Der Mensch ist von Natur aus kein guter Anleger. Eher im Gegenteil. Wir scheinen so programmiert zu sein, dass wir im entscheidenden Augenblick dazu neigen, exakt das Falsche zu tun. Jedenfalls was die Geldanlage betrifft.

Dies konnte man am Montag 24. August wieder einmal mustergültig beobachten. Schon die Woche zuvor begannen die Aktienkurse zu bröckeln, am Freitagnachmittag kam dann der erste Teil des Absturzes, aber am Montag ging es richtig zur Sache. Der DAX verlor zeitweise bis zu 8%. Das ist ein so hoher Verlust, wie wir ihn nicht einmal am 11. September, dem Tag der Terroranschläge in New York hatten.

Das ist schon erstaunlich genug. Noch erstaunlicher aber ist es, recht bedacht, wie viele Anleger (und auch professionelle Vermögensverwalter) sich sofort anstecken lassen und sofort darüber nachdenken, ihre Aktienbestände zu verkaufen und „ruhigere Zeiten“ abwarten zu wollen…

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Dostojewski schreibt in seinem Roman „Der Spieler“ im vierten Kapitel:

„…ich habe eine Beobachtung gemacht, die mir richtig scheint. In der Reihenfolge, in der die verschiedenen Farben und Zahlen gewinnen, liegt wirklich, wenn nicht gerade ein System , so doch ein gewisser Anklang an eine Regel, was natürlich sehr seltsam ist. So pflegten zum Beispiel nach den zwölf mittleren Ziffern gewöhnlich die zwölf ersten herauszukommen; zweimal, nehmen wir an, trifft es die zwölf ersten, dann geht es auf die zwölf letzten über. Nach den zwölf letzten folgen wieder die zwölf mittleren, die es drei- oder viermal nach der Reihe trifft, um dann wieder zu den zwölf ersten überzugehen, von denen es, nachdem es sie etwa zweimal getroffen hat wieder zu den zwölf letzten zurückkehrt. Die letzten trifft es, sagen wir, nur einmal, dann kommen dreimal wieder die zwölf mittleren an die Reihe, und so geht es weiter, anderthalb oder gar zwei Stunden lang. Immer ein, drei und zwei. Das ist sehr merkwürdig. – An einem andern Tage oder nur Vormittage kommt es dagegen vor, dass Rot immer mit Schwarz abwechselt; bald dies, bald jenes, es wechselt alle Augenblicke, und eine Regel besteht dann insofern, als es weder die eine noch die andere Farbe mehr als zwei- oder dreimal nach der Reihe trifft. An einem anderen Tage oder Abend wiederum kommt nur die eine Farbe, Rot zum Beispiel, Schlag auf Schlag heraus, mehr als zweiundzwanzigmal nach der Reihe, dann tritt plötzlich eine kleine Unterbrechung ein und – wiederum folgt Rot, Rot, Rot. Und das dauert mitunter eine lange Zeit, zuweilen sogar einen ganzen Tag…

 Man vergleiche diesen Text mit den Ausführungen, die manche zum Thema Börsenentwicklung zum Besten geben …

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Riester ist ja nicht gleich Riester. Die meisten Kunden kennen nur Riester-Rentenversicherungen, daneben gibt es aber auch das Riester-Fondssparen. Der Finanztest hat früher immer wieder die Uni-Profi-Rente oder die DWS-TopRente als gute Riester-Fondssparprodukte empfohlen.

In der letzten Zeit hat es viel Aufhebens um die Uni-Profi-Rente gegeben, weil es hier einen Strategie-Wechsel gab. Siehe z.B. FAZ: Schwierige Wahl für Uni-Riester-Sparer.

Im Zuge dieser Diskussion zeigt sich, wenn man so will, eine Schwäche des Riester-Fonds-Sparens. Und zwar die gesetzliche Forderung einer Kapitalgarantie…

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Anlageberater Dr. Peterreins aus München

Als Siebzehnjähriger habe ich mich sehr für die großen Philosophen interessierte. Wie ein besessener las ich Platon, Kant, Hegel, Nietzsche und so weiter. Beinahe vernachlässigte ich dabei die Schule.

Als ich schließlich mit der Schule fertig war, war klar, dass ich mit dem Studium der Philosophie anfangen wollte. Auf der anderen Seite frage ich mich, was ich später einmal beruflich mit einem Philosophie-Studium machen würde. Eher durch Zufall habe ich mich dann dazu entschlossen, neben Philosophie auch noch Mathematik im Doppelstudium zu studieren.

Dass es mich schließlich in die Vermögensverwaltung in München verschlagen würde, war zu diesem Zeitpunkt alles andere als selbstverständlich.

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Ich habe heute einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung gelesen: „Weiß ich doch“ von dem Autor Werner Bartens. Hier ein Zitat daraus:

„In einer ersten Versuchsreihe sollten Freiwillige ihre Finanzkenntnisse einschätzen … Während in der Liste seriöse Begriffe wie Inflation und Eigenkapital auftauchten, hatten die Wissenschaftler auch drei erfundene Stichwörter … daruntergemischt. Je sicherer sich die Probanden ihrer ökonomischen Kenntnisse waren, desto öfter erklärten sie mit großem Ernst, was sich hinter den ausgedachten Termini verbarg. ‚Je mehr sich die Leute auf ihr Wissen um Finanzen einbildeten, desto eher überschätzten sie ihre Kenntnisse und waren mit ausführlichen Erklärungen für die fiktionalen Begriffe zur Hand‘, sagt Atir.“

Auch ich erlebe es immer wieder Menschen, die sich besonders viel auf ihr Finanzwissen einbilden, faktisch aber (leider) so gut wie keine Ahnung haben.

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Anlageberater Dr. Peterreins aus München

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein Vermögensverwaltungskunde seine Risikoklasse angibt. Das sind dann häufig solche Kategorien wie „A: sicherheitsorientiert“ bis „F: spekulativ“. Ein Vermögensverwalter ist verpflichtet, einen Kunden nach seiner Risikoneigung zu fragen.

Meine langjährige Erfahrung ist, dass sich die meisten dabei unwohl fühlen, sich so auf eine Risikoklasse zu fixieren. Die meisten denken eher so, dass sie einen Teil ihres Vermögens sicher als Liquiditätsreserve angelegt haben möchten, einen anderen Teil langfristig gewinnorientiert mit entsprechenden Risiken.

Dass ein Anleger also sozusagen ganz und gar einer einzigen Risiko-Kategorie zuzuordnen ist, ist deswegen schon von vornherein eigentlich unsinnig. Zumindest an der Realität vorbei.

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Wenn Anleger einen größeren Betrag anzulegen haben, gibt es immer wieder das Problem: Lege ich den Betrag in einem Schlag an oder investiere ich eine Zeitlang kleinere Tranchen?

Nehmen wir einen Anleger an, der 100.000 Euro anzulegen hat. Er möchte gerne damit in Aktienfonds (ETFs) anlegen, zögert aber noch, jetzt den gesamten Betrag anzulegen. Das Gefühl ist, dass mit Griechenland-Krise und China die Dinge noch nicht im Trockenen sind. Vielleicht, so meint er, ist es besser abzuwarten, wenn sich den Dinge beruhigt haben. Oder noch besser, den Betrag über die nächsten 10 Monate zu jeweils 10.000 Euro anzulegen.

Ist das wirklich sinnvoll?

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Vermögensverwaltung München

In diesem Weblog schreibe ich immer wieder zu Fragen der Honorierung von Finanzberatern und Vermögensverwaltungen.

Zunächst muss man sagen: Überall im Vertrieb – egal ob es um Autos, Kleidung oder Maschinen geht –  werden Provisionen gezahlt. Und nirgendwo hat man ein Problem damit, – außer in der Finanzbranche. Ist das nicht merkwürdig? Warum scheint das Provisionsmodell überall zu in Ordnung zu sein, nicht aber in der Finanzbranche? Oder anders gefragt: Möglicherweise ist es ja gar nicht das Provisionsmodell, das ursächlich für den desolaten Zustand bei der Finanzberatung und manchmal auch Vermögensverwaltung verantwortlich ist? Was ist es aber dann?

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Griechenland taumelt immer mehr in die Staatsschuldenkatastrophe. Es ist nur noch eine Frage von Tagen, bis größere griechische Banken vor dem Aus stehen. Wie es dann in Griechenland wirtschaftlich weitergehen soll, ist schwierig zu sagen. Das Chaos jedenfalls ist vorprogrammiert.

Und was machen die Aktienkurse: Aktuell steigen sie. Um immerhin mehr als +1,8%. Wer hätte so eine Entwicklung vorhergesagt? Auch wieder ein Beispiel, meine ich, wie wenig die Entwicklungen an den Börsen prognostizierbar sind.

Geldanlage sollte, so meine These, nach Möglichkeit prognoseunabhängig sein.

Tsipras und Co. haben eine dramatische Wende in der Griechenland-Staatsschuldenkrise eingeleitet. Wir können alle gespannt sein, wie es hier weitergeht. Ein Happy End – für Griechenland – scheint immer unwahrscheinlicher.

Die Börsenkurse sind am Montag (29. Juni) um etwa 3-4 % gefallen. Nicht wenige wundern sich angesichts dieser eher moderaten Verluste. So mancher hat einen veritablen Aktiencrash vorhergesagt. Der ist bislang definitiv ausgeblieben.

Ich vermute, dass viele Anleger die Bedeutung Griechenlands richtig einschätzen. Politisch ist das Ganze natürlich unschön und ein Rückschlag für Europa. Wirtschaftlich ist Griechenland hingegen ziemlich unwichtig.

Bei Griechenland geht es um Staatsschulden in Höhe von etwa über 300 Mrd Euro. Man erinnere sich, dass die Bilanzsumme von Lehman Brothers bei der Pleite ungefähr 750 Mrd Euro betrug, also mehr als doppelt so viel wie die griechischen Schulden.

Außerdem war Lehman Brothers mit der gesamten Bankenwelt stark vernetzt. Griechenland ist derzeit, was seine Staatsschulden betrifft, in erster Linie von den drei Institutionen (IWF, EZB und EU) abhängig.

Deutschlands Exporte gehen beispielsweise nur mit unter 0,5% nach Griechenland. Was die Bevölkerungsgröße betrifft, ist Griechenland ein wenig größer als Baden-Würtemberg.

Nicht wenige haben mit einem regelrechten Börsencrash gerechnet. Der ist bislang ausgeblieben. Dennoch stellt sich die Frage, wie man angesichts solcher Krisensituationen am besten sein Geld anlegt, bzw. was man im Rahmen einer Vermögensverwaltung vernünftigerweise tut?

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