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Welchen Nutzen haben Prognosen?

j0382674Heute stand in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 26 ein Artikel, in dem der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, zitiert wird mit den Worten:

„Überraschend gute Konjunkturdaten sind der treibende Faktor an der Börse. Die taumelnde Weltwirtschaft stabilisiert sich schneller, als die meisten Wirtschaftswissenschaftler und Marktteilnehmer vermutet haben…“

Vor ziemlich genau einem Jahr war ich auf einer Veranstaltung, bei die Top-Volkswirte Deutschlands über die kommende Konjunturentwicklung Vorträge hielten. Gerade im Nachhinein ist für mich diese Veranstaltung sehr interessant gewesen …

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Von Bankern, Analysten und Affen

In dem Buch von Rene Zeyer „Bank, Banker, Bankrott – Storys aus der Welt der Abzocker“ habe ich eben gelesen:

„Eine Analystenprognose ist ungefähr so sinnvoll, wie einen Affen zu beschäftigen, der würfelt. Schafft der zweimal hintereinander eine Sechs, dann ist das ein strong buy. Können Sie mir folgen?“

Das Buch finde ich im übrigen nicht wirklich lesenswert. Viele Wiederholungen und ein wenig überzeichnet. Sehr häufig telefoniert beispielsweise irgendein Kundenberater einer Schweizer Großbank mit irgendeinem Kunden. Und jedes Mal im selben, fast unerträglichen Stil, den ich mir selbst bei einer Großbank ihren Kunden gegenüber kaum vorstellen kann.

Banker werden durchweg als gierig, borniert, egomanisch dargestellt,  nur fixiert auf ihren Bonus. Ihr größtes Problem, so stellt es der Autor dar, sei ausschließlich, wie sie ihr unrechtmäßig erworbenes Salär mit teuren Autos und anderen Luxusartikeln zum Fenster rauswerfen. Mag sein, dass es hier ein Körnchen Wahrheit gibt. Mir erscheint es aber auf eine schon fast unerträgliche Weise überzeichnet.

Der größte Teil des Buches hat den Charakter eines Romans. Nur das letzte Kapitel ist eine Art Analyse der aktuellen Finanzkrise. Auch diese Analyse kann ich nicht teilen. Ein zu einfaches Erklärungsschema. Die Realität ist leider viel vielschichtiger.