Ein Kunde hat mich auf einen Artikel aus der Wirtschaftswoche vom 27.01.2014 aufmerksam gemacht. Titel: „Es steht im Prospekt“ (Autor: Kunkel). Darin heißt es:

„Eine monströse Anlegerschutz-Bürokratie hat Prokon Sparer in die Arme getrieben …“

Das ist deswegen so interessant, weil immer im Falle solcher Finanzdesaster reflexartig nach mehr Anlegerschutz geschrien wird. Die traurige Wahrheit ist: Einen perfekten Anlegerschutz kann es überhaupt nicht geben. Das ist eine Illusion. Paradoxerweise ist es inzwischen umgekehrt. Der unglaublich bürokratische Anlegerschutz, den wir aktuell haben, und den Politiker immer noch umfangreicher gestalten wollen, ist mitverantwortlich für Anlagekatastrophen wie Prokon.

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Im Zusammenhang mit dem Prokon-Desaster wird ja aktuell diskutiert, dass der Staat bestimmte riskante Anlagen verbietet. Das klingt ja zunächst vernünftig.

Immer wieder werden am Kapitalmarkt Anlageformen angeboten, bei denen hohe Renditen versprochen werden. Dadurch angelockt, investieren viele Anleger. Am Ende stellt sich aber heraus, dass die hohen Renditeversprechen einhergingen mit mindestens ebenso hohen Verlustrisiken, und die Anleger stehen vor einem Scherbenhaufen.

Wäre es da nicht sinnvoll, wenn eine staatliche Behörde schon im Vorfeld überprüft, wie solide bzw. wie windig eine bestimmte Anlageform ist? Und wäre es da nicht eine gute Form des Anlegerschutzes, gegebenenfalls zweifelhafte Anlageangebote zu verbieten?

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Im Zusammenhang mit Prokon steht heute (20.01.2014) ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 15. Titel: „Angst und Wut“ von Markus Balser. Der Beitrag endet wie folgt:

„Die Politik muss den Grauen Markt endlich austrocknen. Sonst ist es nur eine Frage der zeit, bis die nächste windige Firma die Massen verführt.“

Jeder, der mein Blog kennt, weiß, dass ich immer wieder vor bestimmten geschlossenen Fonds warne. Auch vor dem Geschäftsgebaren von Infinus, Future Business, Prosavus und Konsorten habe ich auf diesem Weblog schon frühzeitig gewarnt (jedenfalls einige Zeit bevor die Staatsanwaltschaft zu Verhaftungen schritt). Dennoch kann ich es nicht unterschreiben, den gesamten Grauen Kapitalmarkt verbieten zu wollen.

Man kann doch auch nicht fordern, sagen wir mal, dass man alle Restaurants verbieten soll, mit der Begründung, dass hier schon mal Gäste aufgrund mangelnder Hygiene zu Schaden gekommen sind. Oder dass man Zeitungen generell verbieten soll, weil hier hin und wieder gravierende Falschmeldungen veröffentlicht werden. Oder Ärzte verbieten, weil es hin und wieder Ärztefehler gibt.

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Ich erlebe es immer wieder, dass sich Anleger eine Anlageform wünschen, die erstens gute Erträge bringt und zweitens mit dem Gewissen vereinbar sind. Man will schließlich mit seinem Geld nicht solche Unternehmern unterstützen, die Dinge tun, die man selbst für unverantwortlich hält.

Der Windanlagenbauer Prokon schien hier für viele Anleger eine attraktive Alternative zu sein. Hoher Renditeversprechen waren gekoppelt mit umweltverträglicher Energiegewinnung. Auf diese Weise hat Prokon fast 1,4 Milliarden Euro von zehntausenden Anlegern eingesammelt. Und das, obwohl Verbraucherschützer schon seit Jahren vor Prokon warnen.

Möglicherweise werden die Pessimisten jetzt recht behalten. Denn seit dem Wochenende ist die Liquiditätslage des Ökostrom-Finanzierers so angeschlagen, dass vielleicht die Insolvenz droht.

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Das Börsenjahr 2013 war sehr positiv. Einen starken Anstieg erlebten wir vor allem im Mai, der allerdings mit einer unruhigen Börse im Juni gefolgt wurde. In 2013 sorgten vor allem zwei Dinge für Verunsicherung: erstens der schwelende US-Haushaltsstreit und zweitens die Frage, ob die europäische Staatsschuldenkrise tatsächlich überwunden ist oder nicht.

Seit Juli ging es an den Aktienmärkten im Wesentlichen nur noch nach oben, mit einer kleinen Delle nach unten Anfang Dezember.

Die Zeit um den Jahreswechsel ist traditionell die Zeit der Börsenausblicke und Prognosen. Ich bin ja sehr vorsichtig, was Prognosen betrifft. Meine langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass es doch immer wieder anders kommt als gedacht.

Wie jedes Jahr gibt es auch jetzt Experten, die eher pessimistisch in die Zukunft schauen, und solche, die eher optimistisch sind. Wer von beiden Recht hat, werden wir in einem Jahr wissen.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle drei Gründe für einen positiven Börsenausblick geben.

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In den letzten Monaten hat sich die Situation an den Kapitalmärkten deutlich entspannt. Die Finanzkrise scheint vorüber zu sein. Jedenfalls haben die Aktienkurse eine Höchstmarke nach den anderen überwunden.

Dennoch glauben viele Privatanleger noch nicht an das Ende der Krise. Manche meinen sogar, dass die eigentliche Katastrophe noch bevorsteht. Ich hingegen verweise gerne darauf, dass dergleichen Katastrophenängste Anlegern schon sehr viel Geld gekostet hat, und dass es besser ist, sich davon nicht anstecken zu lassen.

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Jeder der mein Weblog verfolgt, weiß, dass ich ein Anhänger von Indexfonds (ETFs) bin. Dennoch bin ich offen für Kritik. Nachfolgend ein Beitrag von Tom Brankamp aus Düsseldorf:

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Am 21. Oktober (also vor der Großrazzia bei Infinus) hatte ich einen Beitrag geschrieben: „Nicht jeder Honorarberater ist wirklich unabhängig„. Darin schilderte ich, wie ein Kunde zu einem Honorarberater kam, der sich als „unabhängig“ und „neutral“ ausgab. Der Kunde war etwas überrascht, als er den Anlagevorschlag dieses Honorarberaters sah. Die Hälfte seines Vermögens empfahl er nämlich zu investieren in:

  1. Orderschuldverschreibungen der Future Business KGaA
  2. Namensschuldverschreibungen der Prosavus AG
  3. Orderschuldverschreibungen der ecoConsort AG.

Ein solcher Anlagevorschlag ist schon deswegen erstaunlich, weil diese drei Firmen eng miteinander verknüpft sind. Die Wahrscheinlichkeit hatte ich damals als hoch bewertet, dass, wenn die eine Firma zahlungsunfähig ist, die anderen Firmen auch insolvent sein werden.

Dem gegenüber behauptete der angeblich unabhängige Honorarberater, durch seinen Anlagevorschlag für eine außergewöhnlich gute Diversifikation gesorgt zu haben.

Nun wurde dieser Berater von der Wirklichkeit eingeholt. Laut einem Beitrag von DNN online ist jetzt neben der Future Business KGaA auch die Prosavus AG zahlungsunfähig: Siehe „Infinus: Gericht ordnet vorläufige Zahlungsunfähigkeit für Future Business und Prosavus an„.

Übrigens war der besagte Honorarberater gar nicht unabhängig, denn er war im entsprechenden BAFin-Register als gebundener Agent der Infinus AG gelistet.

Dieses Wochenende habe ich einen Beitrag von Volker Looman (Bremen) in der FAZ gelesen. Titel: „Die frühe Immobilie auf Pump ist ein Pulverfass“. Angesichts der guten Preisentwicklung mit deutschen Immobilien, denkt so mancher junge Mensch drüber nach, sich früh eine eigene Immobilie anzuschaffen. Volker Looman rechnet einen solchen Immobilienkauf durch und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis:

„Es gibt Sparer, die zum Teil abenteuerliche Wege einschlagen, um in kurzer Zeit viel Geld auf die Seite zu bringen. Einer dieser Wege, besser gesagt Irrwege, ist der Versuch, in jungen Jahren mit wenig Geld eine kleine Immobilie auf Pump zu kaufen, in diesem Objekt eine Zeitlang zu leben und die Wohnung zu gegebener Zeit, wenn der richtige Lebenspartner gefunden ist und Kinder auf der Welt sind, in ein Haus umzutauschen.“

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Am Dienstag, 6. November 2013, fand in Dresden eine Großrazzia statt. Mehr als 400 Beamten waren im Einsatz (siehe z.B. Beitrag im Manager Magazin online). Der Verdacht ist, dass die Infinus AG und verbundene Unternehmen möglicherweise 25.000 Anleger betrogen haben. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf mindestens 400 Mio Euro. Sechs Personen wurden bereits verhaftet.

Zu dem Firmennetzwerk um Infinus gehörten unter anderem: Future Business KGaA, proSavus AG, ecoConsort AG.

Anleger die Geld in Finanzinstrumente dieser Firmen investiert haben, müssen nun mit dem Schlimmsten rechnen.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass man sich vor einer voreiligen Vorverurteilung hüten sollte. Zunächst geht es nur um den Verdacht auf Betrug, ob es das tatsächlich war, muss erst noch klar belegt werden.

Auf der anderen Seite gibt es schon seit langem Warnhinweise, unter anderem auf diesem Weblog …

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