Hervé Falciani und die HSBC-Bankdaten

Am Samstag (6.3.) habe ich in der Süddeutschen Zeitung einen langen Artikel über den Datendieb Hervé Falciani gelesen. Titel: „Alles muss raus“. Autor: Stefan Ulrich.

Darin wird der Lebensweg Falcianis beschireben und wie es dazu kam, dass er als Angestellter der HSBC-Bank in Genf zum wichtigen Informant des französichen Staatsanwalts wurde…

Hervé Falciani ist in Monte Carlo aufgewachsen. Nach seinem Informatik-Studium fing er im Jahre 2000 als Systementwickler bei der HSBC-Bank in Monte Carlo an. Schon bald wurde er nach Genf abberufen.

Die britische HSBC-Bank gehört mit zu den größten Privatbanken der Welt mit Niederlassungen in der ganzen Welt.

In dem SZ-Artikel heißt es über Falciani:

„In Genf aber will er erlebt haben, ‚dass man die Dinge auch ganz anders als klar und einfach gestalten kann‘. er habe gesehen, wie Geld und andere Vermögenswerte blitzschnell um die Welt geschoben wurden – von Genf nach Hongkong etwa, auf die Bahamas und wieder zurück. Er erfuhr, dass es einfach war, die Spuren dieser Transaktionen zu verwischen. Und er erlebte, so erzählt er, wie schlecht die Daten dern Banekn gesichert waren. bwohl er nur beauftragt gewesen sei, anhand fitiver Daten Computersysteme zu entwickeln, sei es ihm ein Leichtes gewesen, an Informationen über Konten, Aufträge udn Transaktionen zu kommen. Diese Daten seien im Intranet der Bank verfügbar gewesen…

Nachdem er erkannt habe, wie ungeschützt und manipulierbar das Datensystem seiner HSBC-Bank gewesen sei, habe er sich verpflichtet gefühlt, Alarm zu schalgen. warum? ‚weil daraus viele Gesfahren erwachsen.‘ Es geht nicht nur darum, dass auslänische Steuerbürger auf Schwiezer Banken Geld versteckten. Vielmehr könnten Terroristen die Daten ausspionieren und Anleger erpressen. Vor allem aber gerate das Weltfinanzsystem in Gefahr, wenn sich nicht klar nachvollziehen lasse, woher das Geld stamme, wem es gehöre und wohin es überwiesen werde… die Finanzkrise sei eine Folge dieser Schwächen eines ‚dunklen Systems‘.“

Um es anders auszudrücken: Eine große Gefahr undurchsichtiger, nicht nachfollziehaberer Transaktionen besteht in der Möglichkeit zur Geldwäsche. Und Geldwäsche ist wirklich kein Kavaliersdelekt. Denn man kann sagen: Ohne Geldwäsche haben verbrecherische Organisationen keine Möglichkeit, ihre unrechtmäßig erworbenen Gelder anzulegen oder wieder auszugeben. Aber gäbe es überhaupt keine Möglichkeit zur Geldwäsche, dann würde auch dem kriminellen Geschäft im großen Stile der Boden entzogen werden.

Um gegen diese Missstände vorzugehen, so Falciani, hätte er sich erst an dei Zuständigen bei der HSBC-Bank selbst gewendet, danach an die Schweizer Bankenaufsicht.  Beidemale schenkte man ihm kein Gehör.

In 2008 wandte siche Falciani an alle möglcihen Staaten, um sein Wsisen um das „donkle System“ aufzudecken. Bis auf die Franzosen bekam er auch hier kein Gehör. Inzwischen hatte Falciani sich im sehr großen Umfang brisante Bankdaten von HSBC verschafft. „Wenn man die Daten … ausdruckte, würden sie einen Güterzug füllen“, so der französische Oberstaatsanwalt.

Im SZ-Artikel steht weiter:

„Doch bevor es zu einer geplanten Datenübergabe kam, schlug die Schweizer Justiz zu. Kurz vor Weihnachten 2008 wurde Falciani vor seinen Bankkollegen in Handschellen abgeführt… Danach habe ihn die Schweizer Justiz vorübergehend wieder freigelassen. Noch hatte sie zu wenige Beweise. Falciani reiste sofort mit Frau und Kind zu seinen Eltern [nach Frankreich]…

Die Schweiz reagierte mit einem Rechtshilfeersuchen an Frankreich … So stieß der Oberstaatsanwalt von Nizza auf den Fall…“

Seit dem arbeitet Falciani eng mit den französischen Behörden zusammen. Französische Steuerhinterzieher sind massenhaft aufgeflogen. Der Oberstaatsanwalt interessiert sich aber vielmehr für eines: Geldwäsche.

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