Teil 2: Wie findet man den richtigen Vermögensverwalter? – Spezialisten und Allrounder

In einem meiner letzten Beiträge habe ich begonnen, der Frage nachzugehen, wie man einen Vermögensverwalter findet. Dort sagte ich, dass man zunächst wissen sollte, dass manche sich „Vermögensverwalter“ nennen, ohne es im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG) tatsächlich zu sein (Link dorthin).

In diesem Beitrag erläutere ich, dass es ganz grob zwei Gruppen von Vermögensverwaltern gibt: nämlich Spezialisten und Allrounder. Natürlich gibt es auch Mischformen …

Spezialisten

Es gibt Vermögensverwalter, die sich entweder auf eine bestimmte Anlageklasse oder eine bestimmte Anlagestrategie spezialsisert haben. Beispielsweise gibt es Vermögensverwalter, die sich nur mit Aktien, aber sonst nichts beschäftigen. Andere Vermögensverwalter sind auf folgendes (beispielsweise) spezialisiert:

  • sog. Value-Aktien
  • sog. Small Caps
  • Schwellenländer-Aktien
  • Wandelanleihen
  • Unternehmernsanleihen
  • coverd Call-Strategien
  • covered Put-Strategien
  • andere Strategien mit Optionen
  • etc.

In der Regel ist es keine gute Idee, sein gesamtes Vermögen einem einzigen dieser Spezialisten anzuvertrauen. Auf diese Weise würde man sozusagen alles auf eine Karte setzen.

Deswegen mein Tipp: Wenn Sie sich einen bestimmten Vermögensverwalter näher ansehen, sollten Sie  überprüfen, ob es sich um einen Spezialisten handelt. Falls das der Fall ist, sollten Sie keinesfalls Ihr gesamtes Vermögen hier investieren.

Sehr häufig managen solche spezialisierten Vermögensverwalter eigene Investmentfonds. Auf diese Weise kann man sich sein Geld sehr einfach und unkompliziert von ihnen verwalten lassen: Man kauft einfach einen ihrer Fonds.

Allrounder

Daneben gibt es Vermögegensverwalter, die nicht auf eine bestimmte Anlageklasse oder Anlagestrategie spezialisiert sind, sondern darauf achten, ein Kundenvermögen breit zu streuen. Sehr häufig setzen solche „Allrounder“ Investmentfonds der eben erwähnten Spezialisten ein.

Ihr Mehrwert kann in folgendem bestehen:

  • Sie sorgen für eine gute Diversifikation
  • Sie kennen sich mit professionellen Anlagestrategien aus
  • Sie kennen die relevanten Investmentfonds oder spezialiserten Manager.
  • Sie erhalten Sonderkonditionen.

Der Vorteil für den Kunden besteht hier darin, dass ein Kunde ohne Weiteres sein gesamtes Vermögen diesem einen Vermögensverwalter anvertrauen kann, ohne gegen das Prinzip der Risikostreuung zu verstoßen. Darin besteht gerade die Hauptaufgabe eines guten Allrounders, für eine breite Diversifikation zu sorgen.

Deswegen mein Tipp: Wenn Sie sich einen Allrounder näher ansehen, überprüfen Sie, in welcher Form er eine professionelle, breite Diversifikation gewährleistet.

Der Hauptnachteil bei einem Allrounder besteht darin, dass es hier mehrere Gebührenebenen geben kann. Also erstens die Gebühren der Spezialisten bzw. der verwendeten Investmentfonds. Und zweitens will der Allrounder-Vermögensverwalter natürlich auch ein Honorar. Nehmen wir an, dass die verwendeten Fonds der Spezialisten 1,5% p.a. kosten (ich rede nicht vom Ausgabeaufschlag, sondern von den laufenden Verwaltungskosten) und die Ebene darüber noch einmal 1,0% p.a., dann kommt man auf eine durchgerechnete Gebührenbelastung von 2,5% pro Jahr. Und das ist sehr viel.

Deswegen mein Tipp: Achten Sie gerade bei Allroundern auf die durchgerechnete (!) Gebührenbelastung.

Manche Allrounder verzichten genau deswegen auf aktiv gemanagte Investmetnfonds, und setzen lieber kostengünstige ETFs ein. Übrigens: Wer aber nur ETFs einsetzt, wird sicherlich in dem Sinne kein guter Allrounder sein, dass er für eine gute Diversifikation sorgt. Ein wirklicher Allrounder sollte – meiner Meinung nach – zumindest sich auch mit folgenden Anlageformen auskennen:

  • Geschlossene Fonds
  • Hedgefonds
  • Tagesgeld/Festgeld

Damit meine ich nicht, dass diese Anlageformen unbedingt zum Einsatz kommen müssen. Aber der Allrounder sollte sich hier zumindest auskennen und bei Bedarf kompetent weiterhelfelfen können.

Häufig setzen Allrounder übrigens Dachfonds ein. Das ist ein typisches Vehikel für einen Allrounder.

Mischformen

Die Welt ist natürlich nicht so einfach, dass man alle Vermögensverwalter messerscharf entweder in Spezialisten oder in Allrounder einteilen könnte. Sehr häufig kann man so unterscheiden und diese grobe Unterscheidung kann bereits sehr hilfreich sein. Außerdem aber gibt es Vermögensverwalter, die sich einerseits mit einer bestimmten Anlageklasse oder einer bestimmten Anlagestrategie besonders gut auskennen. Andererseits aber auch genügend Know-How haben, um ihre Kunden im Sinne eines Allrounders gut beraten zu können. Sie selbst decken also ein Spezialthema ab, setzen aber (sozusagen) rechts und links noch andere Anlageformen ein.

Ich selbst würde mich zu dieser Misch-Gruppe zählen. Ich habe zwei Strategien, auf die ich mich spezialisiert habe:

  1. Covered Short Put-Strategie,
  2. ETF-Portfolio mit Re-Balancing.

Das sind die beiden Themen, bei denen ich mich besonders fit fühle. Mit diesen Strategien habe ich ja auch meine Fonds aufgelegt.

Neben dieser Spzialisierung  sehe ich mich aber durchaus auch als Allrounder. Denn ich sehe zu, dass ich für meine Kunden nur dann meine (spezialisierten) Fonds einsetze, wenn es wirklich Sinn macht. Wenn ich beispielsweise sehe, dass jemand sein Geld sehr sicherheitsorientiert und ohne jegliches Verlustrisiko anlegen will, dann rate ich sofort und ohne zu zögern zu Festgeld/Tagesgeld.

Und außerdem halte ich es für vrnünftig, neben meinen Fonds auch noch andere Anlageformen einzusetzen. Zum Beispiel geschlossene Fonds oder Hedgefonds. In diesen Bereichen bin ich aber sehr, sehr selektiv, da man hier sehr lange suchen muss, um hier einmal gute Anlageprodukte zu finden.

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