Anfang 2012 war die große Mehrheit der Anleger sehr pessimistisch für die weitere Entwick-lung an den Kapitalmärkten. Die europäische Staatsschuldenkrise schien noch alles andere als ausgestanden. Umso überraschter waren dann alle, als die Aktienkurse von Januar bis März 2012 zu explodieren schienen.
Im zweiten Quartal erlebten wir aber wieder einen dramatischen Kursrückgang. Innerhalb von zwei Monaten verlor beispielsweise der EuroStoxx 50 über 20 %. Man fühlte sich an die schon vergangen geglaubte Krise erinnert…

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Seit einiger Zeit gibt es Leute, die mittels Computerptrogrammen in rasant schnellem Tempo Aktien kaufen und verkaufen. Man nennt das „Hochfrequenzhandel“. Und seit es den Hochfrequenzhandel gibt, wird geargwöhnt, dass er Börsenturbulenzen verstärkt. Klar ist, dass vielen diese Art des Tradings unheimlich ist. Und was einem unheimlich ist und man schlecht versteht, wird umgehens für alles mögliche Schlechte verantwortlich gemacht. Auch in den Zeitungen wurde oft genug negativ über den Hochfrequenzhandel geschrieben.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich all diese Aufregung über diese neue Form des Handels nicht nachvollziehen konnte ..

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In der Süddeutschen Zeitung vom 29./30.12.2012 habe ich gelesen (S. 29):

„Ute und Michael P. hatten sich die Sache vermeintlich gut überlegt. Das Ehepaar wollte Geld anlegen und fürs Alter vorsorgen. Und weil überall die Rede davon war, dass Immobilien doch so eine schlaue Investition wären, haben sie zugeschlagen: zwei Zimmer, denkmalgeschützter Altbau, saniert, 230.000 Eruo Kaufpreis. Nicht schlecht für eine Wohnung in Bayern. Der Status als denkmalgeschütztes Objekt sollte zusätzliche Steuervorteile bringen, so versprach es der Bauträger. Und die Mieteinnahmen sollten langfristig das Haushaltseinkommen … aufbessern.

Klingt super? War es aber nicht.

… Kurzum, es war ein ziemliches Desaster …“

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In DER WELT vom 15. Dezember (Seite 17) stand ein Artikel mit der Überschrift „Macht der Schwarm Experten obsolet?“ Untertitel: „Kaum ein Stratege hat die DAX-Rallye in diesem Jahr voraussgesagt. Höchste Zeit, die Intelligenz der Masse anzuzapfen.“

Der Autor des Artikels weist darauf hin, dass die meisten Analysten mit ihren Prognosen für den Verlauf der Kapitalmärkte in 2002 (wieder einmal) größtenteils komplett daneben lagen. Die wenigsten sagten vor einem Jahr voraus, dass 2012 ein gutes Börsenjahr werden würde. Die Frage ist natürlich, welche Konsequenz man aus diesem ständigen Versagen der Finanz-Auguren ziehen kann?

Der Autor des WELT-Artikels zieht die Konsequenz, es bei der Jahresprognose fürs Jahr 2013 diesmal nicht nur mit sogenannten Experten zu versuchen, sondern mit der breiten Masse:

„Wenn die Bankenprofis keinen Mehrwert mehr für Investoren liefern, ist möglicherweise die Masse intelligenter. Die relativ junge … Disziplin der ‚Behavioral Finance‘ setzt darauf, dass das geballte Wissen einer Ansammlung von Akteuren die Marktentwicklung besser vorhersagt… Die WELT wird daher in diesem Jahr das soziale Netzwerk Twitter bei den Prognosen für das kommende Jahr mit zurate ziehen …“

Ich glaube nicht, dass durch die angebliche „Intelligenz der Masse“ bessere Vorhersagen möglich werden. Ich halte diesen Gedanken für geradezu absurd …

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Für den 21.12.2012 war ja der Weltuntergang vorhergesagt. Eingetroffen ist diese Prophezeiung – wieder einmal – nicht. Interessant aber, dass ich vor etwa drei Jahren Leute kennengelernt haben, die tatsächlichbei  ihren Anlageentscheidungen den prophezeiten Weltuntergang Ende 2012 berücksichtigten. Damals steckten wir ja noch bis über beide Ohren in der Finanzkrise. Und die genannten Leute meinten, dass diese Finanzkrise bereits der Vorbote des drohenden Endes sei…

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Vor ein paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Privatanleger. Er war stolz darauf, dass er sein Geld mit 8% p.a. angelegt hat. Und zwar in eine Anleihe, die von einem Unternehmen begeben worden ist und das, wie er meinte, ganz solide Geschäft betreiben würde. Diese Geldanlage hält er für sehr gut. Solide einerseits, gute Rendite andererseits. Er hält sie für so gut, dass er fast sein ganzes Vermögen so angelegt hat. Wo sonst bekommt man schon heutzutage – scheinbar sicher – 8% Rendite pro Jahr?

So ähnlich werden wohl auch die vielen Anleger gedacht haben, die ihr Geld bei dem Düsseldofer Immobilienunternehmen WGF angelegt haben …

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In der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung (18./19.08.) lautete die Schlagzeile auf der ersten Seite: „EU wappnet sich gegen den Euro-Crash“.

Ich habe ständig mit verängstigten Anlegern zu tun. Sie befürchten, dass Ihr Geld von einem Tag auf den anderen wertlos wird. Heute 10.000 Euro auf dem Konto, für die man sich alles Mögliche kaufen könnte – morgen schon urplötzlich: schwupps weg. Alles wertlos. Eben ein Euro-Crash.

Wenn man in die Medienlandschaft schaut, so ist es absolut verständlich, dass viele Menschen genau diese Ängste vor einer dramatischen Geldentwertung haben. Wenn schon die seriöse Süddeutsche Zeitung in einer Schlagzeile von einem drohenden „Euro-Crash“ spricht. Das Traurige ist nur, dass das offenbar mehr mit Sensationsmache als mit korrektem, seriösen Journalismus zu tun hat. Die Medien schüren derzeit Ängste in einer Weise, die schon fast unverantwortlich ist.

Aber sehen wir uns den SZ-Artikel, geschrieben von Claus Hulverscheidt, näher an …

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Captura Inhaberschuldverschreibung Serie 45Ein Kunde hat mich die Tage angesprochen. Ein „unabhängiger“ Anlageberater hätte ihm die Inhaberschuldverschreibung der Captura GmbH angeboten. Und zwar mit den Worten, dass das eine „Alternative zu Festgeld“ sei. Die Zeichnungsfrist würde noch bis zum 3. April 2012 laufen. Immerhin verspricht diese Inhaberschuldverschreibung eine Rendite von 7,65 % p.a. bei einer Laufzeit von 180 Tagen.

Hier der Link zu den „Endgültigen Angebotsbedingungen der Captura-Inhaberschuldverschreibung“ vom 29. Februar 2012 (bzw. hier: endgueltige-angebotsbedingungen-der-serie-45b).

Die kurze Laufzeit von einem halben Jahr erinnert wirklich an Festgeld. Auf der anderen Seite war mein Kunde stark verunsichert, was von diesem Angebot zu halten sei.

Der Berater behauptete zudem, dass beim Erwerb dieser Anleihe keinerlei Kosten entstehen würden.

Aber sehen wir uns die Sache einmal genauer an …

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Vor vier Jahren hat mich ein Kunde, Herr A,  angesprochen. Herr A wollte seine Kapitallebensversicherung kündigen und war enttäuscht, dass dieVersicherungsgesellschaft ihm nur etwa 12.000 Euro ausbezahlen wollte. Eingezahlt hatte er mehr. Von diesem Angebot enttäuscht machte er sich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten, seinen Versicherungsvertrag zu versilbern. Schließlich stieß er auf ein sogenanntes Zweitmarkt-Angebot:

Eine X-GmbH machte Herrn A das Angebot, ihm die Kapitallebensversicherung für insgesamt 20.000 Euro abzukaufen. Der Haken war nur, dass dieser Gesamtbetrag nicht mit einem Schlag fällig wäre, sondern zunächst nur 6.000 Euro. Den Rest würde die GmbH ihm über zehn Jahre hinweg in Monatsraten auszahlen. Diese Monatsraten begannen mit 50 Euro pro Monat und erhöhten sich nach und nach.

Herr A. fragte mich, was ich von diesem Angebot halten würde…

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Ich erlebe es immer wieder, dass Anleger nicht verstehen, was mit der Garantieverzinsung bei Lebensversicherungen, Rentenversicherungen und Rürup-Verträgen gemeint ist. Naheliegend ist ja, den Garantiezins auf die eingezahlten Einlagen des Kunden zu beziehen. So wie man ja auch bei einem Tagesgeldkonto, sagen wir, 2% auf die eingebrachten Einlagen erhält. Naja, und wenn man beispielsweise 10.000 Euro einzahlt, dann hat man eben nach einem Jahr 10.200 Euro.

Diese simple Logik gilt aber nicht bei Versicherungsprodukten. Was dann natürlich zu Verwirrung führt. Denn hier wird von den Einlagen noch alles Mögliche abgezogen, beispielsweise Provisionen, Risikoanteil und andere Kosten, so dass am Ende ein sogenannter Sparanteil übrigbleibt. Werden zum Beispiel 100 Euro in eine Lebensversicherung eingezahlt, so kann es sein, dass der Sparanteil nur 80 Euro beträgt.

Und nur auf diesen Sparanteil bezieht sich der Garantziezins des Versicherungsproduktes….

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