Chart Jahresbewertung 2014

Das Börsenjahr 2014 war wieder einmal sehr bewegt. Und wieder einmal passierte einiges, was kein Experte vorhergesehen hat. Hier ist vorneweg die Entwicklung des Ölpreises zu nennen. Bis Mitte des Jahres stieg der Ölpreis um 8%, um sich anschließend bis zum Jahresende zu halbieren. 50% Kursverfall beim Rohöl! Das ist schon erheblich.

Die Frage ist, wie man das einzuordnen hat.

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Fast jeder Anleger, mit dem ich rede, beschwert sich darüber, dass die Zinsen derzeit so tief sind. Nach Abzug der Inflation, so die Rechnung, ist Tagesgeld sogar ein Verlustgeschäft. Man könnte sogar noch den Steuerabzug mit berücksichtigen, dann sieht das Ganze noch schlechter aus.

Jetzt habe ich heute einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung gelesen. Dort ging es um eine Studie der EZB, wonach seit vielen Jahrzehnten die Nominalzinsen in etwa der Hälfte der Fälle niedriger als die Inflationsrate ist. Beispielsweise fast die gesamten 1970er Jahr hindurch, dann aber auch eine Zeitlang während der 1990er Jahre.

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Ein Anleger hat mich auf quirion aufmerksam gemacht. Quirion ist eine Marke der quirin bank AG. Im Internet schreibt quirion über sich, die „erste Anlageplattform für Online-Vermögensverwaltung“ zu sein. Quirion würde ein professionelles Depotmanagement gegen Honorar anbieten.

Was mir gefällt, ist, dass quirion seine Finanzdienstleistung offenbar zu sehr günstigen Konditionen anbietet. Das finde ich lobenswert. Dann habe ich mir den Videoclip angeschaut, den quirion auf seine Homepage gestellt hat, und hier störe ich mich an ein paar Dingen…

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Es gibt ja Indexfonds auf Agrarrohstoffe. Auf diese Weise können Anleger an der Wertentwicklung von solchen Dingen wie Weizen, Soja, Mais, Schweinehälften etc. partizipieren. Da es sich hier weder um Aktien noch um Anleihen handelt, handelt es sich hier um eine eigene Anlageklasse und bietet sich insofern als Diversifikation zu einem üblichen Wertpapier-Portfolio an.

Auf der anderen Seite kommt es immer wieder zu Kritik an Agrar-Indexfonds. Hans-Heinrich Bass behauptet in einer Studie über Welthungerhilfe, dass solche Fonds dem Terminmarkt Liquidität entziehen würden. Der Ökonom Heiner Flassbeck meint sogar, dass Agrar-Indexfonds Hungerkrisen verursachen würden.

Auch in den Medien wird hin und wieder die „Agrar-Spekulation“ angeprangert.

In diesem Zusammenhang ist ein Beitrag von Thomas Gauben und Ingo Pies in der Süddeutschen Zeitung vom 6. Mai 2013 interessant: SZ-Artikel: Kampagnen gegen Fonds führen in die Irre. Thomas Gauben ist Direktor des Leibniz-Forschungsinstituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa. Ingo Pies hat den Lehrstuhl für Wirtschaftsethik n der marin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Beide Wissenschaftler kommen in ihrer Studie zu dem Ergebnis: „Sowohl theoretisch als auch empirisch spricht für – aber sehr viel gegen – die Befürchtung, dass Indexfonds das Niveau oder die Volatilität … der Preise für Agrarrohstoffe erhöht haben.“

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Ein Kunde hat mich auf einen Artikel aus der Wirtschaftswoche vom 27.01.2014 aufmerksam gemacht. Titel: „Es steht im Prospekt“ (Autor: Kunkel). Darin heißt es:

„Eine monströse Anlegerschutz-Bürokratie hat Prokon Sparer in die Arme getrieben …“

Das ist deswegen so interessant, weil immer im Falle solcher Finanzdesaster reflexartig nach mehr Anlegerschutz geschrien wird. Die traurige Wahrheit ist: Einen perfekten Anlegerschutz kann es überhaupt nicht geben. Das ist eine Illusion. Paradoxerweise ist es inzwischen umgekehrt. Der unglaublich bürokratische Anlegerschutz, den wir aktuell haben, und den Politiker immer noch umfangreicher gestalten wollen, ist mitverantwortlich für Anlagekatastrophen wie Prokon.

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Im Zusammenhang mit dem Prokon-Desaster wird ja aktuell diskutiert, dass der Staat bestimmte riskante Anlagen verbietet. Das klingt ja zunächst vernünftig.

Immer wieder werden am Kapitalmarkt Anlageformen angeboten, bei denen hohe Renditen versprochen werden. Dadurch angelockt, investieren viele Anleger. Am Ende stellt sich aber heraus, dass die hohen Renditeversprechen einhergingen mit mindestens ebenso hohen Verlustrisiken, und die Anleger stehen vor einem Scherbenhaufen.

Wäre es da nicht sinnvoll, wenn eine staatliche Behörde schon im Vorfeld überprüft, wie solide bzw. wie windig eine bestimmte Anlageform ist? Und wäre es da nicht eine gute Form des Anlegerschutzes, gegebenenfalls zweifelhafte Anlageangebote zu verbieten?

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Im Zusammenhang mit Prokon steht heute (20.01.2014) ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 15. Titel: „Angst und Wut“ von Markus Balser. Der Beitrag endet wie folgt:

„Die Politik muss den Grauen Markt endlich austrocknen. Sonst ist es nur eine Frage der zeit, bis die nächste windige Firma die Massen verführt.“

Jeder, der mein Blog kennt, weiß, dass ich immer wieder vor bestimmten geschlossenen Fonds warne. Auch vor dem Geschäftsgebaren von Infinus, Future Business, Prosavus und Konsorten habe ich auf diesem Weblog schon frühzeitig gewarnt (jedenfalls einige Zeit bevor die Staatsanwaltschaft zu Verhaftungen schritt). Dennoch kann ich es nicht unterschreiben, den gesamten Grauen Kapitalmarkt verbieten zu wollen.

Man kann doch auch nicht fordern, sagen wir mal, dass man alle Restaurants verbieten soll, mit der Begründung, dass hier schon mal Gäste aufgrund mangelnder Hygiene zu Schaden gekommen sind. Oder dass man Zeitungen generell verbieten soll, weil hier hin und wieder gravierende Falschmeldungen veröffentlicht werden. Oder Ärzte verbieten, weil es hin und wieder Ärztefehler gibt.

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Ich erlebe es immer wieder, dass sich Anleger eine Anlageform wünschen, die erstens gute Erträge bringt und zweitens mit dem Gewissen vereinbar sind. Man will schließlich mit seinem Geld nicht solche Unternehmern unterstützen, die Dinge tun, die man selbst für unverantwortlich hält.

Der Windanlagenbauer Prokon schien hier für viele Anleger eine attraktive Alternative zu sein. Hoher Renditeversprechen waren gekoppelt mit umweltverträglicher Energiegewinnung. Auf diese Weise hat Prokon fast 1,4 Milliarden Euro von zehntausenden Anlegern eingesammelt. Und das, obwohl Verbraucherschützer schon seit Jahren vor Prokon warnen.

Möglicherweise werden die Pessimisten jetzt recht behalten. Denn seit dem Wochenende ist die Liquiditätslage des Ökostrom-Finanzierers so angeschlagen, dass vielleicht die Insolvenz droht.

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Das Börsenjahr 2013 war sehr positiv. Einen starken Anstieg erlebten wir vor allem im Mai, der allerdings mit einer unruhigen Börse im Juni gefolgt wurde. In 2013 sorgten vor allem zwei Dinge für Verunsicherung: erstens der schwelende US-Haushaltsstreit und zweitens die Frage, ob die europäische Staatsschuldenkrise tatsächlich überwunden ist oder nicht.

Seit Juli ging es an den Aktienmärkten im Wesentlichen nur noch nach oben, mit einer kleinen Delle nach unten Anfang Dezember.

Die Zeit um den Jahreswechsel ist traditionell die Zeit der Börsenausblicke und Prognosen. Ich bin ja sehr vorsichtig, was Prognosen betrifft. Meine langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass es doch immer wieder anders kommt als gedacht.

Wie jedes Jahr gibt es auch jetzt Experten, die eher pessimistisch in die Zukunft schauen, und solche, die eher optimistisch sind. Wer von beiden Recht hat, werden wir in einem Jahr wissen.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle drei Gründe für einen positiven Börsenausblick geben.

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In den letzten Monaten hat sich die Situation an den Kapitalmärkten deutlich entspannt. Die Finanzkrise scheint vorüber zu sein. Jedenfalls haben die Aktienkurse eine Höchstmarke nach den anderen überwunden.

Dennoch glauben viele Privatanleger noch nicht an das Ende der Krise. Manche meinen sogar, dass die eigentliche Katastrophe noch bevorsteht. Ich hingegen verweise gerne darauf, dass dergleichen Katastrophenängste Anlegern schon sehr viel Geld gekostet hat, und dass es besser ist, sich davon nicht anstecken zu lassen.

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