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Wie Harry Markowitz sein persönliches Depot strukturiert hat

In einem meiner letzten Artikel (Link dorthin) habe ich unter anderem behauptet, dass es einen fundamentalem Unterschied zwischen dem Anliegen von Finanztheoretikern und dem Anliegen von Praktikern besteht. Finanztheoretiker möchten einen bestimmten Sachverhalt absrakt verstehen lernen. Und ein Mittel dazu ist, ein finanzmathematisches Modell aufzustellen. Ein solches Modell hat notwendigerweise vereinfachte Annahmen.

Der Praktiker hingegen ist mit den tatsächlichen Finanzmärkten beschäftigt, mit dem Auf und Ab an der Börse. Ihm geht es nicht so sehr um theoretischen Erkenntnisgewinn, sondern darum die beste Anlageentscheidung zu treffen.

Nun kommt es immer wieder einmal vor, dass der Praktiker auf die komplizierten mathematischen Formeln des Theoretikers zurückgreift, und meint hier ein Hilfsmittel für seine Belange zu haben. Nicht selten übersieht der Praktiker aber dabei, die genauen (vereinfachten) Annahmen zu überprüfen, die der Theoretiker bequemerweise gemacht hat. Dies wiederum führt sehr häufig dazu, dass die Theorie keine wirklich brauchbaren Ergebnisse in der Praxis bringt.

Ein Beispiel für diese Kollission von Theorie und Praxis ist die Markowitz-Optimierung. Dazu habe ich eben einen interessanten Abschnitt in Gerd Gigerenzers Buch „Bauchentscheidungen“ gelesen …

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Gerd Kommer über lange Zeitreihen und erwartete Renditen

Im Finanzbereich wird immer wieder folgende Behauptung gemacht:

  • Um die künftige erwartete Rendite von Kapitalmarktrenditen abzuschätzen ist der Blick in die Vergangenheit hilfreich. Insbesondere liefern statistische Auswertung umso bessere Schätzungen für künftige erwartete Renditen, je länger die analysierten Zeitreihen sind.

In einem meiner letzten Artikel habe ich erläutert, warum ich nicht an diese These glaube. (Link zu diesem Blog-Beitrag). Mein Hauptargument dabei ist, dass diese These nur dann sinnvoll sein kann, wenn die Wahrscheinlichkeitsverteilung von Kapitalmarktrenditen über die Zeit hinweg konstant bleibt.

Wechselt aber beispielsweise die Wahrscheinlichkeitsverteilung von DAX-Renditen alle 2-3 Jahre (oder noch öfter), dann kann man sinnvollerweise nicht von einem künftigen DAX-Erwartungswert ausgehen. Außerdem können lange Zeitreihen keine bessere Abschätzung für die Zukunft geben. Lange vergangene Zeitreihen sind genauso schlecht, künftige DAX-Renditen zu schätzen, wie kürzere.

Der von mir hochgeschätzte Autor Gerd Kommer (Siehe seine Bücher „Kaufen oder mieten?„, „Souverän investieren mit Indexfonds, …“, „Die Buy-and-Hold-Bibel“) hält meiner Argumentation entgegen. Er meint, dass die oben genannte These richtig ist.  Nachfolgenden Beitrag hat Gerd Kommer als E-Mail-Antwort auf meinen Blog-Beitrag verfasst und hat gestattet, diese Antwort hier zu veröffentlichen: 

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