Meiner Auffassung nach ist es ein Fehler, bei der Geldanlage ausschließlich auf Aktien bzw. Aktienfonds (oder natürlich Aktien-ETFs) zu setzen. Man erhält so ein nicht wirklich optimal strukturiertes Wertpapier-Portfolio. Und zwar optimal im Sinne eines guten Risiko-Rendite-Verhältnisses.

Viele Anleger verstehen nicht, wie wichtig eben dieses Risiko-Rendite-Verhältnis ist. Fast immer wird alleine auf die Rendite gesehen. Vergleicht ein Privatanleger zwei Fonds, dann geht es fast immer darum, welcher der beiden in einem bestimmten Zeitraum den höheren Wertzuwachs hatte.

Wie kurzsichtig diese Sichtweise ist, sieht man vielleicht an folgendem Extrembeispiel. Manchmal ist es gut, sich die Dinge anhand von Extremen klar zu machen. Nehmen wir einen Anleger A, der am 01.07.2005 ein Vermögen von insgesamt 100.000 Euro hat. Er überlegt sich, ob er dieses Geld in einen DAX-ETF gibt oder alles in die Adidas-Aktie. Da er sehr optimistisch ist, was die Adidas-Aktie betrifft, investiert er seine gesamten 100.000 Euro in diese eine Aktie. A hatte mit seiner Einschätzung recht und erzielte mit Adidas bis zum 31.12.2019 eine Rendite von 15,6% p.a. Aus seinen anfänglichen 100.000 Euro sind bis dahin 819.000 Euro geworden.

A ist deswegen der Überzeugung, dass es genau richtig war, alles auf diese eine Karte Adidas zu setzen, und auf eine Risikodiversifikation mittels eine DAX-ETFs zu verzichten. A verkennt aber, dass er schlicht Glück hatte. Auch wenn im Nachhinein alles gut gegangen ist, war es auch schon in 2005 falsch all sein Geld auf nur eine Aktie zu setzen. Das Totalverlustrisiko ist einfach viel zu hoch. Und ich denke, dass die allermeisten Anleger mir darin folgen, dass ein solche extrem einseitiges Investment ohne jegliche Risikostreuung unvernünftig ist.

Dass das so ist, sieht man auch an der jüngsten Entwicklung von Adidas. Nehmen wir an, A hätte seinem Freund Anfang 2020 empfohlen, auch alles auf Adidas zu setzen, dass hätte dieser Freund bis Ende März 2020 einen Verlust von -47% erlitten.

Rendite ist nicht alles. Das müsste eigentlich klar sein. Es kommt immer auch darauf an, mit welchem Risiko man eine bestimmte Rendite erzielt hat. Aus diesem Grunde halte ich eine Beimischung von Staatsanleihen-ETFs für sinnvoll. Man kann hier keine großen Renditen erwarten. In Crash-Zeiten hat man hier aber Sicherheit und eine Art Liquditätsreserve, – und zwar um nachkaufen zu können.

Wer nur Aktien-ETFs hat, ist in dramatischen Börsenzeiten normalerweise unfähig zu handeln. Hat man hingegen z.B. in Form von Renten-ETFs eine Reserve, dann kann man diese nutzen, um günstig neu einzusteigen.

Wie sinnvoll dies ist, zeigt das nachfolgende Rechenbeispiel. Nehmen wir einen Anleger B an, der seine 100.000 Euro so aufteilt: 50.000 Euro DAX-ETF, 50.000 Euro Renten-ETF. Nehmen wir nun eine Börsensituation an, in der der Index zunächst 20% fällt, während die Renten im Prinzip unverändert bleiben. Das DAX-ETF von B ist jetzt also nur noch 40.000 Euro wert und das Renten-ETF steht nach wie vor bei 50.000 Euro.

B beschließt nun, ein Rebalancing durchzuführen. Er hat mit einer Aktien-Renten-Quote von 50%/50% gestartet und hat jetzt aufgrund der Börsenlage eine Ist-Quote von 44,4%/55,6%. Um die ursprüngliche Quote wiederherzustellen verkauft er für 5000 Euro Renten-ETFs, um von diesem Betrag das DAX-ETF nachzukaufen.

Nach dem Rebalancing hat B also 45.000 Euro im DAX-ETF und 45.000 Euro im Renten-ETF.

Nehmen wir schließlich an, dass sich die Börsenlage wieder komplett normalisiert. D.h. der DAX ist wieder bei seinem anfänglichen Niveau. Das bedeutet, dass er 25% gestiegen ist (nicht 20%, sondern 25%, denn man rechne 100->80->100).

Die Aktienposition von B wird damit 56.250 Euro wert sein und der Renten-ETF nach wie vor unverändert bei 45.000 Euro. Insgesamt wird B somit, nach der Börsenerholung, ein Vermögen von 101.250 Euro haben. Das sind 1250 Euro mehr als am Anfang.

Das heißt: Obwohl der DAX nach dem Crash nur seinen ursprünglichen Wert wieder erreicht hat, hat B mittels des Rebalancing einen Gewinn von 1250 Euro gemacht. Hätte B all sein Geld nur in den DAX-ETF investiert, hätte er während des Crashs keine Liquidität zum Nachkaufen gehabt. Er hätte keine Rebalancing durchführen können, und wäre am Ende der Erholung einfach wieder bei +/- Null. Kein Gewinn, kein Verlust. Durch das Rebalancing konnte er aber einen Gewinn erzielen.

Meiner Meinung nach sorgt ein ausgewogenes Portfolio mit Rebalancing nicht nur zu einer besseren Risikostruktur. Es führt gerade auch in Krisensituationen zu klaren Zusatzerträgen – selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass sich die Dinge irgendwann wieder normalisieren.

Aktuell durchleben wir sehr turbulente Börsenzeiten. Aufgrund der Angst vor dem Corona-Virus sind innerhalb weniger Tage die Aktienkurse zum Teil dramatisch gefallen. Viele Anleger sind ratlos.

Um die aktuellen Ereignisse zu relativieren, hilft es meiner Meinung nach, die historische Perspektive einzunehmen. Fakt ist, dass es in der Vergangenheit schon viele Finanzkrisen und Börsencrashs gegeben hat. Charles Kindleberger hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Manien, Paniken, Crashs“. Darin findet man eine Liste von Zitaten, die Zeitgenossen von Crashs gesagt haben:

  • 1825. Großbritannien: „Die Öffentlichkeit wurde von einer nie da gewesenen Panik erfasst“
  • 1837. USA: „Einer der zerstörerischsten Ausbrüche der Panik, die diese Nation je erlebt hat.“
  • 1847. Großbritannien: „Man kann mit gutem Gewissen behaupten, dass die City (London) seit dem Sturz Napoleons nicht mehr so aufgeregt war.“
  • 1857. Großbritannien: „Die Krise des Jahres 1857 war die schwerste, die England oder eine andere Nation je erlebt hat.“
  • 1857. Hamburg: „Eine so vollständige und klassische Panik hat Hamburg nie zuvor erlebt.“
  • 1866. Großbritannien: „Die Krise des Jahres 1866 war die schwerste der Neuzeit.“
  • 1873. Deutschland: „Die langwierigste Krise seit 56 Jahren.“
  • 1882. Frankreich: „Noch nie habe ich eine solche Katastrophe erlebt.“

Zwei Dinge sind bei dieser Liste bemerkenswert. Erstens handelt es sich um lauter Crashs, die heute die allermeisten Menschen nicht kennen. In der kollektiven Erinnerung haben wir den Crash von 1929, aber wer kennt schon die große Krise von 1857? Oder die Depressionsjahre in Deutschland in den 1870er Jahren?

Zweitens ist bemerkenswert, dass die jeweiligen Zeitgenossen immer die gerade durchlebte Krise für die schwerste hielten, die es überhaupt je gegeben hat. Ob 1825, 1837, 1847, 1857, etc.: Jedes Mal meinten die betroffenen Augenzeugen, dass es jetzt so schlimm sei, wie noch nie zuvor. Fast immer glaubten die Leute auch, dass es sich jeweils um eine so schwere Krise handeln würde, dass davon die weitere wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig gestört wäre.

Übrigens glaubte Karl Marx damals im Jahre 1857, dass die damalige Krise das Ende des Kapitalismus einläuten würde.

Sehr aufschlussreich in diesem Zusammenhang sind auch die Titelseiten des SPEIGEL:

  • 21/1969: „Währungsverfall“
  • 25/1972: „Staatsbankrott?“
  • 49/1674: „Bleibt die Marktwirtschaft?“
  • 37/1980: „Die fetten Jahre sind vorbei!“
  • 51/1980: „Wie weich ist die DM?“
  • 15/1990: „Die Angst ums Geld“
  • 38/1992: „Der Absturz – Deutschland in der Krise“
  • 4/1993: „Wohlstand, ade!“
  • 42/1998: „Krise global!“

Auch hier wette ich, dass der Großteil der Deutschen heute nicht mehr weiß, was der SPIEGEL 1998 mit „Krise global“ meinte. Waren die 1990er-Jahre nicht die Jahre unglaublicher Aktiengewinne?

Der DAX stand Anfang 1998 beispielsweise bei etwa 5000 Punkten. Wer damals, sagen wir, 100.000 Euro in DAX-Werte investierte, der hätte bis heute (nach allen Crashs) einen Betrag von über 273.000 Euro, was einer Rendite von 4,9% p.a. entspricht. Und das trotz all der Krisen und Crashs, die wir zwischen 1998 und heute erlebt haben.

Hier noch einen sehr langfristigen Chart, der die Wertentwicklung von Aktien, Bonds und Gold von 1802-1992 darstellt (Quelle: „Stocks for the Long Run“ von Jeremy Siegel):

Das eigentlich Bemerkenswerte an diesem Chart ist, dass man auf lange Sicht selbst den Crash von 1929 nur als keinen Zacken nach unten wahrnimmt.

Und damit kommen wir zum Kern des Problems. Es ist eine Tatsache, dass sich die Aktienmärkte über ein paar Jahre, ich möchte sagen, fast unmerklich gut entwickeln. In einer Aufwärtsphase laufen und laufen die Kurse und die meisten kriegen das gar nicht groß mit. Aber kaum fallen die Kurse, entsteht eine große allgemeine Aufregung, Panik und Angst.

Dramatische Abwärtsphasen sind viel mehr im Bewusstsein der Allgemeinheit als Aufwärtsphasen. Und dabei wird übersehen, dass in den Aufwärtsphasen in aller Regel mehr Rendite geschaffen wird, als hinterher in einer Crashphase wieder verloren geht. Die Kurse steigen beispielsweise erst einmal 30-40%. Aber sobald ein Kursrückgang von 10-20% kommt, ist das Wehklagen groß. Dabei muss man eine solche negative Phase nur aussitzen, damit meistens schneller als gedacht die entstandenen Verluste wieder aufgeholt sind.

Und eigentlich müsste es jedem Anleger klar sein. Irgendwann wird die Sache mit dem Corona-Virus vorbei sein und irgendwann werden die Kurse wieder steigen. Die Frage ist nur, geschieht dies in einer Woche, in einem Monat in sechs Monaten oder in einem Jahr. Die Annahme jedenfalls, dass Corona die Wirtschaft so schädigt, dass wir über sehr, sehr viele Jahre hinweg nur noch negative Kursentwicklungen sehen werden, ist extrem unwahrscheinlich.

Wenn das aber so ist, und man selbst ein langfristiger Anleger ist, dann besteht eigentlich keinerlei Anlass für Sorge. Ja vielleicht hat man jetzt im Moment Verluste, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird das irgendwann wieder überwunden sein. Und dieses „irgendwann“ verliert genau dann seinen Schrecken, wenn man sich selbst als langfristigen Anleger versteht.

Wer hingegen sein Geld auf einen kurzfristigen Zeitraum angelegt hat, ist bei Aktien sowieso falsch aufgehoben.

Ich bin ein großer Fan von ETFs. Zumal es eigentlich keinen Zweifel gibt, dass ein passives Vermögensmanagement mit ETFs dem herkömmlichen aktiven Management überlegen ist. In Fachkreisen und der Wissenschaft herrscht darüber jedenfalls Einigkeit. Hier nur ein Zitat von David Swensen  (dem langjährigen Vermögensverwalter des Yale-Stiftungsvermögens):

„Es existieren Daten, die eindeutig belegen, dass Anleger in aktiv gemanagten Investmentfonds so gut wie sicher enttäuscht werden … Es gibt keinen Zweifel, dass ein aktives Management vom Vermögenswerten keine zufriedenstellenden Ergebnisse für Privatanleger hervorbringt.“

Trotz dieses eindeutigen Befunds werden in der Presse immer wieder kritische Artikel zum Thema ETFs lanciert. Ein Kunde machte mich jüngst auf einen Artikel des WELT-Redakteurs Holger Zschäpitz aufmerksam mit dem Titel „Die Übermacht der Fünf gefährdet die Idee vom neuen Sparen„.

Hier ein paar Zitate aus diesem Artikel:

„Apple, Microsoft, Google, Amazon und Facebook nehmen in fast allen wichtigen Indexfonds eine dominante Stellung ein …

Und das ist vor allem für die Anleger problematisch… Während die Sparer überzeugt sind, in die globale Ökonomie zu investieren, nährt ihr Geld womöglich eine Technologie-Blase. Mehr noch: Ohne es zu wissen, gehen viele Anleger ein Klumpenrisiko ein…

… Bestes Beispiel ist der MSCI All Country World. Der Index wird gern für Sparpläne verwendet … Mit seinen 3050 Titeln gilt er al das Paradebeispiel für breite Streuung… Doch der Index ist weniger divers als angenommen. Big Tech steht für knapp zehn Prozent des MSCI ACWI … Noch gravierender ist das Klumpenrisiko beim ebenfalls beliebten MSCI World. Hier fließen 10,5 Prozent der Anlagesumme in Facebook, Apple, Amazon, Microsoft und Google.“

Der Journalist zitiert als Experten Louis-Vincent Gave vom Analysehaus GK Research. Auch er sieht ETFs kritisch und behauptet sagar, dass durch ETFs die „allgemeine Kapitalmarkttheorie außer Kraft“ gesetzt werden würde.

Dass aber Herr Gave ETFs nicht besonders mag, ist natürlich auf der Hand liegend. Als Dienstleister, der sein Geld mit Kapitalmarktanalysen und Research verdient, ist es nicht weiter erstaunlich, dass er ein Feind des passiven Investmentansatzes ist. Immerhin wäre er arbeitslos, wenn – hypothetisch gesehen – alle Anleger nur noch ETFs kaufen würden. Kein Wunder also, dass Herr Gave Ängste schürt. Schade nur, dass man sich als Journalist so offensichtlich missbrauchen lässt.

Es werden nämlich ganz allgemein gehaltene Befürchtungen und Ängste gestreut. Bis dato ist aber nicht ersichtlich, inwiefern Anleger durch die genannten angeblichen Marktverzerrungen tatsächlich geschädigt worden wären.

Eine ganz konkrete Tatsache hingegen ist es, dass Anleger bereits massenweise durch den Investmentansatz, für den solche Analysten wie Herr Gave steht, geschädigt worden sind. Aktives Management ist erstens in der Regel überteuert, und zweitens führt es langfristig fast immer zu enttäuschenden Ergebnissen. Und das seit Jahrzehnten gut belegbar.

Anleger werden ständig durch absurd teure Investmentfonds oder zu teure Vermögensverwaltungen um ihr Geld gebracht.  Dazu muss man keine allgemein gehaltene Ängste schüren. Das sind konkrete Schäden.

Und hier ein Zitat von David Swensen, dem langjährigen Vermögensverwalter des Yale-Stiftungsvermögens:

„Es existieren Daten, die eindeutig belegen, dass Anleger in aktiv gemanagten Investmentfonds so gut wie sicher enttäuscht werden … Es gibt keinen Zweifel, dass ein aktives Management vom Vermögenswerten keine zufriedenstellenden Ergebnisse für Privatanleger hervorbringt.“

Klar, dass Herr Gave seine Felle davonschwimmen sieht, da Anleger es immer mehr als gute Idee erkennen, kostengünstig in ETFs ihr Geld anzulegen. Wenn man Anleger über Geldanlage informieren will, wie es ja Holger Zschäpitz von der WELT vermutlich tun will, dann sollte man auch sagen, dass es eigentlich keine wirkliche Alternative zu ETFs gibt. Aktives Management kann es jedenfalls nicht sein.

Selbstverständlich meine auch ich, dass man bei ETFs wissen sollte, was man tut. Ich rate beispielsweise Anlegern auch davon ab, in ETFs auf den MSCI World oder den MSCI All Country World zu gehen. Hier hat man unter anderem regionale Gewichtungen, die man möglicherweise nicht unbedingt will.

Meine Empfehlung ist, ETFs für mindestens drei Assetklassen auszuwählen:

  •  Europäische Aktien (Stoxx Europe 600)
  •  Amerikanische Aktien (S&P 500)
  •  Schwellenländer Aktien (MSCI Em. Mkts).

Und noch besser ist es, wenn man noch folgende Assetklassen mit hinzunimmt:

  • Japanische Aktien (Nikkei 225)
  •  Staatsanleihen-ETFs

Nehmen wir beispielsweise an, man hat 30% seines Vermögens in einen S&P 500-ETF angelegt, und nehmen wir an dass die größten Unternehmen im S&P 500-Index 20% darin ausmachen. Dann ist der Gesamtanteil, den man selbst an diesen größten US-Unternehmen hat nicht größer als 6% (30% von 20%). Von einer dramatischen Übergewichtung kann man da beim besten Willen nicht mehr sprechen.

Aber selbst wenn ein Anleger all sein Geld in den einen ETF auf den MSCI World geben sollte (was ich selbst, wie gesagt, nicht empfehlen würde), dann ist das immer noch besser, als all sein Geld in teures, ineffizientes aktives Management zu geben.

Heutzutage ist das Wort „Zertifikat“ für viele Anleger negativ besetzt. Man assoziiert damit die Lehman-Pleite, Emittentenrisiko und Verluste während der Finanzkrise. Vergessen ist, dass vor 25 Jahren mit den ersten Zertifikaten eine Revolution stattfand, und zwar im positiven Sinne. Lange Zeit galten Zertifikate hervorragende Finanzinstrumente, mit denen der Anleger kostengünstig und sehr effizient sein Geld anlegen konnte.

Die Frage ist, wie es zu der Veränderung in der Bewertung von Zertifikaten gekommen ist…

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Ich habe bereits über einen Anleger („Herrn X“) geschrieben, der die Handelsstrategie von Thomas Kallwaß (Börsenbrief Premium FX Trader) nachgebildet hat und so nicht nur einen großen Euro-Betrag verloren hat Sein Broker, die Saxo Bank, fordert jetzt auch noch hohe Nachschüsse von ihm. (Link dorthin)

In Folge der Schweizer Franken-Turbulenzen am 15.01.2015 sind ein paar Broker ins Schwanken gekommen. Möglicherweise wird es hier sogar Insolvenzen geben.

So wie sich mir die Sache darstellt, hat sich die Saxo Bank in diesem Zusammenhang sehr merkwürdig verhalten. Die Saxo Bank hat nämlich im Nachhinein die Orders zu Ungunsten des Kunden geändert.

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Vor ein paar Tagen hat ein Privatanleger Kontakt zu mir aufgenommen. Nennen wir ihn Herrn X. Er erzählte mir, dass er mit Optionen auf den Schweizer Franken (CHF) am Donnerstag, 15. Januar 2015, einen sehr, sehr hohen Verlust erlitten hätte. Und zwar hat er ursprünglich 170.000 Euro eingesetzt. Dieser Betrag ist komplett verloren. Und außerdem fordert sein Broker noch 189.000 Euro von ihm. Auf diese Weise wurde nicht nur ein Vermögen vernichtet, der Privatanleger hätte am Ende auch noch massive Schulden.

Das Brisante: Herr X hat sich an das Musterportfolio gehalten, das Herr Kallwaß in seinem Börsenbrief Premium FX Trader beschreibt. Der „Premium FX Trader“ gehört zum Investor Verlag, der mit den Schlagworten „unabhängig“ und „geprüfte Performance“ wirbt.

Herr X hat mir von bestimmten Dokumenten sehr präzise erzählt und mir versichert, alles Gesagte mittels schriftlicher Unterlagen jederzeit belegen zu können. Ausgehändigt hat er mir – wie er meinte aus rechtlichen Gründen – nichts. Ich vertraue Herrn X und habe mich daher entschlossen, seine Geschichte hier zu veröffentlichen.

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Chart Jahresbewertung 2014

Das Börsenjahr 2014 war wieder einmal sehr bewegt. Und wieder einmal passierte einiges, was kein Experte vorhergesehen hat. Hier ist vorneweg die Entwicklung des Ölpreises zu nennen. Bis Mitte des Jahres stieg der Ölpreis um 8%, um sich anschließend bis zum Jahresende zu halbieren. 50% Kursverfall beim Rohöl! Das ist schon erheblich.

Die Frage ist, wie man das einzuordnen hat.

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Fast jeder Anleger, mit dem ich rede, beschwert sich darüber, dass die Zinsen derzeit so tief sind. Nach Abzug der Inflation, so die Rechnung, ist Tagesgeld sogar ein Verlustgeschäft. Man könnte sogar noch den Steuerabzug mit berücksichtigen, dann sieht das Ganze noch schlechter aus.

Jetzt habe ich heute einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung gelesen. Dort ging es um eine Studie der EZB, wonach seit vielen Jahrzehnten die Nominalzinsen in etwa der Hälfte der Fälle niedriger als die Inflationsrate ist. Beispielsweise fast die gesamten 1970er Jahr hindurch, dann aber auch eine Zeitlang während der 1990er Jahre.

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Ein Anleger hat mich auf quirion aufmerksam gemacht. Quirion ist eine Marke der quirin bank AG. Im Internet schreibt quirion über sich, die „erste Anlageplattform für Online-Vermögensverwaltung“ zu sein. Quirion würde ein professionelles Depotmanagement gegen Honorar anbieten.

Was mir gefällt, ist, dass quirion seine Finanzdienstleistung offenbar zu sehr günstigen Konditionen anbietet. Das finde ich lobenswert. Dann habe ich mir den Videoclip angeschaut, den quirion auf seine Homepage gestellt hat, und hier störe ich mich an ein paar Dingen…

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Es gibt ja Indexfonds auf Agrarrohstoffe. Auf diese Weise können Anleger an der Wertentwicklung von solchen Dingen wie Weizen, Soja, Mais, Schweinehälften etc. partizipieren. Da es sich hier weder um Aktien noch um Anleihen handelt, handelt es sich hier um eine eigene Anlageklasse und bietet sich insofern als Diversifikation zu einem üblichen Wertpapier-Portfolio an.

Auf der anderen Seite kommt es immer wieder zu Kritik an Agrar-Indexfonds. Hans-Heinrich Bass behauptet in einer Studie über Welthungerhilfe, dass solche Fonds dem Terminmarkt Liquidität entziehen würden. Der Ökonom Heiner Flassbeck meint sogar, dass Agrar-Indexfonds Hungerkrisen verursachen würden.

Auch in den Medien wird hin und wieder die „Agrar-Spekulation“ angeprangert.

In diesem Zusammenhang ist ein Beitrag von Thomas Gauben und Ingo Pies in der Süddeutschen Zeitung vom 6. Mai 2013 interessant: SZ-Artikel: Kampagnen gegen Fonds führen in die Irre. Thomas Gauben ist Direktor des Leibniz-Forschungsinstituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa. Ingo Pies hat den Lehrstuhl für Wirtschaftsethik n der marin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Beide Wissenschaftler kommen in ihrer Studie zu dem Ergebnis: „Sowohl theoretisch als auch empirisch spricht für – aber sehr viel gegen – die Befürchtung, dass Indexfonds das Niveau oder die Volatilität … der Preise für Agrarrohstoffe erhöht haben.“

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