Im August und September sind die Aktienkurse in den Keller gegangen. Wenn man nach dem Warum gefragt hat, dann bekam man in der Regel zur Antwort: „Die Sache mit Griechenland wird wohl doch schlimmer als befürchtet, höchstwahrscheinlich wird Griechenlands Pleite nicht zu verhindern sein – selbst mit Rettungsschirm. Und was dann kommt … das wird sicherlich dramatisch.“

Ich schätze ja an sich die Süddeutsche Zeitung, aber auch hier war in dieser Zeit ein Artikel dick überschrieben mit „Wie Lehman, nur viel schlimmer“ (oder so ähnlich; ich zitiere gerade aus dem Kopf). Dieser Artikel wagte die Meinung, dass es im Falle einer Pleite Griechenlands (die ja jetzt seit ein paar Tagen amtlich ist) alles viel schlimmer werden würde als damals in 2008 bei der Lehman-Pleite.

Naja, jetzt werden die Staatsschulden Griechenlands auf 50 % zurechtgestutzt. Die Pleite Griechenlands ist also seit ein paar Tagen keine Befürchtung mehr, sondern eine Tatsache. Und was passiert? Ist es nun, wie von so vielen, vorhergesagt, dramatisch schlimmer als im Herbst 2008?

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Gestern (14.09.11) am frühen Vromittag konnte man auf verschiedenen Börsen-Informationskanälen folgendes lesen: „Analysten rechnen für den heutigen Tag mit weiteren Kursrückgängen.“ Und tatsächlich startete der Aktienmarkt leicht im Minus. Im Laufe des Tages drehten aber die Kurse bis zu einem Plus von über 4%. 

Interessant ist hier nicht nur die krasse Fehleinschätzung dieser genannten Analysten. Viel bemerkenswerter ist, wie sehr in den Medien momentan Meldungen über zukünftige Kapitalmarktentwicklungen gemacht werden.

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Zur Zeit durchleben wir eine Krise, die immer wieder als „Euro-Krise“ bezeichnet wird. Für mich ist das ein wenig seltsam, denn wenn man sich die europäische Gemeinschaftswährung ansieht, so ist sie sowohl im Innenverhältnis  als auch im Außenverhältnis bemerkenswert stabil (mit Innenverhältnis ist die Teuerungsrate oder Inflation gemeint, mit dem Außenverhältnis der Wechselkurs zu anderen Währungen).

Genau besehen, handelt es sich ja auch nicht um eine Krise des Euro als Währung, sondern um eine europäische Staatsschuldenkrise. Seltsamerweise wird beides unversehens in einen Topf geworfen. Warum das von so vielen Leuten gemacht wird, ist mir nicht klar.

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Seit August hat sich die Lage an den Kapitalmärkten dramatisch zugespitzt. Deutsche Aktien haben innerhalb von ein paar Wochen bis zu 30% an Kursverlusten hinnehmen müssen.  Die Medien sind voller negativer Meldungen.

All dies verleitet dazu, das große Ganze aus den Augen zu verlieren, und den Blick nur auf das zu richten, was unmittelbar in den nächsten Wochen vor uns liegt. Bei der Geldanlage ist es aber wichtig, eine Perspektive einzunehmen, die in Jahren rechnet und nicht in Tagen oder Wochen.

Direkt gefährlich ist es, aufgrund der aktuellen Stimmungslage (die sich auch sehr schnell wieder ändern kann) seine mittel- oder langfristigen Ziele aus den Augen zu verlieren.

 Erinnern wir uns: Im Herbst 2008 stand das Finanzsystem kurz vor dem Zusammenbruch. Die Kurse stürzten ab. Und als die Lage völlig aussichtslos erschien, erreichten die Börsen ihre Tiefststände, um danach in gewaltigen Schritten wieder zu steigen. Nach dem Krisenjahr 2008 machte der DAX in 2009 ein Plus von 24,5% und in 2010 ein Plus von 16,5%.

 Auf das „runter“ folgt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder das „rauf“. Ja, es gibt dramatische und auch beängstigende Momente an der Börse. Es folgen aber immer wieder Phasen des Aufschwungs. Wenn man so will, ist das das Wesen des Geldanlagens.

Insofern steckt in Kostolanys „Schlaftablette“ viel Weisheit. Der Altmeister des Aktieninvestments sagte bekanntlich: „Investiere in Aktien und nimm eine Schlaftablette.“ Auf diese Weise kann man ruhig über turbulente Börsenzeiten hinwegkommen. Und genau darum geht es auch derzeit.

Die Rating-Agentur Standard & Poors (S&P) stuft US-Staatsanleihen von AAA auf AA+ herab. Und die Folge ist ein weltweiter Aktiencrash. Das Peinliche an der Sache: Inzwischen weiß man, dass sich S&P um viele Milliarden USD verrechnet hat. Dennoch ist und bleibt es erstaunlich, dass Rating-Agenturen einen so großen Einfluss haben…

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Zum Thema Gold wird derzeit beliebig viel Unsinn veröffentlicht. Umso wohltuender ist es, einmal etwas Vernünftiges zu diesem Thema zu lesen. Nikolaus Piper aht am 20. Juli in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel mit dem Titel „Metall der Angst“ geschrieben. Nachfolgend ein paar ausgewählte Zitat daraus …

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In der FAZ vom 9. Juli steht ein Beitrag des Finanzanalytikers Volker Looman aus Reutlingen: „Die Vollstreckung des Testaments ist eine große Herausforderung.“ Es geht um einen Nachlass, der aus einer Immobilie und einem Bargeldbetrag von 250.000 Euro geht. Das Haus wird auf 350.000 Euro geschätzt. Die Frage ist, wie der Testamentsvollstrecker jetzt am besten vorgehen soll, damit am Ende das Vermögen am besten angelegt ist.

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Ich lese gerade die Autobiografie von Alan Greenspan: Mein Leben für die Wirtschaft. Ab Seite 186 beschreibt Greenspan die Mexiko-Krise von 1995. Selbstverständlich gibt es Unterschiede, dennoch sind für mich die Parallelen zur aktuellen Griechenland-Krise frappierend…

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Viele Privatanleger argumentieren so: „Fonds X hat über die letzten 5 Jahre seinen Vergleichsindex geschlagen. Der Fonds-Manager hat also bewiesen, dass er sein Handwerk versteht. Also handelt es sich hier um einen empfehlenswerten Fonds.“

Ich antworte dann: „Naja, dass Fonds X über 5 Jahre so gut war, könnte auch alleine auf Glück und Zufall beruhen. Wenn Sie heute in diesen Fonds investieren, kann diese Glückssträhne vielleicht anhalgen, vielleicht aber hört sie jäh auf und schlägt in eine Pechserie um.“

Die Anleger glauben mir dann in der Regel nicht und meinen: „Dass ein Fonds fünf Mal hintereinander besser als sein Vergleichsindex ist, das wäre ja so, als würde man beim Münzwurf fünf Mal hintereinander ‚Zahl‘ werfen. Und dafür liegt die Wahrscheinlichkeit bei 3,1%, also verschwindend gering. Dass der Fonds X also nur aufgrund von Glück und Zufall fünf Mal hintereinander so gut war, dafür ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr niedrig.“

Tatsächlich liegt hier ein Denkfehler. Auch eine neuere Studie eines Finanzwissenschaftlers, Dirk Nitsche, kam zu dem Ergebnis: Gute Renditen bei Investmentfonds haben mehr mit Glück und Zufall zu tun, als man glaubt.

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Klaus Regling ist der Chef des Euro-Rettungsfonds. Am 31. März wurde ein Interview von ihm in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Hieraus ein paar Zitate:

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