Ich bin seit über 15 Jahren in der Vermögensberatung in München tätig. Ich stelle immer wieder fest, wie schwierig es für normale Anleger ist, zu erkennen, ob sie wirklich unabhängig beraten werden oder nicht. Sehr viele Finanzberater behaupten von sich, neutral und unabhängig zu beraten. Aber stimmt das wirklich? Wie kann man das als Laie überprüfen?

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Warren Buffet wird der Satz zugeschrieben: „Kaufe nur, was du verstehst!“

Viele Anleger versuchen diese Maxime zu erfüllen und investieren daher mit Vorliebe:

  1. in Wertpapiere des eigenen Heimatlandes;
  2. in Branchen, die sie selbst kennen, weil sie beispielsweise ihr eigenes Geld in dieser Branche verdienen.

So neigen Deutsche dazu deutsche Aktien zu kaufen, Franzosen kaufen französische Aktien und Amerikaner kaufen eben US-Aktien. Und genauso kauft jemand, der in der Software-Branche arbeitet, sehr gerne Software-Aktien, oder ein Apotheker kauft bevorzugt Pharma-Aktien.

Ist das tatsächlich vernünftig? Oder wird hier Warren Buffets Aussage missverstanden?

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Im Finanztest vom März 2015 habe ich einen interessanten Artikel zum Thema typische Anlegerfehler gelesen. Einer dieser typischen Fehler besteht darin, dass Anleger zu große Geldbeträge auf hochriskante Einzeltitel setzen. Sehr häufig werden sie dazu verleitet durch angebliche Geheimtipps, vermeintliche Insidertipps oder durch eigene Analysen.

Die Wirkung ist immer, dass sich Anleger zu sicher fühlen. Sie sind fest davon überzeugt, ein Wissen zu haben, das es ihnen überdurchschnittliche Gewinne bescheren wird. Kein Wunder also, dass solche Selbstsicherheit dazu führt, alle Regeln der Risikodiversifikation über Bord zu schmeißen.

Der Finanztest zitiert die Studie von Andreas Hackethal, einem Finanz-Professor an der Universität Frankfurt am Main. Demnach führen einseitige Wetten auf hochriskante Einzeltitel in der Regel zu stark unterdurchschnittlichen Renditen…

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Ein Anleger, nennen wir ihn Herrn X, hat mich vor etwa zwei Wochen kontaktiert. Er war bei einem (angeblichen) Honorarberater und wollte jetzt noch eine Zweitmeinung zu dessen Anlagevorschlägen von mir.

In den Medien heißt es ja immer, dass man in Finanzdingen lieber zu einem Honorarberater gehen sollte als zu einem herkömmlichen, provisionsorientierten Finanzberater. Deswegen war Herr X auf die Suche nach einem Honorarberater gegangen. Nur: Wie findet man einen guten Honorarberater?

Herr X. dachte, dass er sich über einen großen Verband von Honorarberatern einen empfehlen lassen kann. Auf seiner Internet-Seite wirbt dieser Verband damit, dass die bei ihm registrierten Berater sich unter anderem auf bestimmte Leitlinien der Honorarberatung verpflichtet hätten.

Interessant ist, auf was für eine Art Berater Herr X auf diese Weise gestoßen ist …

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Viele Börsenbriefe kommen marktschreierisch daher und werben aggressiv um Kunden. Ich habe eben mit dem Stichwort „Börsenbrief“ im Internet gesucht. Und dann springen mich sofort folgende Zeilen an:

  • „51% seit 2013 – Überzeugend erfolgreich seit Jahren. Jetzt anmelden für nur 199 € p.a.“
  • „Ihre Börsenprofis für mehr Gewinn in 2015“
  • „3000 € Gewinn pro Monat durch Daytrading“
  • „Jetzt KRISENSICHER INVESTIEREN (sic!) 30 Tage kostenlos testen“
  • „+10,4% mit US-Treasuries und +23,8% mit Trendfolgefonds“
  • „Unser Musterdepot hat seit Bestehen 74% Rendite erzielt!“
  • etc. etc.

Was ist von solchen Angeboten zu halten?

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Ich habe letztens von einer Umfrage zum Anlegerverhalten in Deutschland gelesen. Danach würden sich nur ein Fünftel der 20- bis 59-Jährigen gerne mit Finanzen auseinandersetzen. Bei jüngeren Menschen sieht die Quote noch schlechter aus, demnach hätten 59 Prozent der Anleger zwischen 20 und 29 Jahren ein unzureichendes Finanzwissen.

Wir haben es also im großen Stil mit unmündigen Bürgern zu tun, was Finanzangelegenheiten betrifft.

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Ich habe vor kurzem eine fondsgebundene Lebensversicherung für einen Kunden analysiert. Der Vertrag sieht vor, dass der Kunde noch über mehr als 20 Jahre 300 Euro einzahlt. Was am Ende herauskommt, hängt wesentlich davon ab, welche Rendite die  gewählten Fonds erzielen werden. Das ist natürlich die große Unbekannte.

Immerhin gibt die Versicherungsgesellschaft an, welche Beträge zur Auszahlung kommen werden in Abhängigkeit von der durchschnittlichen Rendite der Investmentfonds:

  • bei 0% Rendite: 287.500 Euro, nach Steuern 287.500 Euro
  • bei 3% Rendite: 430.400 Euro, nach Steuern 412.900 Euro
  • bei 6% Rendite: 689.800 Euro, nach Steuern 633.450 Euro
  • bei 9% Rendite: 1.17.800 Euro, nach Steuern 1.050.900 Euro.

Die Frage ist, ob das für den Kunden attraktiv ist oder nicht?

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Jemand hat mir eine private fondsgebundene Rentenversicherung vorgelegt und mich um meine Meinung gefragt. Nun ist es so, dass ich prinzipiell keine Empfehlungen mit Bezug auf Rentenversicherungen gebe. Vielmehr rechne ich die Sache einfach durch und lege dem Kunden die Zahlen als Entscheidungsgrundlage vor. Entscheiden muss er sich selbst.

Hier nun die Zahlen zu einer fondsgebundenen Rentenversicherung, die von der Versicherungsgesellschaft vollmundig beworben wird …

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In der Süddeutschen Zeitung vom 11.07.2014 (Autor Jan Willmroth) wurde eine Studie zitiert, die zu folgendem Ergebnis kam:

„Die weltweiten Finanzmärkte seien für kleine Investoren angesichts einer stark wachsenden Anzahl neuer Produkte und Dienstleistungen immer leichter erreichbar, schreiben die US-Ökonominnen Annamaria Lusardi und Olivia Mitchell in einer Metastudie über den aktuellen Stand der Forschung. Die These: Komplexere Märkte erfordern immer mehr Anlegerwissen – um Risiken einschätzen zu können und ihre Renditechancen zu erhöhen. Das klappt aber nicht…

Das sind einfache Zusammenhänge, für die niemand spezielles Wirtschaftswissen braucht. Doch die Ergebnisse sind in vielen Industrieländern ernüchternd. Nur etwa jeder zweite Deutsche beantwortet alle drei [Test-]Fragen korrekt…

Doch ausgerechnet Jüngeren fehlt außer der Lernbereitschaft auch die Kreativität beim Sparen. Die langfristige Entwicklung sei geradezu alarmierend, schreibt etwa das Deutsche Aktieninstitut. Seit dem Crash nach der Jahrtausendwende haben fast vier Millionen Menschen der Börse den Rücken gekehrt, vor allem jüngere Anleger. „

Auch ich sehe ein Problem darin, dass vielen Bürgern die einfachsten Grundlagen für den Vermögensaufbau fehlt. Eine große Schuld sehe ich hier aber bei Banken und Finanzdienstleister, zum Teil sogar auch der Presse …

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Ich selbst arbeite seit vielen Jahren als Vermögensberater in München. Im Finanzbereich tätig bin ich seit 1989 und habe unter anderem in den 1990er-Jahren im Kapitalanlagebereich der Allianz AG gearbeitet. Was mir sehr häufig bei anderen Finanzberatern auffällt, ist, wie prozyklisch sie beraten. Was meine ich damit?

Damit meine ich, dass meistens das empfohlen wird, was in den letzten Monaten oder den letzten zwei, drei Jahren gut gelaufen ist. Fast schauen ausschließlich auf die unmittelbar zurückliegende Vergangenheit, die langfristige Perspektive fehlt aber so gut wie immer.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Gold …

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