Ich bin gerade fast fertig mit dem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahnemann. Ich werde sicherlich die nächsten Wochen immer wieder dieses sehr lesenswerte Buch zitieren. Kahnemann schreibt viel zu Themen, die mit Geldanlage zu tun haben. Ein Grundtenor ist, dass viele Finanzexperten glauben, eine Expertise zu haben, die Sie laut Kahnemann faktisch nicht haben. Viele Anlageprofis vertrauen mit viel Selbstbewusstsein ihrer eigenen Intuition, das aber mit einer Trefferquote, die  ziemlich genau dem Zufall entspricht …

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Viele Menschen meinen, dass der sogenannte Hochfrequenzhandel sehr schlecht sei. Manche behaupten sogar, er sei einer der Gründe für die jüngste Finanzkrise. Daher ja auch die Idee der Finanztransaktionssteuer. Nach dem Motto: Verteuern wir die Transaktionen, dann lohnt sich das schnelle Trading nicht mehr.

Ich wundere mich ein wenig über solche Argumente.

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Ein verunsicherter Kunde hat mich letztens auf die Namens-Genussrechte der Prosavus AG angesprochen. Laut dem Verkaufsprospekt vom Prosavus Namens-GenussrechteApril 2013 emittiert die Prosavus AG sogenannte Namens-Genussrechte in fünf Tranchen:

  • Tranche „Ertrag 5+“ (ohne Agio)
  • Tranche „Wachstum 7+“ (ohne Agio)
  • Tranche „Ansparplan 7+“ (5% des Nennbetrags als Agio)
  • Tranche „Ansparplan 12+“ (4% des Nennbetrags als Agio)
  • Tranche „Ansparplan 18+“ (3% des Nennbetrags als Agio)

Der Kunde, der mich auf die Namens-Genussrechte der Prosavus AG aufmerksam machte, interessierte sich vor allem für die Tranche „Ertrag 5+“. Daher beschäftige ich mich im Folgenden nur mit dieser Tranche.

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Es gibt ja den Börsenspruch „Sell in May and go away“. Zu Deutsch: „Verkaufe im Mai und gehe weg (von der Börse)“.  Wer sich dieses Jahr an diese angebliche Weisheit gehalten hat, dürfte sich ärgern. Denn seit Anfang Mai bis heute ist der DAX um fast 5% gestiegen.

Was hat es nun mit dieser vermeintlichen Börsenweisheit auf sich?

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Hochzinsanleihen (High Yields) bringe hohe Renditen, sind aber riskantMit Hochzinsanleihen (auch „High Yields“ genannt) konnte man im vergangenen Jahr bis zu 20 % Rendite erzielen. Und gerade in der derzeitigen Niedrigzinsphase erscheinen Hochzinsanleihen vielen Anlegern attraktiv.  Über alle Laufzeiten hinweg haben europäische High Yields im Durchschnitt eine Restlaufzeitrendite von etwa 5,75 %.

Wenn man da an die mageren Tagesgeldzinsen denkt …

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Am letzten Freitag (3. Mai) hat der DAX die Marke von 8100 übersprungen. So hoch stand dieser deutsche Börsenindex noch nie.

Die Analysten und Journalisten sind auch schnell zur Stelle, für dieses Ereignis Gründe zu benennen. Beispielsweise der überraschend positive amerikanische Arbeitsmarktbericht für den April. Als weiterer Grund für den fulminanten Kursanstieg wird die Geldpolitik der EZB genannt. Immerhin hatte die EZB die Leitzinsen weiter gesenkt.

Mag sein, dass diese Erklärungen stimmen. Letztlich bin ich aber skeptisch, ob solches Benennen von Gründen überhaupt weiterführt. Im Nachhinein lassen sich immer leicht plausible Gründe finden. Und wir Menschen haben das starke Bedürfnis, zu allem was geschieht eine Erklärung zu bekommen. Sei sie nun zutreffend oder nicht.

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Finanztransaktionssteuer kostet und macht Crashes wahrscheinlicher

Finanztransaktionssteuer

Es scheint nun wohl beschlossene Sache zu sein, dass einige Euro-Länder die Finanztransaktionssteuer einführen. Ab Januar 2014 will der Staat bei jedem Wertpapierkauf oder -verkauf 0,1 Prozent des Handelsvolumens kassieren. Bei Optionen 0,01 Prozent des sogenannten Underlying-Volume.  Siehe auch FAZ-Artikel.

Ich persönlich halte diese Steuer für eine blanke Katastrophe. Es mag zunächst recht wenig klingen: 0,1 % vom Handelsvolumen. Wenn man aber bedenkt, dass manche Abwicklungsbank weniger verlangt, dann sieht das schon anders aus. Das wäre in etwa so, als würde die Umsatzsteuer auf Waren mehr als 100% betragen.

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Nach Zypern kann man jetzt immer wieder hören oder lesen: „Jetzt haben wir es: Unsere Euro-Einlagen sind doch nicht sicher. Wenn es hart auf hart kommt, wird uns Sparern eine staatliche Einlagensicherung gar nichts nützen …“

Ja, irgendwie lieben die Leute derzeit Horrormeldungen über den Euro. Die einen, weil sie insgesamt vor allem mit schlechten Nachrichten Geld verdienen (die Medien). Die anderen, weil sie so besser ihre überteuerten sogenannten Sachwert-Anlagen verkaufen können (viele sog. Anlage- oder Finanzberater). Man sollte eines nicht übersehen: Die Euro-Angst bedeutet für viele ein Riesengeschäft. Und auf der Strecke werden, wie so oft, wieder die Anleger bleiben. Bis sie aufwachen und feststellen: „So schlimm ist es ja jetzt mit dem Euro doch nicht gekommen. Aber das, womit ich mein Geld retten wollte, das ist gerade paradoxerweise stark im Minus.“

Ein Wort zur Zypern-Krise: Deutschland ist nicht Zypern. Ganz einfach und offensichtlich. Mehr muss man eigentlich nicht sagen.

Mit bezug auf die staatlichen Einlagensicherung will ich mit einer Analogie antworten. Und zwar mit einer funktionierenden Polizei. Denn der Staat garantiert uns (wenn man so will) ja auch, dass uns die Polizei vor Anarchie und Chaos beschützt.

Und dennoch ist dieser Schutz natürlich nicht 100%ig. Denn wenn beispielsweise eine Atombombe auf Deutschland fällt, dann wird es wahrscheinlich mit einem funktionierenden Polizeischutz nicht mehr so weit her sein.

Was ist aber die Konsequenz daraus? Müssen wir uns deswegen heute barrikadieren oder sollten wir uns deswegen Waffen in den Keller legen für den Fall, dass die Polizei mal nicht mehr funktionieren sollte und Chaos und Anarchie droht? Jetzt könnte man sagen, dass es ja zumindest nicht schaden kann, sich auch auf einen solchen Extremfall vorzubereiten.

Das stimmt aber nicht. Denn selbstverständlich kostet eine solche Vorbereitung etwas:

  • es kostet Geld und Zeit,
  • es kann aber auch so etwas wie psychische Gesundheit kosten,
  • und es kann sein, dass jemand normale Lebensziele aus den Augen verliert, weil ihn so sehr Angst vor diesem Extremfall aufzehrt.

Und wenn man jemanden spricht, der sich Lebensmittelreserven für diesen Extremfall anlegt, der sich Waffen besorgt, etc. dann kann er einem auch entgegnen: „Schau doch in den Sudan oder nach Mali, dort ist auch die staatliche Ordnung zusammengebrochen. Es ist also mehr als möglich, dass so etwas auch hier in Deutschland passiert.“ Aber auch hier: Mali ist nicht Deutschland.

Nachfolgende Fragestellung wurde mir zugesendet:

Sehr geehrter Hr. Peterreins, vermieten oder verkaufen?

Eine mir gut gekannte 88-jährige Dame muss aus ihrer Wohnung aus- und ins Pflegeheim ziehen und dazu benötigt zusätzlich ca. 1000
EUR im Monat, die Sie durch Mieteinahme erzielen möchte. Sie zahlt keine Steuern.

Vermieten oder verkaufen der Eigentumswohnung?

Mit welcher Anlagesumme ließe sich eine Rendite von 12000 EUR p.A. vor Steuern bei Kapitalerhalt erzielen?“

Im Rahmen meiner Tätigkeit in der Vermögensverwaltung und als Finanzberater bin ich immer wieder mit solchen Fragestellungen konfrontiert. Nachfolgend meine Antwort. Weiterlesen

Ich lese gerade den Finanztest, Ausgabe März 2013. Dort steht auf Seite 48 ein Artikel über den japanischen Aktienmarkt: „Unerwartete Blüte“. Untertigel: „Mitten im Winter blüht die japanische Börse regelrecht auf. Doch Anleger in Deutschland profitieren davon bisher kaum.“

Im Finanztest-Artikel wird darauf hingewiesen, dass Anleger, die  in Japan investiert haben, schon einige Durststrecken durchlegen mussten. Insgesamt zeigt sich der Finanztest auch skeptisch, ob sich die jüngste japanische Kursralley fortsetzen wird. Dennoch, denke ich, kann man aus dem Ganzen ein paar interessante Erkenntnisse gewinnen …

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