Vermögensverwaltung mit ETFs

Vermögensverwaltung MünchenVermögensverwaltung wird manchmal als direkt mysteriöse Tätigkeit wahrgenommen. Irgendwelche Profis haben irgendwelche geheimnisvollen Methoden, die man als Laie letztlich nicht versteht: Chartanalyse, Fundamentalanalyse, komplizierte Kennzahlen etc.

Ich selbst bin Vermögensverwalter in München. Und ich sehe eine Vermögensverwaltung als eine Dienstleistung an, bei der an sich nichts Geheimnisvolles ist. Vielmehr nimmt der Vermögensverwalter dem Anleger eine Arbeit ab, die er selbst prinzipiell auch machen könnte. Manche Menschen wollen das aber nicht tun, entweder weil es ihnen keinen Spaß macht, weil sie es sich doch irgendwie nicht zutrauen oder weil sie ihre Zeit einfach anders einsetzen wollen.

Genauso gibt es auch Leute, die nicht gerne selbst die Reifen ihres Autos wechseln, obwohl sie es natürlich prinzipiell auch selbst tun könnten. Dann geht man eben zu einem KFZ-Monteur, der diese Arbeit für einen übernimmt. Und ganz ähnlich ist auch die Vermögensverwaltung eine ganz normale Dienstleistung, bei der dem Anleger eine Arbeit abgenommen wird, die er prinzipiell natürlich auch selbst erledigen könnte.

Einen Beispiel (unter vielen) für eine Strategie, die ich in der Vermögensverwaltung für sinnvoll halte, ist eine Anlagestrategie mit ETFs…

Hier handelt es sich um eine Anlagestrategie, die der langjährige Vermögensverwalter des Yale Stiftungsvermögens David Swensen in seinem Buch „Erfolgreich Investieren: Strategien für Privatanleger“ beschrieben hat.

Es fängt damit an, dass man sich ein Anlageuniversum definiert, das man selbst für sinnvoll erachtet. Das könnten beispielsweise folgende Anlageklassen sein:

  • Europäische Aktien (EuroStoxx 600)
  • US-Aktien (S&P 500)
  • Japanische Aktien (Nikkei  225)
  • Schwellenländer-Aktien (MSCI Em.Mkts.)
  • Rohstoffe (hier gibt es sogenannte Commodity Indizes)
  • Staatsanleihen

Wichtig ist, dass man nicht nur Aktien auswählt, um eine mindestens eine „Gegenposition“ zu haben. Denn die verschiedenen Aktienmärkte weisen einen zu hohen Gleichlauf auf.

Im nächsten Schritt legt man Soll-Quoten fest. Also beispielsweise:

  • 30 % Europäische Aktien (EuroStoxx 600)
  • 25 % US-Aktien (S&P 500)
  • 20 % Staatsanleihen

Für die Umsetzung setzt man nun ETFs ein. Um die passenden ETFs zu finden, kann man auf die Homepage der Börse Frankfurt gehen. Hat man beispielsweise 100.000 Euro anzulegen, so wählt man 6 passende ETFs aus und investiert sein Geld wie folgt:

  • 30.000 Euro in einen EuroStoxx 600-ETF
  • 25.000 Euro in einen S&P 500-ETF
  • 20.000 Euro in einen Staatsanleihen-ETF

Wichtig ist natürlich dabei, dass man sich eine Depotbank aussucht, bei der die Kosten möglichst gering sind. Gerade bei der ETF-Strategie spielen oft die Kauf-/Verkaufgebühren eine nicht unerhebliche Rolle.  Hier hat übrigens ein Vermögensverwalter meistens Sonderkonditionen, an die Privatpersonen in der Regel nicht herankommen.

Wenn nun das Geld den Soll-Quoten entsprechend in ETFs angelegt ist, dann kann man erst einmal warten und zusehen, was an der Börse passiert.

Nehmen wir einmal an, dass die Aktienkurse steigen, dann sieht beispielsweise die Ist-Struktur des Depots so aus:

  • 35 % Europäische Aktien (EuroStoxx 600) (Soll-Quote: 30 %)
  • 15 % Staatsanleihen (Soll-Quote: 20 %)

Offenbar stimmen die Ist-Quoten nicht mehr mit den Soll-Quoten überein. Man hat nun 5% zu viel Europäische Aktien und 5% zu wenig Staatsanleihen-ETFs. Der wichtige Schritt nun besteht im sogenannten Re-Balancing. Indem man nämlich die 5% Aktien-ETFs verkauft, um dafür Staatsanleihen-ETFs nachzukaufen.

Man verkauft also tendenziell das, was gerade an Wert gewonnen hat, und kauft tendenziell das nach, was an Wert verloren hat. Das nennt man auch anti-zyklisches Investieren. Das ist deswegen so gut, weil wir Menschen psychisch so gepolt sind, dass wir dazu neigen, das genaue Gegenteil zu machen.

Menschen neigen dazu, dort ihr Geld anzulegen, wo es gerade gute Kursgewinne gab, und die Anlageformen zu meiden, die in letzter Zeit gerade schlecht gelaufen sind. Sie handeln also meistens pro-zyklisch. Und das ist exakt der Grund, warum so viele Privatanleger an den Kapitalmärkten ständig den kürzeren ziehen. Genau davor bewahrt einen die oben geschilderte Strategie mit ETFs.

Diese Strategie kann man, wenn man möchte, selbst umsetzen. Wer aber dazu keine Lust hat, seine Zeit anders verwenden möchte oder sich es nicht zutraut, kann einen Dienstleister damit beauftragen. Und damit kommt eine Vermögensverwaltung ins Spiel. Ich selbst, wie gesagt, sitze in München, habe aber Kunden bundesweit.

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