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Finanztransaktionssteuer

Aktuelles zum Kapitalmarkt
Finanztransaktionssteuer kostet und macht Crashes wahrscheinlicher

Finanztransaktionssteuer

Es scheint nun wohl beschlossene Sache zu sein, dass einige Euro-Länder die Finanztransaktionssteuer einführen. Ab Januar 2014 will der Staat bei jedem Wertpapierkauf oder -verkauf 0,1 Prozent des Handelsvolumens kassieren. Bei Optionen 0,01 Prozent des sogenannten Underlying-Volume.  Siehe auch FAZ-Artikel.

Ich persönlich halte diese Steuer für eine blanke Katastrophe. Es mag zunächst recht wenig klingen: 0,1 % vom Handelsvolumen. Wenn man aber bedenkt, dass manche Abwicklungsbank weniger verlangt, dann sieht das schon anders aus. Das wäre in etwa so, als würde die Umsatzsteuer auf Waren mehr als 100% betragen.

Und so mancher glaubt vielleicht, dass eine Finanztransaktionssteuer nur die Reichen und die Banken treffen würde. Dem ist aber definitiv nicht so. Diese Steuer trifft jeden von uns. Vorneweg den kleinen Sparer.

Wer beispielsweise in einen Investmenfonds anlegt, der wird zwischen 0,10 und 0,50 % mehr Kosten haben. Bzw. entsprechend weniger Rendite. Nun ist es bei dem aktuellen Zinsniveau schon sowieso schon sehr schwer, vernünftige Renditen zu erzielen. Eine Finanztransaktionssteuer macht es aber noch viel schwerer.

Nehmen wir beispielsweise an, jemand möchte eine Bundesanleihe erwerben mit einer kurzen Laufzeit. Da gibt es derzeit eine Bundesanleihe, die noch 2,2 Jahre läuft und eine Restlaufzeitrendite von 0,152 % hat. Schon jetzt lohnt es sich nach Kosten kaum, ein solches Wertpapier zu erwerben. Kommt aber später noch die Finanztransaktionssteuer hinzu, so ist das Ganze von vornherein ein Verlustgeschäft. Einfach gerechnet: Rendite von 0,152 % minus Transaktionssteuer von 0,10 % = 0,052 %. Und jetzt kommen noch die Bankgebühren.

Wenn man über die Wirkung einer Finanztransaktionssteuer nachdenkt, so ist ziemlich klar, dass sie das Handelsvolumen an den Börsen verringern wird. Leute werden es sich künftig zwei Mal überlegen, ob sie ein Wertpapier tatsächlich kaufen werden oder nicht.

Nun mag es den einen oder anderen geben, der meint, dass die Handelsvolumina an den Börsen sowieso viel zu hoch sind. Nur sollte man eines klar sehen: Weniger Handelsvolumen bedeutet weniger liquide Märkte, und das wiederum bedeutet eine höhere Anfälligkeit für Crashes.

Und hier fangen meine Sorgen so richtig an. Unsere Politiker meinen derzeit, Maßnahmen ergreifen zu müssen, um künftig Finanzkrisen unwahrscheinlicher zu machen. Jeder schreit nach mehr Regulierung, die sogenannte AIFM-Richtlinie wird in einer verschärften Form in Deutschland eingeführt, die Finanztransaktionssteuer wird eingeführt, etc.

Das Tragische ist, das jede einzelne dieser Maßnahmen

  1. mit ziemlicher Sicherheit ungeeignet ist, künftige Krisen zu verhindern,
  2. die Kosten für die Anleger in jedem Fall dramatisch erhöhen,
  3. zum Teil Finanzkrisen sogar wahrscheinlicher machen.

Traurig, traurig …

Links zu Artikeln mit ähnlichen Themen:

  • Die Regulierung der geschlossenen Fonds wird mehr schaden als nützen
  • Doch kein Weltuntergang!
  • Prof. Shiller über die Finanzkrise
  • Wer ist schuld an der Finanzkrise?

 

30. April 2013/3 Kommentare/von Peterreins
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https://dr-peterreins.de/wp-content/uploads/2014/11/logo_peterreins.png 0 0 Peterreins https://dr-peterreins.de/wp-content/uploads/2014/11/logo_peterreins.png Peterreins2013-04-30 11:05:532013-04-30 11:05:53Finanztransaktionssteuer
3 Kommentare
  1. HJ Staiger
    HJ Staiger sagte:
    1. Mai 2013 um 6:42

    Großbritannien klagt beim europäischen Gerichtshof gegen die Einführung der Finanztransaktionssteuer. Würde diese dann in allen EU-Ländern abgeschafft werden, wenn diese Klage Erfolg hätte?

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins sagte:
      1. Mai 2013 um 7:55

      Gute Frage. Die ich, ehrlich gesagt, nicht beantworten kann. Eines ist jedoch klar: Würde Großbritannien auf die Finanztransaktionssteuer verzichten, dann würden alle institutionellen Anleger im großen Stil ihre Geschäft nur noch über London abwickeln. Auf kurz oder lang würde das definitiv das Ende von Börsenplätzen wie Frankfurt oder Paris bedeuten. Und ich nehme an, dass das die verantwortlichen Politiker / Beamte wissen und deswegen wohl auf eine europaweite Finanztransaktionssteuer drängen.

      Antworten
  2. Vermögensberater/Finanzberater
    Vermögensberater/Finanzberater sagte:
    17. Mai 2013 um 13:54

    Persönlich halte ich auch eine Finanztransaktionssteuer für blanken Hohn. Die Politiker behaupten damit schlichtweg damit zukünftige Krisen eher vermeiden zu können und letztlich geht es nur um die Sanierung der jeweiligen Staatshaushalte auf Kosten der Anleger!!!

    Antworten

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