Geschichtliches zu US-Banknoten

US-Dollar-BanknoteHeutzutage sind wir daran gewöhnt, dass Geldscheine von entsprechenden nationalen Notenbanken gedruckt werden. Interessant ist, dass die amerikanische Notenbank Fed erst 1913 gegründet wurde.

Da stellt sich natürlich die Frage: Wer hat denn dann vorher US-Banknoten herausgegeben?

Interessantes vorab: US-amerikanische Zahlungsausfälle

Die Anfänge der USA waren sehr turbulent. Im Jahre 1790 geriet die Regierung in finanzielle Schwierigkeiten. In deren Folge wurde ein Teil der Zinszahlungen auf US-Staatsanleihen um 10 Jahre verschoben. So etwas würden wir heute eher mit Entwickländern in Verbindung bringen und nicht mit den USA. Allerdings war eben Amerika damals eben genau das: ein Entwicklungsland.

Interessant ist auch, dass in den Jahren 1841-1842 insgesamt 9 US-Bundesstaaten in Zahlungsschwierigkeiten gerieten. Ganz zu schweigen von dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865), in dessen Verlauf Amerika auch haarscharf am Staatsbankrott vorbeischrammte. 1873-1884 bedienten wiederum 10 US-Bundessataaten ihre Schulden nicht mehr.

Ära des freien Bankwesens und der sog. „Broken Bank Notes“ 1791 – 1863

In jenen wilden Anfangsjahren der USA konnte jeder, der wollte, eine Bank gründen – und eigenes Geld drucken. Es gab keine staatliche Regulierung. Private Banken konnten einfach so Banknoten drucken. Dementsprechen unterschiedliche Banknoten gab es in dieser Zeit, sowohl was Aussehen als auch was Denomination betraf. Beispielsweise gab es US-Banknoten bis zu einem Wert von 20.000 USD.

Diese Banken, die wie Unkraut aus dem Boden schossen, wurden manchmal als „wildcat banks“ (Wildkatzen Banken) bezeichnet, weil sie in Gegenden angesiedelt waren, wo normalerweise nur Wildkatzen leben.

Auf den Banknoten war natürlich die Bank angegeben, die das Geld gedruckt hat. Wer eine solche Banknote besaß, konnte zu dieser Bank hingehen und die Banknote in Münzen auszahlen lassen. Alles hing also davon ab, wie solvent die ausgebende Bank also war. Das Vertrauen musste damals schon entsprechend hoch sein, um eine Banknote anzunehmen.

Tatsächlich kam es sehr häufig dazu, dass man plötzlich wertlose Scheine in der Hand hielt, weil sie von einer Bank gedurckt wurden, die inzwischen pleite gegangen ist. Daher auch die Bezeichnung „Broken Bank Notes“.

1863-1913

Erst während des amerikanischen Bürgerkriegs wurde der US-Dollar als nationale Währung begründet (National Currency Act von 1963). Ferner wurde das Bankensystem wurde reformiert – wenngelich mit dem offenkundigen Bestreben der Nordstaaten, auf diese Weise den Krieg zu finanzieren (National Banking Act von 1864 und 1965).

Auch nach dieser Reform konnten beliebige Banken eigene Banknoten herausgeben. Das Neue aber war, sie jetzt bis zu 10% Steuern zahlen mussten auf den Nominalbetrag. Das machte es für normale Banken extrem unattraktiv, eigene Banknoten zu drucken.

Steuerfrei konnte eine Bank nur noch Banknoten ausgeben, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllte.

Erstens musste sie den Status einer sogenannten „National Bank“ haben und damit der Kontrolle einer neuen Bankenaufsichtsbehörde unterstehen, dem neu gegründeten Office ov the Comptroller of the Currency (OCC).

Zweitens durften eine National Bank nur solche Banknoten (steuerfrei) ausgeben, die von der US-Bundesregierung gedruckt wurden. Auf diese Weise wurden zwar US-Banknoten zwar nach wie vor von zahlreichen privaten Banken emittiert, das Erscheinungsbild der Banknoten war aber absolut einheitlich. Ferner garantierten nicht mehr die emittierenden Banken für die Banknoten, sondern der US-Staat.

Als Gegenleistung musste – drittens – eine National Bank US-Staatspapiere halten. Und zwar musste sie mindestens ein Drittel ihres Kapitals in US-Staatsanleihen angelegt haben. Ferner durfte eine National Bank nur für 90 USD Geldscheine in den Umlauf bringen, wenn sie selbst 100 USD an US-Staatsanleihen hielt.

Goldstandard

Übrigens hatte die USA offiziell erst ab 1900 den sog. Goldstandard. D.h. das Geldsystem, bei dem eine Währung an das Edelmetall Gold gebunden wird. Faktisch kann man aber sagen, dass es ab dem Jahre 1873 in den USA den Goldstandard gab. In Amerika gab es aber große Diskussionen, ob der Goldstandard gut sei. Gerade in den 1890-er Jahre schien sich kurz der sog. Bimetallismus durchzusetzen. Dabei wird die Währung an die beiden Edelmetalle Gold und Silber gebunden (also nicht nur Gold).

Interessanterweiese waren vor allem die Farmer des Mittleren Westens gegen den Goldstandard. Dieser hatte nämlich tendenziell sinkende Preise zur Folge (also eine deflationäre Tendenz), was natürlich für Landwirte unvorteilhaft ist. Bis in den 1930er-Jahre wurde der Goldstandard von den Farmern als Diktat der Wall-Street-Banker empfunden und bekämpft.

Gründung der Fed 1913

Bei einem solchen System liegt die Währung komplett in der Hand zahlreicher privater Banken. Es gibt keinerlei übergeordnete Steuerung und Geldpolitik. Bis zu einem gewissen Grade war das natürlich genau gewünscht. Denn den Amerikanern war damals ein, großes und starkes Institut verdächtig und undemokratisch.

Im 19. Jahrhundert gab es in allen Europäischen Staaten starke, handlungsfähige Zentralbanken, nur nicht in den USA. Das wurde nach 1900 als zunehmend antiquarisch empfunden. Vor allem von jenen Amerikanern, die das Europäische Bankensystem kannten. Und das waren natürlich die Banker aus dem Osten der USA. Diese drängten ab dem Crash von 1907 zunehmend darauf, eine eigene starke US-Zentralbank zu gründen.

Gegen die Gründung eine amerikansichen Zentralbank waren vor allem die Vertreter des Mittleren Westens. Und zwar einerseits schlicht aus Unkenntnis und andererseits aus der bereits oben genannten Angst vor einer starken – möglicherweise undemokratischen – Institution.

So wurde die amerikanische Zentralbank Fed nach einigem politischen Geplänkel erst 1913 gegründet. Und das auch nur in Form eines politischen Kompromisses.

Der Kompromiss bestand in der Struktur der Fed. Die Fed wurde nämlich zersplittert in 13 regeionale Insitute, von denen die New Yorker Fed die wichtigste war, und einem übergeordnetem „Board“.

Das Ergebnis war allerdings, dass die Fed in Krisenzeiten faktisch handlungsunfähig war. Denn der eine konnte den anderen blockieren. Diese Handlungsunfähigkeit verschärfte die Krise, die 1929 begann. Denn die Fed blieb zu lange tatenlos. Zwar wussten einzelnde Fed-Mitglieder genau, was zu tun ist, wie beispielsweise der Chef der New Yorker Fed George L. Harrison. Er konnte sich aber nicht gegen die anderen Fed-Mitglieder durchsetzen.

Literatur:

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