Niall Ferguson über Immobilien

Aus dem Buch „Der Aufstieg des Geldes“ von Niall Ferguson habe ich ein bemerkenswertes Zitat zum Thema Immobilien gefunden …

Ferguson schreibt auf Seite 232 ff:

„In der englischsprachigen Welt neigt man dazu, Immobilien als Wette mit eingebauter Gewinngarantie anzusehen. Um reich zu werden, müsse man nur auf den Immobilienmarkt gehen. Es wäre dumm, in irgendetwas anderes zu investieren. Bemerkenswert an dieser Annahme ist, wie oft sie durch die Wirklichkeit widerlegt worden ist. Angenommen, man hat im ersten Quartal 1987 100.000 Dollar auf dem US-Imobilienmarkt investiert. Dann hätt man, dem Index der amerikanischen Wohnungsbauaufsicht und dem Case-Shiller-Häuerpreisindex zufolge, seinen Einsatz bis zum ersten Quartal von 2007 nahezu verdreifacht (auf eine Summe ziwschen 275.000 und 299.000 Dollar). Hätte man das Geld in Aktien der im S&P 500 … vertretenen Unternehmen angelegt … hätte man im Jahr 2007 772.000 Dollar zur Verfügung gehabt, mehr als das Doppelte dessen, was Immobilien eingebracht hätten.

In Großbritannien ist die Differenz ähnlich groß. Hätte man 1987 100.000 Pfund in Immobilien angelegt, hätte man das Geld, dem Nationwide-Häuserindex zufolge, in zwnazig Jahren mehr als vervierfacht. Aber mit Aktien … aus dem FTSE all-Share Index wäre man fast siebenmal reicher geworden…“

Auch viele Deutsche halten eine Immobilie für ein sicheres Investment mit eingebauter Gewinngarantie. Das ist sie aber definitiv nicht. Neben Gewinnchancen hat man bei Immobilien genauso auch Risiken.

Ich bin der Meinung, dass idealerweise Immobilien in jedes Vermögen gehören. Aber das Gesamtvermögen sollte keinesfalls nur aus Immobilien oder gar nur einer Immobilie bestehen. Das wäre grob einseitig und verstößt gegen das elementare Prinzip der Risikostreuung.

Wer nur wenig Geld hat, und all dieses Geld samt Darlehen in eine einzige Immobilie steckt, handelt fahrlässig und riskiert viel. Das ist etwa so, als würde man mit 200 Stundenkilometern mit einem Motorrad auf einer Autobahn rasen und auf einen Helm verzichten.

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7 Antworten
  1. Mex Silver
    Mex Silver says:

    Danke für diesen Beitrag.
    Ich denke viele gehen in Immobilien, weil sie andere Anlageformen nicht kennen oder diesen nicht vertrauen.

    Aber was würden Sie einem Kunden raten, wenn dieser zu Ihnen kommen würde und sagt, ich habe 1 Mio Euro auf dem Girokonto und habe Angst vor einer Inflation. Was kann ich mein Kapital am besten vor Inflation in den nächsten 40 Jahren schützen?

    Antworten
    • peterreins
      peterreins says:

      Vielen Dank für diese Frage. Tatsächlich arbeite ich gerade an einem Blog-Beitrag zum Thema Inflation, Hyper-Inflation und wie man sich als Anleger hier am besten verhält. Ich bitte also noch um ein wenig Geduld, dann werde ich diese Frage ausführlich beantworten.

      Antworten
  2. Mex Silver
    Mex Silver says:

    Vielen Dank für die Antwort.

    Dann bin ich sehr gespannt darauf und freue mich in Kürze den Beitrag in Ihrem Blog lesen zu können.

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  3. AllezY
    AllezY says:

    Die Vergleiche sind unserioes da der return eines capital asset’s mit dem eines non-capital asset’s verglichen wird.
    Richtig waere gewesen entweder fiktive reinvestierte Mietertraege mit dem Total Return der Aktienindices zu vergleichen oder nur beider Preissteigerungen, im Falle der US Aktien ergibt dies einen Faktor von 4.5 (300 auf 1400 im S&P).
    Die Mietrenditen waren allerdings im Vergleichszeitraum jeweils wesentlich hoeher als die Dividenderenditen, was die hoehere Preissteigerung der Aktien relativiert. Ueber den Leverage/RoE Effekt habe ich mich ja schon an anderer Stelle ausgelassen.

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  4. Allezy
    Allezy says:

    …dann sollten sie das ja auch sachlich begruenden koennen.
    Entweder sie vergleichen total return mit total return oder Wertsteigerung mit Wertsteigerung, alles andere ist und bleibt m.E. unserioes da es die Leute bewusst zu einem falschen Schluss fuehren soll- mit Immobilen und dem Eigenheim als proxy wird das in USA/UK besonders gerne gemacht, z.B. auch bei Thornburg.
    Wenn sie Leverage mit einberechnen ist das was anderes, aber nicht wenn beide Investments nur mit Eigenkapital getaetigt werden, so wie im Beispiel hier.

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