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Finanzkrise Teil 10: US-Banken werden zu Kredithaien

CB022166Wenn ein Amerikaner für den Kauf einer Immobilie eine Hypothek aufnimmt, so haftet er nur mit dieser Immobilie, aber nicht darüber hinaus mit weiterem privatem Vermögen. Auf diese Weise hat er ein Interesse daran, die Fremdkapitalquote so hoch wie möglich zu treiben. Denn um so niedriger ist sein persönliches Verlustrisiko und um so höher sind seine Gewinnchancen. Denn falls die Hauspreise steigen, dann hat er einen enormen Hebel. Fallen die Hauspreise, dann ist sein Verlust auf das (möglichst geringe) Eigenkapital beschränkt. Die Hauptlast hat in diesem Fall der Kreditgeber zu tragen. (Dies habe ich bereits hier ausgeführt: „US-Hypotheken sind regressfrei„.)

Aus diesem Grunde ist es ein Rätsel, warum US-Banken bei solchen für sie offensichtlich ungünstigen Geschäften überhaupt mitmachen.

Das Rätsel verschärft sich noch. Denn ab 2000 verhalfen US-Banken immer mehr auch solchen Personen zu fremdfinanzierten Immobilien, von denen es von Anfang an klar sein musste, dass sie ihre Hypothek nicht zurückzahlen können. Sie verhalfen nicht nur, sie trieben und verführten die Leute regelrecht zu Fremdfinanzierungen.

Wolfgang Köhler hat dies in seinem Buch „Wall Street Panik – Banken außer Kontrolle“ sehr gut beschrieben …

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Finanzkrise Teil 9: Zweckgesellschaften und Hedgefonds

Gerade was die Bankenkrise in Deutschland betrifft, spielten sogenannte Zweckgesellschaften (auch conduits genannt) eine sehr ungute Rolle. Immerhin wurden Zweckgesellschaften der Sachsen LB, der WestLB, der BayernLB sowie der IKB und Hypo Real Estate zum Verhängnis. Zweckgesellschaften erlaubten es, den Banken ein größeres Rad zu drehen und höhere Risiken einzugehen als es ihnen aufsichtsrechtlich eigentlich erlaubt gewesen wäre.

Mehr hierzu in diesem Blog-Beitrag …

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Mikrofinanzierungen und subprime-Kredite

Der Kommentar von Herrn Broska zu meinem gestrigen Beitrag hat mich zu nachfolgenden Zeilen veranlasst.

In der Süddeutschen Zeitung vom 8./9. November 2008 stand auf Seite 32 ein Artikel mit der Überschrift „Gewinne mit gutem Gewissen“.
Hier einige Ausschnitte daraus:

„…Heute gehört die Mikrofinanzierung zum verbreiteten Mittel zur Armutsbekämpfung in den Ländern der dritten Welt, wo wegen fehlender Sicherheiten gerade ärmere Bevölkerungsschichten der Zugang zu Krediten verwehrt bleibt. … Trotz der vermeintlich schlechten Bonität und happigen Zinsen von mindestens 20 Prozent fällt nur jeder fünfzigste Schuldner aus… Mikrofinanz-Fonds bieten nicht nur Chancen auf Gewinne, sondern bergen auch einen emotionalen Faktor.“

Mikrofinanz-Fonds werden also gelobt, weil man einerseits mit ihnen gute Gewinne erzielen kann, andererseits arme Bevölkerungsschichten unterstützt. So schön das auch sein mag, klingt das nicht irgendwie wohlbekannt? Wurde die aktuelle Krise nicht durch sogenannte „subprime“-Kredite ausgelöst?

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