Unabhängige Vermögensverwaltung in München

Stock-Picking in der Vermögensverwaltung

In seinem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ schreibt D. Kahneman auf Seite 24:

„Vor vielen Jahren besuchte ich den Leiter der Vermögensverwalter eines großen Finanzdienstleisters, der mir sagte, er habe gerade einige zehn Millionen Dollar in Aktien der Ford Motor Company investiert. Als ich ihn fragte, wie zu diesem Entschluss gelangt sei, antwortete er, er sei kürzlich auf einer Automesse gewesen und das, was er gesehen habe, habe ihn beeindruckt. ‚Mann, die wissen, wie man ein Auto baut!‘, war seine Erklärung. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er seinem Bauchgefühl vertraute, und war zufrieden mit sich und mit seiner Entscheidung.

Ich fand es bemerkenswert, dass er anscheinend die eine Frage, die ein Ökonom als relevant erachten würde, nicht in Betracht gezogen hatte: Sind Ford-Aktien gegenwärtig unterbewertet? Stattdessen hörte er auf seine Intuition; er mochte Autos, er mochte das Unternehmen, und er mochte die Vorstellung, Ford-Aktien zu besitzen. Nach allem, was wir über die Treffgenauigkeit beim Stock-Picking … wissen, kann man vernünftigerweise davon ausgehen, dass er nicht wusste, was er tat.“

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charts and spreadsheets

Aktives Management lohnt sich nicht

Jüngst wurde eine Studie zur Vermögensverwaltung und Performance von Fonds-Managern europäischer Investmentfonds veröffentlicht

Danach waren  im Börsenjahr 2014  83 % der europäischen Fonds-Manager bzw. Vermögensverwalter schlechter als ihr Vergleichsindex. Bezogen alleine auf Vermögensverwalter, die sich auf deutsche Aktien konzentrieren, waren in 2014 74% schlechter als ihr Vergleichsindex.

Das sind, wie ich meine, sehr ernüchternde Zahlen…

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Unabhängige Vermögensverwaltung

Vermögensverwaltung braucht ethische Standards

In der Süddeutsche Zeitung vom  31.07.2015 ist ein Artikel mit dem Titel „Weckruf“ abgedruckt. Der Autor, Claus Hulverscheidt, stellt den jüngsten G30-Bericht vor. Die Gruppe „G30“ umfasst vor allem Vertreter der Finanzbranche. Umso bemerkenswerter ist es, wie kritisch sich diese Gruppe über die Finanzwelt äußert:

„Banken und Bankgeschäfte haben heutzutage einen denkbar schlechten Ruf. Sowohl um das Vertrauen der Kunden als auch um die Ertragskraft ist es schlecht bestellt.“

Im Artikel heißt es weiter:

„Konkret fordern die Experten, dass jede Bank einen individuellen Katalog ihrer moralischen Grundsätze und Prinzipien entwickelt, der für jeden Mitarbeiter verbindlich ist.“

Auch ich halte ethische Standards im Bankenbereich und bei der Vermögensverwaltung für unabdingbar. Nachfolgend stelle ich die ethischen Standards dar, wie sie sich meine Vermögensverwaltung in München bereits seit vielen Jahren gegeben hat und auf die sich bei uns jeder Mitarbeiter schriftlich verpflichtet hat …

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Unabhängige Vermögensverwaltung

Unabhängige Vermögensverwaltung versus Bankberatung

In Deutschland gibt es etwa 500 Vermögensverwalter, die unabhängig von Banken arbeiten. Ich selbst bin einer dieser Vermögensverwalter mit Sitz in München. Typische Merkmale einer solchen Vermögensverwaltung sind:

  • zumeist kleine bis mittlere Unternehmen mit sehr persönlichem Bezug zu den eigenen Kunden,
  • hohe aufsichtsrechtliche Anforderungen und Überwachung durch BaFin und deutsche Bundesbank (weswegen es wahrscheinlich nur so wenig von Banken unabhängige Vermögensverwalter gibt).

Die allermeisten Anleger kennen vor allem die Vermögensberatung durch einen Bankangestellten. Sie kaufen Fonds, schließen Versicherungen ab oder kaufen Wertpapiere, weil es im Rahmen einer Bankberatung so empfohlen worden ist.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen einer banken-unabhängigen Vermögensverwaltung und einer Bankberatung?

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Was Vermögensverwaltung leisten kann

Als Vermögensverwalter in München bin ich ein Freund davon, die Finanzdienstleistung der Vermögensverwaltung zu „entmystifizieren“. Was meine ich damit? – Dass man die Vermögensverwaltung von falschen Erwartungen, die manchmal direkt ins Abergläubische gehen, befreit. Bestes Beispiel dafür ist die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die bei Kapitalmarktprognosen fast immer richtig liegen. Ein anderes Beispiel ist der (Aber-)glaube, dass man anhand von Charts vernünftige Anlageentscheidungen treffen könnte (Stichwort „Chartanalyse“).

Die Frage ist natürlich:Was kann eine Vermögensverwaltung leisten , wenn man das irrationale Brimborium weglässt.

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Gegen den Mystizismus in der Vermögensverwaltung

Ich selbst leite ja eine Vermögensverwaltung in München. Was mir in diesem Bereich der Geldanlage immer wieder auffällt ist, wie diese Tätigkeit häufig „mystifiziert“ wird. Da wird mit Chart-Technik gearbeitet, die an astrologische Berechnungen erinnern, da werden Prognosen gemacht, die an die Vogelschau der Antike erinnern, da werden bestimmte Personen manchmal wie übernatürliche Heilsbringer verehrt, etc. etc.

Dafür, dass wir ja eigentlich in einem aufgeklärten Zeitalter leben, ist das, was man im Bereich Vermögensverwaltung zu sehen und zu hören bekommt, zum Teil sehr seltsam. Von Aberglauben und vagen Heilsversprechungen durchdrungen…

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Honorargestaltung in der Vermögensverwaltung

In allen Großstädten gibt es professionelle Vermögensverwaltungen (ich selbst sitze in München) und es stellt sich immer wieder die Frage nach einer fairen und transparenten Honorargestaltung. Viele Anleger meinen beispielsweise, dass eine erfolgsabhängige Honorierung gut wäre. Daran habe ich meine Zweifel.

Die Frage ist aber auch, wo sich möglicherweise Kosten bei einer Vermögensverwaltung verstecken, von denen man als normale Privatperson gar nichts weiß. Schließlich kann man normalerweise auch sehr schlecht beurteilen, welche Konditionen marktüblich und welche überteuert sind …

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Wahrung von Kundeninteressen in der Vermögensverwaltung

Sowohl Vermögensverwaltung als auch Anlageberatung sind hochgradig sensible Dienstleistungen. Sie beruhen in einem besonderen Maße auf Vertrauen. Deswegen sollte man als Finanzdienstleister selbst Sorge dafür tragen, dass Konflikte mit Kundeninteressen nach Möglichkeit vermieden werden. Aber auch der Gesetzgeber und die Aufsichtsbehörden fordern entsprechende Maßnahmen.

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Vermögensverwaltung: Gewissenhafte und individuelle Betreuung

Vor ein paar Wochen habe ich angekündigt, hin und wieder etwas über die „Grundsätze einer seriösen Vermögensverwaltung“ zu schreiben (Link dorthin). Diese Grundsätze hat der Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) aufgestellt, bei dem ich mit meiner Vermögensverwaltung in München Mitglied bin.

Als erster Grundsatz ist hier die gewissenhafte Betreuung genannt. In der VuV-Broschüre steht, worauf man als Kunde achten sollte:

„Das Gespräch zwischen Vermögensverwalter und Kunden sollte nicht zwischen ‚Tür und Angel‘ geführt werden, sondern benötigt Zeit. Denn erst die ausführliche systematische Befassung mit dem Mandanten und seiner individuellen persönlichen und wirtschaftlichen Situation ermöglicht die Erarbeitung einer auf seine Interessen abgestimmten Investmentstrategie und vermeidet Missverständnisse.“

Als zweiter Grundsatz wird die individuelle Betreuung genannt:

Der Kunde sollte … zu jeder Zeit durch einen persönlichen Ansprechpartner höchste Aufmerksamkeit und individuelle Betreuung genießen…“  Weiterlesen

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Grundsätze für eine seriöse Vermögensverwaltung

Ich betreue ja eine BaFin-lizenzierte Vermögensverwaltung in München und bin Mitglied im VuV, dem Verband unabhängiger Vermögensverwalter. Dieser Verband hat eine Broschüre mit dem Title „Grundsätze einer seriösen Vermögensverwaltung“ erstellt. Wer Interesse daran hat, kann diese Broschüre gerne über mich beziehen.

In dieser Broschüre werden neun Grundsätze für eine seriöse Vermögensverwaltung genannt:

  1. Gewissenhafte Betreuung
  2. Individuelle Betreuung
  3. Wahrung von Kundeninteressen
  4. Faire und transparente Honorargestaltung
  5. Einhaltung von Formalien
  6. Reporting und Kontrolle
  7. Qualitätssicherung
  8. Verantwortungsvolle Werbung
  9. „Chemie“ muss stimmen

Ich möchte in den nachfolgenden Beiträgen einige  dieser Grundsätze (vielleicht auch alle) in diesem Weblog diskutieren.

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