Chart Jahresbewertung 2014

Jahresrückblick 2014

Das Börsenjahr 2014 war wieder einmal sehr bewegt. Und wieder einmal passierte einiges, was kein Experte vorhergesehen hat. Hier ist vorneweg die Entwicklung des Ölpreises zu nennen. Bis Mitte des Jahres stieg der Ölpreis um 8%, um sich anschließend bis zum Jahresende zu halbieren. 50% Kursverfall beim Rohöl! Das ist schon erheblich.

Die Frage ist, wie man das einzuordnen hat.

Als Begründung wird oft gesagt, dass die neuen Fördermethoden in den USA (Stichwort „Fracking“) zu einer Überproduktion von Öl geführt hat. An dieser Begründung wundert mich ein wenig, dass diese neuen Methoden ja nicht erst seit letztem Jahr zum Einsatz gekommen sind, sondern schon seit einigen Jahren. Warum dann erst jetzt dieser dramatische Kursverfall des Öls?

Ich befürchte stattdessen, dass der Ölpreis derzeit leider ein Indikator dafür ist, dass es der Weltwirtschaft insgesamt nicht so gut geht, wie noch vor einem Jahr gehofft. Dies würde auch erklären, warum die Aktienmärkte in 2014 so bewegt waren:

DAX2014

 

 

 

 

 

 

Zwar erreichte beispielsweise der DAX in 2014 neue Höchststände. Dies ging aber einher mit großen Marktschwankungen, die schon wieder fast den Charakter von Crashs hatten. So ist der DAX vom 4. Juli bis 8. August, also innerhalb eines Monats, um etwa 10% gefallen. Bis zum 5. September konnte der DAX dann wieder 8,3 % zulegen, nur am dann wieder bis zum 10. Oktober 10 % zu verlieren. Danach stieg der DAX wieder um 14,8%, um Anfang Dezember einen neuen Höchststand zu verzeichnen. Der Dezember war aber dann wieder sehr unruhig.

Wir erlebten in 2014 also Achterbahnen sondergleichen.

Auch die derzeitige Zinsentwicklung ist eigentlich kein gutes Zeichen. Die EZB kämpft gegen das Schreckgespenst der Deflation.

Auf der anderen Seite hat in der Ökonomie alles Negative auch etwas Positives. Die Zinsbelastung für die europäischen Staaten war schon lange nicht so gering wie in 2014. Das tat gerade den Krisenstaaten Portugal und Spanien sehr gut. Griechenland ist ja immer noch ein eigenes Kapitel.

Auch der niedrige Ölpreis, wohl ein Zeichen einer schwächelnden Weltwirtschaft, wirkt aktuell wie ein massives Konjunkturprogramm. Das sind die Dinge, die einen hoffnungsfroh sein lassen.

Bleibt zuletzt noch die Devisenkursentwicklung des Euro zum USD zu erwähnen. Auf Jahressicht hat der Euro bezüglich dem US-Dollar 12% an Wert verloren:

usd-euro-2014

 

 

 

 

 

Auch dies scheint mir ein Indiz für Konjunkturprobleme im Euro-Raum zu sein. Demgegenüber zeigt sich die US-Wirtschaft bemerkenswert stark.

Aber auch hier hat das Negative etwas Positives. Denn ein niedriger Euro-Devisenkurs wirkt wir ein  Wirtschaftsturbo für den Euro-Raum.

5 Antworten
  1. geldexperimente
    geldexperimente says:

    hallo,

    auf ard hat eine Expertin nachvollziehbar erklärt, dass sich beim derzeit fallenden ölpreis um einen verdrängungswettbewerb handelt. die opec hat früher bei fallenden Ölpreisen die fördermenge reduziert, diesmal aber nicht. die fracking unternehmen in den usa haben enorme schulden angehäuft und wirtschaften nicht profitabel, sodass es bei längeren niedrigen Ölpreis zu Konkursen kommen müsste.

    http://www.ardmediathek.de/tv/Plusminus/Traum-vom-billigen-Öl-platzt/Das-Erste/Video?documentId=25728486&bcastId=432744

    mfg
    christian

    Antworten
  2. Währungsprognostiker
    Währungsprognostiker says:

    „Und wieder einmal passierte einiges, was kein Experte vorhergesehen hat.“ Da haben Sie vollkommen recht, und wie sieht es 2015 aus? Anfang 2014 haben fast alle Analysten einen Anstieg der Kapitalmarktzinsen vorausgesagt. Das Gegenteil war der Fall. 2015 hat sich der Rubel nach einer spektakulären Abwertung wieder kräftig erholt, nur um jetzt (parallel zum Ölpreisverfall) wieder in die Knie zu gehen. Nach dem Beginn des QE der EZB in Höhe von 60 Mrd. monatlich hatten (fast) alle auf weiter steigende Anleihekurse bzw. fallende Renditen gesetzt. Bingo – der Markt hat genau andersherum gevotet.
    Angesichts der von der amerikanischen Notenbank explizit angekündigten Leitzinserhöhung und der Wachstumsdifferenzen zwischen Euroland und USA müsste der Dollar eigentlich noch etwas besser dastehen, oder?
    Lieber Dr. Peterreins, der von Ihnen gemanagte AMPEGA BALANCED 3 hat sich sehr gut geschlagen, wobei Aktien von Getränke- und Nahrungsmittel-Herstellern sowie der Einsatz von Derivaten sicherlich von der Dollarkursentwicklung profitieren konnte. Die weitere Kursentwicklung des Fonds dürfte nicht unwesentlich von der weiteren Devisenentwicklung abhängen. Mich würde daher interessieren, wie Sie die EUR/USD Kursentwicklung und den Stand der Feds Funds Rate Ende 2015 einschätzen.

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins says:

      Tut mir leid, ich gebe keine Einschätzungen über künftige Kursentwicklungen ab. Ich fühle mich aber geehrt, dass Sie Wert auf meine Meinung legen. Mit freundlichen Grüßen, Hannes Peterreins

      Antworten

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