Anlageberater Dr. Peterreins aus München

Risikoklassen in der Vermögensverwaltung

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass ein Vermögensverwaltungskunde seine Risikoklasse angibt. Das sind dann häufig solche Kategorien wie „A: sicherheitsorientiert“ bis „F: spekulativ“. Ein Vermögensverwalter ist verpflichtet, einen Kunden nach seiner Risikoneigung zu fragen.

Meine langjährige Erfahrung ist, dass sich die meisten dabei unwohl fühlen, sich so auf eine Risikoklasse zu fixieren. Die meisten denken eher so, dass sie einen Teil ihres Vermögens sicher als Liquiditätsreserve angelegt haben möchten, einen anderen Teil langfristig gewinnorientiert mit entsprechenden Risiken.

Dass ein Anleger also sozusagen ganz und gar einer einzigen Risiko-Kategorie zuzuordnen ist, ist deswegen schon von vornherein eigentlich unsinnig. Zumindest an der Realität vorbei.

Ganz problematisch wird es aber, wenn man weiß, dass sich persönliche Risikoneigungen auch noch im Laufe der Zeit ändern können. Und das nicht zu knapp.

Haussiert die Börse, dann fühlen sich einige in Spekulationslaune. Kaum bröckeln die Kurse wieder, besinnen sich dieselben Kunden, dass sie ja eigentlich ihr Geld sicher angelegt haben wollen.

Deswegen ist es in der Vermögensverwaltung eigentlich auch sehr schwierig, mit Risikoneigungen zu arbeiten. Meiner Meinung nach ist es viel zweckmäßiger, mit Zielrenditen zu arbeiten. Und solche Renditen fallen nicht einfach vom Himmel, sondern sie sind so, dass bestimmte Anlageziele erreicht werden können.

Während eine Risikoneigung ein psychologischer, subjektiver Begriff ist, ist ein Anlageziel etwas Objektives. Man will nun mal beispielsweise das und das Vermögen mit 65 erreicht haben, um danach seine Rente um monatlich X Euro aufbessern zu können. Das ist keine Frage der subjektiven Einschätzung, sondern eine Frage der Mathematik.

Orientiert man sich also an einem definierten Anlageziel, so ist klar, welche Zielrendite im Rahmen einer Vermögensverwaltung anzustreben ist. Und je höher diese Zielrendite ist, umso mehr muss der Kunde bereit sein, Risiken einzugehen – Risikoneigung hin oder her.

Das Problem ist natürlich, dass sich viele Kunden keine hinreichenden Gedanken über ihre Anlageziele machen. Übrigens versäumt das auch so mancher Anlageberater oder Vermögensverwalter.

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