  im Bereich 7-8% erzielen können?

Aber selbstverständlich habe ich mir die Sache im Detail angesehen. Das war übrigens deswegen sehr schwierig, weil die Vermögensverwaltung, die mit dieser Rendite wirbt, natürlich nicht die Wertpapierkennnummern genannt hat, wohl aber Emittent, Laufzeit, Coupon. Anhand dieser Angaben suchte ich mühsam jede einzelne Anleihe heraus.

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Ich habe gestern die Oper „Götterdämmerung“ von Richard Wagner besucht. Die Inszenierung, die Musik, die Sänger – alles hat mir sehr gut gefallen. Einen kleinen Wermutstropfen gab es aber für mich doch. Das Bühnenbild suggerierte nämlich den Zusammenhang: „Götterdämmerung“ = Euro-Krise.

Ich musste lang darüber nachdenken, warum mich diese Assoziation störte. Vielleicht stört mich ganz einfach der krampfhafte Versuch, eine Oper, die vor etwa 140 Jahren geschrieben wurde, mit branntheißer Aktualität versehen zu wollen…

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Ich habe mir einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung aufgehoben vom 10. September 2012. Der Titel: „Meistens zu spät dran“. Untertitel: „Fonds-Anleger folgen oft dem Herdentrieb – und verlieren so Rendite. Schuld ist der aggressive Vertrieb.“

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