Ich habe letztens den Artikel „Chancen und Risiken der Anlage in ETFs“ (Autorin: Anke Heinhaus) gelesen. In diesem Artikel wird die günstige Kostenstruktur als Vorteil von ETFs genannt. Allerdings wird auch ein angeblicher Nachteil genannt: ETFs würden, gerade weil sie so kostengünstig sind, zum zocken verleiten. Diese Aussage halte ich für sehr fragwürdig.

Die „Warnung“, dass ETFs aufgrund ihrer niedrigen Gebührenstruktur besonders zu Rein-/Rausgeschäften verleiten würden, kann ich nicht nachvollziehen. Dasselbe Argument könnte man genauso für einfache Aktien oder auch herkömmliche aktiv gemanagte Fonds anwenden, sofern man die Fonds ohne Ausgabeaufschlag kauft, was es ja heutzutage bei einigen Anbietern gibt.

Und ja, ich stimme dem zu, dass Anleger dazu neigen, besser sein zu wollen als der Markt und dass sie gerne genau zum falschen Zeitpunkt verkaufen (dann nämlich, wenn gerade Unruhe an den Märkten ist und die Kurse fallen). Was das aber genau mit ETFs zu tun haben soll, ist mir nicht klar. Sogar eher im Gegenteil. Wer nämlich in ETFs investiert, investiert ja bewusst in den Gesamtmarkt und das kann man nur, wenn man sozusagen mit einer gewissen Bescheidenheit ans Investieren geht, nämlich derart, dass man eben nicht versucht, den Markt schlagen zu wollen. Eine solche „bescheidene“ Grundeinstellung braucht man gerade als ETF-Anleger, wohingegen es ja gerade die aktiven Fondsmanager erklärtermaßen versuchen, den Markt zu schlagen, was immer und immer wieder nicht funktioniert. Und auch gerade das Kaufen/Verkaufen zum falschen Zeit ist ja der Kardinalfehler des aktiven Managements. Also paradoxerweise, gelten die genannten Kritikpunkte, meiner Meinung nach, weniger beim passiven Management mit ETFs als beim aktiven Management.

 

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