Die Medien sind voll mit Berichten darüber, wie schlimm es sei, dass die Tagesgeldzinsen derzeit so niedrig seien. Zinsen von 0,8 % oder weniger sind natürlich historisch sehr ungewöhnlich. Manch einer erinnert sich, dass man zum Beispiel 1980 noch Zinsen von sage und schreibe 9% für sein Tagesgeld bekam, oder in den 1990er-Jahren 5%. Das waren noch die guten alten Zeiten guter Zinserträge, möchte man meinen. Oder nicht?

Weiterlesen

Vermögensverwaltung München

Ich selbst betreibe ja eine Vermögensverwaltung in München. Hin und wieder werde ich von Anlegern gefragt, was der Unterschied zwischen einem BaFin-zugelassenen Vermögensverwalter und anderen bankenunabhängigen Finanzberatern ist.

Jeder der schon einmal bei einem bankenunabhängigen Berater war, erkennt sofort einen sehr ins Auge fallenden Unterschied. Solche Finanzberater empfehlen sehr häufig geschlossene Beteiligungsfonds (Immobilienfonds, Schiffsbeteiligungen, etc.), ferner Investmentfonds, mit großer Vorliebe auch irgendwelche Versicherungslösungen (vorneweg fondsgebundene Lebensversicherungen). Konkrete Wertpapiere, wie beispielsweise Aktien oder Anleihen, stehen hier nicht auf der Empfehlungsliste.

Ein typischer Vermögensverwalter hingegen ist gerade auf Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere spezialisiert. Und macht in der Regel einen großen Bogen um Anlageformen wie geschlossene Fonds oder Versicherungen.

Weiterlesen

Ich habe am Wochenende (21.2.2015) einen Artikel aus der FAZ gelesen von Barbara Brandstetter. Titel: “Rürup-Rente lohnt sich für ältere Besserverdiener – Die Steuerersparnis kann beträchtliche Höhen erreichen. Für jüngere sieht es schlechter aus.”
Barbara Brandstetter rechnet in diesem Artikel vor, welche Steuerersparnis ein Anleger durch einen Rürup-Vertrag bekommen kann. Das Problem ist nur, dass die Steuerersparnis ja nur ein Aspekt ist, das eigentlich Wichtige jedoch ist, was für den Anleger am Ende unterm Strich herauskommt. Denn ein Rürup-Vertrag ist ja auch mit Gebühren verbunden.
Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere, wie in den 1990er-Jahren Ostimmobilien-Fonds beworben wurden. Da ging es nämlich auch vor allem um die Steuerersparnis. Das stimmte ja auch, und dennoch haben damals sehr viele Anleger viel Geld mit Ostimmobilien verloren. Das zeigt, dass man seine Rechnung nicht beim Thema Steuerersparnis beenden darf, sondern die Sache gründlich bis zum Ende durchkalkulieren sollte.
Barbara Brandstetter zitiert am Ende Ihres FAZ-Artikels das Ergebnis des Finanztest vom Dezember 2014. Nachfolgend habe ich mir dies als Grundlage meiner Berechnungen genommen. Ich finde, dass das Ergebnis durchaus ernüchternd ist …
Der Finanztest hat in seiner Ausgabe vom Dezember 2014 einen Beitrag über Rürup-Rente veröffentlicht. Der Titel: “Vorsorge mit Steuervorteil”. Darin vergleicht der Finanztest eine Reihe von Rürup-Angeboten. Grundlage dafür ist ein sogenannter Modellkunde, der am 25.10.1974 geboren ist und einen Vertrag beginnend ab 1.11.2014 abschließen möchte. Der Kunde zahlt jährlich 6000 Euro ein, bis er ab seinem 67. Lebensjahr Rente beziehen wird.
Der Anbieter, der die höchste garantierte Rürup-Rente in Aussicht stellt, bietet eine garantierte Monatsrente in Höhe von 758 Euro. Andere Anbieter liegen darunter.
Finanzmathematisch handelt es sich bei einem Rürup-Vertrag um einen Zahlungsstrom:

Ansparphase (angenommener Steuersatz 45%)

  • 1.11.2014: Einzahlung von 6000 Euro, mit Steuervorteil sind das netto -3.894 Euro.
  • 1.11.2015: Einzahlung von 6000 Euro, mit Steuervorteil sind das netto -3.768 Euro.
  • 1.11.2016: Einzahlung von 6000 Euro, mit Steuervorteil sind das netto -3645 Euro.
  • 1.11.2040: Einzahlung von 6000 Euro, mit Steuervorteil sind das netto -3.300 Euro.
    Rentenphase (angenommener Steuersatz 30%)
  • 1.11.2041: Monatsrente von 758 Euro, nach Steuern sind das netto +531 Euro.
  • 1.12.2041: Monatsrente von 758 Euro, nach Steuern sind das netto +531 Euro.
  • etc.

In der Rentenphase wird die Rente natürlich nur so lange gezahlt, wie der Anleger lebt. Daher spielt es bei der Berechnung der Rendite eine wesentliche Rolle, welches Lebensalter der Anleger erreicht.

Für einen Zahlungsstrom kann man den sogenannte Internen Zinsfuß als Maßgröße für die Rendite berechnen. Hier die Ergebnisse, je nach erreichtem Lebensalter:

  • Wird der Anleger 80, so wird der Rürup-Vertrag eine Rendite von -0,18% p.a. für ihn haben.
  • Wird der Anleger 85, so wird der Rürup-Vertrag eine Rendite von 1,12% p.a. für ihn haben.
  • Wird der Anleger 90, so wird der Rürup-Vertrag eine Rendite von 1,91% p.a. für ihn haben.

Sieht man sich diese Renditen an, so sind sie wirklich nicht prickelnd. Wenn der Anleger nicht alt wird, wird das Ganze sogar ein Verlustgeschäft für ihn (bzw. für seine Familie). Selbst wenn er älter wird, bewegen sich die Renditen um Tagesgeldrenditen, vielleicht ein wenig höher. Und das MIT Berücksichtigung des Steuervorteils bei Rürup.
Übrigens hat laut Sterbetafel ein 40-jähriger Mann eine Lebenserwartung von 78. Bezogen auf dieses Alter hat der Rürup-Vertrag – mit allen steuerlichen Vorteilen – eine Rendite von -0,96 % p.a.

Meine Kritik am Finanztest ist daher, dass hier nur verschiedene Rürup-Verträge untereinander verglichen werden. Die eigentliche Frage ist aber: Lohnt sich Rürup überhaupt? Oder ist es nicht (trotz des Steuervorteils) vorteilhafter, mit anderen Möglichkeiten fürs Alter vorzusorgen? Selbst mit einem Tagesgeldkonto ohne jeden Steuervorteil kann man unter Umständen weiterkommen als mit einem staatlich geförderten Rürup-Vertrag. Eine Alternative sind natürlich auch Fonds-Sparpläne. Aber auch hier hat man keine staatliche Förderung.

In der Ausgabe 12/2014 des Wirtschaftsmagazins Capital steht ein ausführlicher Bericht zum Thema Börsengurus: “Guru oder Gaga” von Christian Kirchner. Viele Anleger glauben ja daran, dass bestimmte Menschen die besondere Fähigkeit haben, Kapitalmarktentwicklungen treffsicher vorhersagen zu können. Solche vermeintliche Börsengurus schreiben Bücher, schreiben Börsenbriefe, geben Interviews, treten in Talkshows auf oder treten sonstwie in den Medien auf.

Weiterlesen

Ich wurde dieses Wochenende auf das nachfolgende Video aufmerksam gemacht. Finde ich ganz sehenswert:

Meiner Meinung nach ist die Auswahl von Investmentfonds nach Fondsratings (Morningstar, Feri, etc.) nicht zielführend. Genau genommen halte ich ein solches Vorgehen sogar für gefährlich. Rating-Agenturen sind mit ihren Kennzahlen nämlich immer rückwärtsgewandt. D.h. sie beziehen sich auf Vergangenheitsdaten, um damit den – gewagten – Schluss auf die Zukunft zu wagen. Nach dem Motto: Wer die letzten (sagen wir) 3 Jahre gut war, wird auch die nächsten 3 Jahre gut sein. Bzw. umgekehrt: Wer die letzten Jahre schlecht war, wird auch in Zukunft schlecht sein.  Weiterlesen

Ich hatte an dieser Stelle vor ein paar Tagen über das Flexible VorsorgeKonto der CosmosDirekt geschrieben. Die CosmosDirekt bietet hier bei monatlicher Kündbarkeit die Möglichkeit zu einer Festgeld-ähnlichen Anlageform. Und zwar gemäß einer Zinsstaffel, bei der der Anleger im ersten Jahr 1,75%, im zweiten Jahr 2,25%, im dritten Jahr 3,80 % und danach weiterhin 3,80% p.a. erhält. In meinem ersten Beitrag habe ich die Vertragsbedingungen so verstanden, dass von diesen Zinsen noch Verwaltungskosten abgezogen werden. Nach einem erneuten Telefonat mit der CosmosDirekt weiß ich jetzt, dass die oben genannte Zinsstaffel für den Anleger genauso auch netto, d.h. nach Kosten, ankommt. Die Kosten sind also bei dieser Zinsstaffel bereits berücksichtigt.

Wenn ein Anleger sich für das Flexible VorsorgeKonto interesiert, so sollte er nur einen wichtigen Punkt beachten, der unter § 1 der Allgemeinen Bedingungen steht:

„… (3) Erleben Sie das Ende der vereinbarten Ansparphase, zahlen wir Ihnen die vereinbarte Rente …

(4) An Stelle der Rentenzahlungen leisten wir zum Fälligkeitstag der ersten Rente eine Kapitalabfindung, wenn Sie diesen Termin erleben und uns der Antrag auf eine Kapitalabfindung vor dem Fälligkeitstag der ersten Rente zugegangen ist…“

Der Anleger muss also vor Ablauf der Ansparphase überprüfen, ob er die lebenslangen Rentenzahlungen wünscht oder wieder sein Geld zurück haben will. In letzterem Fall darf der Anleger nicht vergessen, die CosmosDirekt rechtzeitig in Kenntnis zu setzen.

Ich habe eben einen Artikel im Handelsblatt gelesen mit dem Titel „Grünes Investment: Das Risiko von Solarinvestitionen„.

In dem Artikel steht unter anderem, was man bei einem Solarfonds beachten sollte…

Weiterlesen

Viele Menschen machen sich derzeit Sorgen, weil sie einen starken Anstieg der Inflation erwarten. Nehmen wir an, dass die Geldentwertung in den kommenden Jahren tatsächlich stark ansteigen wird, dann ist die große Frage ist natürlich: Wie schützt man sich dagegen am besten?

Landauf, landab hört man den Rat, man solle dazu in Sachwerte investieren, vorneweg auf der Empfehlungsliste stehen Immobilien. Bei vielen Deutschen gelten Immobilien als solide und sicher. Und direkt gebetsmühlenartig bekommt man zu hören: Gegen eine Inflation helfen Immobilien am besten.

In diesem Zusammenhang finde ich einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung interessant, den ich am 2. Mai gelesen habe: „Das Märchen vom Inflationsschutz“…

Weiterlesen

Folgende Organisationen mit DZI Spendensiegel bitten (u.a.) um Spenden für die Menschen in Japan:

  • Caritas, Kto 5 556, BLZ 700 205 00, Bank für Sozialwirtschaft, Stichwort „Japan“
  • Aktion Deuschland Hilft e.V., Kto 10 20 30, BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft, Stichwort „Erdbeben/Tsunami Japan“
  • CARE Deuschland, Kto 4 40 40, BLZ 370 501 98, Sparkasse KölnBonn, Stischwort „Japanhilfe“
  • Deutsches Rotes Kreuz, Kto 41 41 41, BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft, Stichwort „Tsunami“
  • Diakonie Katastrophenhilfe, Kto 502 707, BLZ 600 100 70, Postbank, Stichwort „Erdbebenhilfe Japan“.

Ich selbst habe bereits gespendet.

Außerdem werde ich das Preisgeld, sofern ich einen Platz beim comdirect finanzblog award 2011 gewinnen sollte, zur Hälfte für die Japan-Hilfe spenden.