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Riester-Sparen – Fonds-Sparen

Riester ist ja nicht gleich Riester. Die meisten Kunden kennen nur Riester-Rentenversicherungen, daneben gibt es aber auch das Riester-Fondssparen. Der Finanztest hat früher immer wieder die Uni-Profi-Rente oder die DWS-TopRente als gute Riester-Fondssparprodukte empfohlen.

In der letzten Zeit hat es viel Aufhebens um die Uni-Profi-Rente gegeben, weil es hier einen Strategie-Wechsel gab. Siehe z.B. FAZ: Schwierige Wahl für Uni-Riester-Sparer.

Im Zuge dieser Diskussion zeigt sich, wenn man so will, eine Schwäche des Riester-Fonds-Sparens. Und zwar die gesetzliche Forderung einer Kapitalgarantie…

Die Kapitalgarantie beim Riester-Sparen ist ein Nachteil!

Zunächst klingt das natürlich gut, wenn man eine Kapitalgarantie hat. Was aber viele Anleger unterschätzen, ist, dass eine Kapitalgarantie auch mit massiven Nachteilen verbunden ist. Denn der Produktanbieter (egal ob DWS oder Union Invest) müssen sich irgendwelche Konzepte ausdenken, die eine Kapitalgarantie sicherstellen. Solche Konzepte gehen aber immer und notwendigerweise auf Kosten der zu erwartenden Zielrendite.

Wer mit Vollgas in Aktienfonds investieren kann, wird auf lange Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit eine höhere Rendite erzielt haben im Vergleich zu einem Konzept mit Kapitalgarantie. Der Mangel einer Kapitalgarantie lässt langfristig höhere Renditen erwarten, hat aber natürlich auch die Kehrseite, dass man am Ende – wenn die Dinge schlecht gelaufen sind – vielleicht mit einem Verlust hat.

Wenn man sich aber mit Geldanlage auskennt, dann weiß man, dass die Verlustwahrscheinlichkeit bei Aktienfonds umso geringer wird, je länger der Anlagehorizont ist. Das heißt, dass bei langlaufenden Riester-Verträgen eine Kapitalgarantie zwar schön ist, aber eigentlich eine teure Unnötigkeit.

Fondssparpläne sind oft besser als Riester-Sparen

Und deswegen sind herkömmliche Fonds-Sparpläne ohne staatliche Förderungen oftmals sogar besser als staatlich geförderte Riester-Produkte. Nicht nur, dass bei ersteren die Kostenbelastung deutlich niedriger ist, auch die teure und unnötige Kapitalgarantie kann hier wegfallen.

Manche haben Riester-Produkte mit herkömmlichen Fonds-Sparplänen fehlerhaft verglichen, indem sie beidemale einfach von derselben zu erwartenden Zielrendite ausgegangen sind. Danach wurden die staatlichen Förderungen mit dazugerechnet, und natürlich kam auf diese Weise heraus, dass sich Riester im Verglich zum Fonds-Sparen lohnt.

Der Fehler ist natürlich, dass man nicht von derselben Zielrendite ausgehen darf. Ich schätze, dass man bei Riester mindestens 1 bis 2 Prozent abziehen muss. So teuer ist die Kapitalgarantie, die die Anleger beruhigen soll, letztlich aber nur wenig Sinn macht.

Weitere Links zum Riester-Sparen

 

4 Antworten
  1. Thinking
    Thinking says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Dr. Peterreins
    Sehen Sie irgendein Produkt als sinnvoll an, das staatlich gefördert wird, aber den Sparer zwingt, teilweise Jahrzehnte „bei der Stange zu bleiben“, auch wenn sich die eigenen und auch weltwirtschaftlichen Gegebenheiten völlig ändern?

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins says:

      Zu den staatlich geförderten Sparformen gehören derzeit ja nur Rürup- und Riester-Sparen.
      Alle Rürup-Verträge (bis auf sehr, sehr wenige Ausnahmen), die ich mir bislang genauer angesehen habe, lohnen sich – meiner Einschätzung nach – nicht für den Anleger. Es sei denn er ist sich bereits heute ziemlich sicher, mehr als 10 Jahre älter zu werden als seine statistische Lebenserwartung annehmen lässt.
      Bei Riester konnte ich bisher guten Gewissens nur die Uni Profi-Rente und die DWS-Toprente empfehlen, alles andere war meiner Meinung nach nicht empfehlenswert.
      Nun ist es aber so, dass weder die Uni Profi-Rente noch die DWS TopRente den Anleger zwingt, über Jahre hinweg einzuzahlen, komme was wolle. Insofern muss ich Ihre Frage mit einem „Nein“ beantworten.
      Eine typische Anlageentscheidung, die einen über eine sehr lange Zeit wirklich zwingt (wie Sie sich ausdrücken) „bei der Stange“ zu bleiben, ist eine fremdfinanzierte Immobilie. Hier kann man es sich nicht erlauben, einmal einfach mit Tilgung+Zinsen einfach abzubrechen, denn sonst wird das Eigenheim sehr schnell von der Bank eingezogen.
      Das ist auch exakt der Grund, warum Immobilienbesitzer am Ende Ihres Lebens oft reicher sind als Mieter. Nicht weil die Immobilie eine so gute Geldanlage ist (das ist sie nämlich nicht), sondern weil die Immobilie eine Zwangssparbüchse ist.
      Würde man zum Fonds-Sparen in ähnlicher Weise gezwungen, wie man es bei einer fremdfinanzierten Immobilie wäre, wäre man am Ende mindestens doppelt so reich wie der entsprechende Immobilienbesitzer.

      Antworten

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