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Noch ein Nachtrag: Staat kassiert Garantiegebühren in Milliardenhöhe

Die Bankenrettungen durch den Staat waren unzweifelhaft spektakulär und erreichten unvorstellbare Volumina. Was ich aber an der Berchterstattung in den Medien kritisiere ist die Betonung des negativen Aspekts der Bankenrettungen. Dass die HRE vor ein paar Wochen – vorübergehend – zusätzliche 40 Mrd Euro an Staatsgarantien benötigte, wurde in vielen Zeitungen ganz vorne mit Schlagzeilgen betitelt, etwa der Form „HRE braucht weitere 40 Mrd Euro vom Staat“ oder ähnlich.

Dass der Staat umgekehrt an solche Transaktionen auch verdient, darüber wurde man normalerweise nicht informiert. Heute (4.10.2010) kann man in der Financial Times Deutschland folgendes lesen (S. 17):

„Insgesamt kassierte der Soffin bis Ende September 2010 rund 1,5 Mrd Euro Garantiegebühren, davon 690 Mio Euro allein von der HRE.“

Ich will nicht missverstanden werden. Natürlich geht der Staat mit diesen Garantien ein Risiko ein. Und wenn es schlecht läuft, müssen die Steuerzahler hierfür bezahlen. Was ich aber nicht in Ordnung finde ist, dass in den Medien nicht hinreichend darüber informiert wird, wie der Staat an diesen Garantiegeschäften – sofern alles gutgeht – verdient. Bisher immerhin gab es aufgrund dieser Staatsgarantien keine Ausfälle, wohl aber einen Ertrag in Höhe von etwa 1,5 Mrd Euro. Das finde ich schon bemerkenswert.