Was Vermögensverwaltung leisten kann

Als Vermögensverwalter in München bin ich ein Freund davon, die Finanzdienstleistung der Vermögensverwaltung zu „entmystifizieren“. Was meine ich damit? – Dass man die Vermögensverwaltung von falschen Erwartungen, die manchmal direkt ins Abergläubische gehen, befreit. Bestes Beispiel dafür ist die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die bei Kapitalmarktprognosen fast immer richtig liegen. Ein anderes Beispiel ist der (Aber-)glaube, dass man anhand von Charts vernünftige Anlageentscheidungen treffen könnte (Stichwort „Chartanalyse“).

Die Frage ist natürlich:Was kann eine Vermögensverwaltung leisten , wenn man das irrationale Brimborium weglässt.

Gute Vermögensverwaltung fängt meiner Meinung nach erst einmal bei den Anlagezielen an. Meine jahrelange Erfahrung im Bereich Finanzdienstleistungen ist, dass die allermeisten Anleger das Thema Anlageziele zu sehr vernachlässigen, bzw. häufig nicht richtig verstehen.

Denn häufig antworten die Menschen auf die Frage nach Ihren Anlagezielen mit Antworten der Form: „Möglichst hohe Rendite bei maximaler Sicherheit“. Das ist zwar ein Wunsch, aber noch lange kein Anlageziel.

Mit „Anlageziel“ ist gemeint, welchen Zweck man letztlich mit seinem Vermögen verfolgt.

Bei den meisten Menschen ist das die Altersvorsorge. Es kann aber auch so etwas sein wie: Geld für die Kinder fürs Studium, Werterhalt des Vermögens für die Weitergabe an die nächste Generation, Erwerb eines Eigenheims, Rücklage für schlechte Zeiten, usw.

Im Rahmen eine Vermögensverwaltung ist es meiner Auffassung nach eine wichtig, mit dem Kunden zusammen dessen wirklichen Anlageziele zu klären. Das ist eine wichtige und nicht zu unterschätzende Dienstleistung. Auf dieser Grundlage ergeben sich dann – im zweiten Schritt – die Zielrenditen.  Und als Folge dieser Zielrenditen erschließt sich die Risikobereitschaft, die der Anleger idealerweise mitbringen müsste.

Denn klar ist: Je höher die Zielrendite, umso höher auch das Risiko. Das ist direkt eine Binsenweisheit. Wer an einen Finanzberater gerät, der einem das Gegenteil erzählt und von sicheren und hohen Renditen redet, sollte schnellstmöglich die Flucht ergreifen. Denn entweder weiß er selbst nicht von den damit verbundenen Risiken oder er verschweigt sie absichtlich.

Die zweite wichtige Dienstleistung, die mit der Vermögensverwaltung verbunden ist, ist, eine vernünftige Anlagestrategie für den Kunden zu bestimmen. Natürlich eine solche Strategie, die geeignet ist, die vorher geklärten Anlageziele erreichbar zu machen.

Meine Erfahrung ist her, dass viele Anleger sehr produktorientiert sind. Es sollte aber weniger um Finanzprodukte gehen, sondern mehr um das richtige Verhalten. Eine gute Anlagestrategie definiert, was in welcher Situation was zu tun ist. Das ist tatsächlich ein Fachwissen, bei dem ein Vermögensverwalter gute Dienste leisten kann.

Der dritte Schritt einer guten Vermögensverwaltung besteht darin, eine einmal festgelegte Anlagestrategie diszipliniert umzusetzen. In der Praxis sieht es zumeist so aus, dass die Anleger sehr schnell wieder dabei sind, ein festgelegtes Anlagekonzept umzuschmeißen. Die Kurse fallen, und schon bekommen viele Anleger weiche Knie. Oder die Aktien steigen und man ärgert sich, dass man nicht mit einer höheren Quote an dem Kursanstieg partizipiert. Faktisch kostet diese „Wackelverhalten“ den Anlegern in der Regel viel Geld. Gemäß einer jüngeren Studie kann das bis zu 9 % p.a. Underperformance verursachen. 9% pro Jahr: Das ist sehr, sehr viel.

Die meisten Anleger sind hierbei typische Opfer ihrer eigenen Psyche bzw. des Herdentriebs oder dergleichen.  Eine gute Vermögensverwaltung kann genau solche Fehler vermeiden helfen. Und, wie gesagt, das kann einem unsteten Anleger bis zu 9% Rendite p.a. bringen.

Ein weiterer Aspekt ist die kostengünstige Umsetzung der Anlagestrategie. Man müsste ja glauben, dass ein zusätzlicher Dienstleister das Ganze teurer macht. Tatsächlich ist es so, dass Privatanleger häufig mit einem guten Vermögensverwalter unterm Strich günstiger dastehen, als wenn sie es alleine versuchen. Denn ein Vermögensverwalter hat in der Regel bessere Konditionen bei den Banken und Emittenten als es Privatanleger haben. Ferner weiß ein Vermögensverwalter genau, wo hohe Kosten versteckt sind und wie man solche versteckten Kosten vermeiden kann.

 

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)