info@dr-peterreins.de | +49 89 287029-70
Dr. Peterreins Portfolio Consulting
  • Barrierefreie Informationen
  • Vermögensverwaltung
  • Anlageberatung
    • Honorarberatung
    • Vermögensberatung
    • Fondsberatung
    • Riester-Sparen
    • Tagesgeld
    • Festgeld
    • Investmentfonds
    • ETFs
    • Geschlossene Fonds
    • Girokonten (privat)
    • Girokonten (geschäftl.)
  • Finanzblog
  • Kontakt
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Du bist hier: Startseite1 / Aktuelles zum Kapitalmarkt2 / Finanzkrise Teil 2: Der Community Reinvestment Act von 1995

Finanzkrise Teil 2: Der Community Reinvestment Act von 1995

Aktuelles zum Kapitalmarkt

j0305894Im letzten Blog-Beitrag habe ich dargelegt, dass US-Hypotheken regressfrei sind. D.h. ein amerikanischer Immobilienkäufer haftet nur mit der gekauften Immobilie, nicht aber darüber hinaus mit seinem sonstigen Privatvermögen. Dies hat zur Folge, dass seine Ertragschancen mit der Immobilie um so höher sind, je weniger eigenes Kapital er einbringt bzw. je höher die Fremdkapitalquote ist. Im Extremfall einer 100%igen Fremdfinanzierung (oder höher), kann ein Amerikaner nur gewinnen, während die Bank ein erhöhtes Verlustrisiko eingeht.

Die Frage war dann: Warum lassen sich US-Banken überhaupt auf solche für sie offensichtlich schlechten Geschäfte ein?

Prof. Sinn antwortet, dass die US-Banken aus zwei Gründen mitmachten [S. 118]:

  1. Wegen des gesetzlichen Zwangs resultierend aus einer Gesetzesnovelle von 1995.
  2. Aufgrund der sog. Bloos-Regel: Da die Banken selbst nur ein Minimum an Eigenkapital einsetzen (2-8% der Bilanzsumme) haben sie eine künstliche Neigung, erhöhte Risiken einzugehen.

Ich gehe zunächst auf die erwähnte Gesetzesnovelle von 1995 ein …

Bis 1995 war bei amerikanischen Banken das sog. Red Lining üblich. Dabei umrandeten die Banker auf Stadtplänen ganze Viertel rot, um diese von der Kreditvergabe auszuschließen. Mit diesen Stadteilen hatten sie schon schlechte Erfahrungen gemacht, so dass sie es vorzogen hier keine Geschäfte zu machen.

Die Politik hatte nun Sorge, dass aufgrund dieser Praxis insbesondere die Viertel ärmerer Bevölkerungsschichten dem Verfall preisgegeben waren. Außerdem wurde das Red Lining als diskriminierend empfunden.

Der damalige US-Präsident Bill Clinton betrieb daher die Novelle eines Bundesgesetzes, des sog. Community Reinvestment Acts. 1995 trat diese Gesetzesnovelle in Kraft trat. Von nun an waren die Banken gesetzlich dazu gezwungen, das Red Lining aufzugeben. Die amerikanischen Kreditinstitute mussten die Bonitätsanforderungen, die normalerweise an eine Hypothekenvergabe geknüpft sind, lockern. Minder bemittelte Personen konnten sogar gerichtlich gegen Banken vorgehen, wenn ihnen Kredite ohne triftigen Grund verweigert wurden. Das geschah auch des öfteren.

Aus politischer Sicht war die Gesetzesnovelle ein voller Erfolg. Im Vergleich zu den Vorjahren stieg der Anteil der Haushalte mit Immobilienbesitz ab 1995 um 6%. Gerade innerhalb der ärmeren Bevölkerungsschichten, beispielsweise Afroamerikaner (+13%) und Hispanics (+18%) stieg die Anzahl der Hausbesitzer überdurchschnittlich an. [Sinn S. 122]

Die Banker nennen Kredite guter Schuldner den Prime-Markt. Kredite an Personen, die selbst über kaum Vermögen verfügen sowie nur wenig verdienen, nennt man den Subprime-Markt. Die Anzahl dieser Subprime-Kredite war lange Zeit unbedeutend, explodierte aber in den Jahren nach 1995 auf über 6 Mio. Rechnet man einmal (rein hypothetisch) mit einem subprime-Kredit von durchschnittlichen 50.000 USD, dann etnspricht dies einem Volumen von ganz grob geschätzten 300 Mrd. USD.

Bis zum Jahr 2003 machten Hypothekenkredite an schlechte Schuldner unter 10% aller vergebenen Hypothekendarlehen aus, in 2004 stieg dieser Anteil explosionsartig auf knapp 25%, 2005 auf über 30% und 2006 auf etwa 34%. [Sinn S. 124]

An dieser Stelle will ich jedoch eine Kritik an Prof. Sinn vorwegnehmen. Es ist auffällig, dass die eigentliche Explosion des subprime-Marktes nicht unmittelbar in den Jahren nach 1995 stattfand, sondern erst ab 2004, also 9 Jahre nach der Gesetzesnovelle. Irgendetwas muss also in dieser Zeit noch dazu gekommen sein. Die Gesetzesnovelle alleine kann es nicht gewesen sein. Ich werde mir in späteren Blot-Beiträgen darüber noch einmal Gedanken machen.

Link zum ersten Teil: US-Hypotheken sind regressfrei.

25. August 2009/6 Kommentare/von Peterreins
Schlagworte: Subprime-Krise
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
https://dr-peterreins.de/wp-content/uploads/2014/11/logo_peterreins.png 0 0 Peterreins https://dr-peterreins.de/wp-content/uploads/2014/11/logo_peterreins.png Peterreins2009-08-25 06:53:502009-08-25 06:53:50Finanzkrise Teil 2: Der Community Reinvestment Act von 1995
Das könnte Dich auch interessieren
Finanzkrise Teil 7: Bilanzierungsregeln
Mikrofinanzierungen und subprime-Kredite
Finanzkrise Teil 3: Die Bloos-Regel
Lehren aus der Finanzkrise: Eigenkapital der Banken
Hans-Olaf Henkel über die Finanzkrise
Kleine Erfahrungsgeschichte: US-Immobilien
Finanzkrise Teil 4: Kritik an Prof. Sinns Erklärungen
Crash-Propheten
6 Kommentare
  1. Robert Maehl
    Robert Maehl sagte:
    16. September 2009 um 23:03

    Zu ihrer Kritik:
    Im Jahre 2004 wurden die Fannie Mae und die Freddie Mac Bank dazu ermächtigt riskante Kredite zu vergeben, was ein Resultat der Präsidentenwahl diesen Jahres war, in der George Bush mit dem Slogan: ,,Jedem sein eigenes Haus“ warb, was gegen das von ihnen bereits genannte Redlining wirken sollte.
    Dieser Druck ( der übrigens 1999 schon einmal in nicht so intensivem Ausmaß von der Regierung Clinton ausgeübt wurde) wirkte besonders bei diesen Banken da sie als GSE’s gelten und war die Initialzündung der Eskalation der Subprime Krise. Dass die beiden Banken dazu bereit waren diese Kredite zu genehmigen erklärt sich aus dem Resultat der Risikokonsolidierung, nämlich der Verbriefung dieser Kredite.
    Hinweise zu diesem Thema finden sie auch in dem Buch
    ,,Der Amerikanische Virus“ von Rainer Hank 😉

    Antworten
    • peterreins
      peterreins sagte:
      17. September 2009 um 6:55

      Vielen Dank für diese hervorragende, ergänzende Bemerkung. Das genannte Buch kommt auf meine Zu-Lesen-Liste. Gruß Peterreins

      Antworten
  2. Kleinicke
    Kleinicke sagte:
    15. August 2013 um 19:18

    Welches Buch von Prof. Sinn zitieren Sie?

    MfG

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins sagte:
      16. August 2013 um 6:58

      Der Titel des Buches ist: „Kasino Kapitalismus – Wie es zur Finanzkrise kam, und was jetzt zu tun ist“. Prof. Sinn ist gut darin, dass was geschehen ist zu analysieren und zu erklären. Wenn es aber um das „was jetzt zu tun ist“, liegt er – wenn ich es richtig beurteile – größtenteils falsch. Ganz besonders schlecht ist das Buch, wenn Prof. Sinn versucht künftige Entwicklungen vorherzusehen. Er hat beispielsweise für 2010 einen dramatischen wirtschaftlichen Einbruch vorhergesagt. Heute wissen wir, dass das Gegenteil passiert ist. Und die Staatsschuldenkrise (auch Euro-Krise), die ja dann ab Ende 2009 losging, hat er auch nicht kommen sehen.

      Antworten
  3. Der Couponschneider
    Der Couponschneider sagte:
    2. Februar 2014 um 12:53

    Ein guter Artikel, wie auch die anderen zu diesem Thema. Ich hatte schon damals den Eindruck, dass Kommentare wie der Ihrige, sowie von Henkel und Prof. Sinn, Zeugnisse einsamer Rufer der Wahrheit sind. Bei der ganzen Berichterstattung kam es mir so vor, als wenn die Sache mit Immobilien und der Förderung der Immobilien durch den Staat völlig unter den Teppich gekehrt wurde. Man versteifte sich darauf, Zocker hätten die Welt in die Krise gestürzt, aber nicht Politiker, die soziale Wohltaten verteilen und Keynesianismus betreiben.

    Die Journalisten in Deutschland ist nunmal vornehmlich links, also wurde die Rolle des Staates schnell unter den Teppich gekehrt. Wir konnte Geschichtsfälschung live miterleben. Die Gehirnwäsche war sogar so erfolgreich, dass nach der Lehman-Pleite die S&K-Holding besonders erfolgreich mit ihrem Immobiliengeschäft wurde. Die konnten einfach auf die Börse verweisen, wie unsicher das doch alles sei und Betongold angeblich sehr sicher.

    Antworten
  4. Christine Wölfinger
    Christine Wölfinger sagte:
    7. April 2020 um 22:23

    „Der damalige US-Präsident Bill Clinton betrieb daher die Novelle eines Bundesgesetzes, des sog. Community Reinvestment Acts. 1995 trat diese Gesetzesnovelle in Kraft trat.“ Welche Novelle?

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bücher von Dr. Peterreins

Dr. Peterreins' Grundsätze soliden Investierens



Bereits 2010 erschienen:

Fairness und Vertrauen in der Finanzberatung: Spielregeln für ein partnerschaftliches Miteinander von Kunden und Beratern


Finance Blog Award 2010


Kategorien

  • Aktuelles zum Kapitalmarkt
  • Allgemein
  • Biografisches
  • Buchbesprechung
  • Dr. Peterreins Investmentfonds
  • Frage an die Leser
  • Geldanlage im allgemeinen
  • Geschlossene Fonds
  • Historisches
  • Honorarberatung
  • Informationen zu Anlagemöglichkeiten
  • Literaturhinweis
  • Mein Beratungskonzept
  • Philosophisches
  • Psychologie
  • Steuerliches
  • Uncategorized
  • Vermögensberatung
  • Vermögensverwaltung München

Neueste Kommentare

  • Günter zu Warum ich skeptisch bin, was Immobilien betrifft
  • Tim Parker zu Der WealthCap Private Equity 12 Balance-Fonds
  • Thinking zu Honorarberatung ist nicht immer besser
  • Thinking zu Zum Thema Altersvorsorge
  • Joern zu Kurzanalyse des MIG Fonds 11

Archive

Neueste Beiträge

  • Optimal fürs Alter vorsorgen
  • Warum man bei Aktientipps vorsichtig sein sollte
  • Warum ich skeptisch bin, was Immobilien betrifft
  • Ein häufiger Fehler: Spekulation
  • Honorarberatung ist nicht immer besser

Neueste Kommentare

  • Günter zu Warum ich skeptisch bin, was Immobilien betrifft
  • Tim Parker zu Der WealthCap Private Equity 12 Balance-Fonds
  • Thinking zu Honorarberatung ist nicht immer besser
  • Thinking zu Zum Thema Altersvorsorge
  • Joern zu Kurzanalyse des MIG Fonds 11

Geldanalage Informationsdienst

In seinem Geldanlage-/Börseninformationsdienst informiert Dr. Peterreins über Finanzinstrumente (ohne Empfehlungen zu geben) und das Geschehen an den Börsen und Kapitalmärkten.

Geldanlage-Informationsdienst

Kontakt

Dr. Peterreins Portfolio Consulting GmbH
Ihr ehrlicher und zuverlässiger Vermögensverwalter & Finanzberater aus München

Söltlstraße 2 a
81545 München

Tel.: 089 / 28 70 29-70
Fax: 089 / 28 70 29-71
info@dr-peterreins.de

Kundeninformation
© Copyright - Peterreins. - Enfold WordPress Theme by Kriesi
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Erklärungen zur Nachhaltigkeit
Link to: Finanztest, Riester und Kosten Link to: Finanztest, Riester und Kosten Finanztest, Riester und Kosten Link to: Finanzkrise Teil 3: Die Bloos-Regel Link to: Finanzkrise Teil 3: Die Bloos-Regel Finanzkrise Teil 3: Die Bloos-Regel
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen