Vermögensverwalter und ihre Prognosen

Vermögensverwalter machen Ptognosen, die häufig nicht eintreffen. Dr Peterreins aus München.Ich bin ja selbst Vermögensverwalter in München. In einem meiner letzten Artikel habe ich über die verschiedenen Arten geschrieben, wie man eine Vermögensverwaltung betreiben kann. Dabei habe ich gegenübergestellt:
  1. die klassische prognose-orientierte Vermögensverwaltung
  2. Vermögensverwalter, die sich vor allem als Risikomanager verstehen, und nach Möglichkeit Prognosen vermeiden
Ich selbst bin einer der zweiten Sorte.
Welche Art von Vermögensverwaltung ein Kunde liegt, hängt natürlich vom Kunden ab. Wer daran glaubt, dass ein bestimmter Manager die Fähigkeit hat, sehr häufig genau richtig mit seinen Kapitalmarktprognosen zu liegen, der kann sein Glück bei ihm versuchen. Wer der Fähigkeit zu Prognosen generell eher skeptisch gegenüber steht, wird auch nicht zu einem prognose-orientierten Portfoliomanager gehen wollen (sei es nun in München oder irgendwo anders).
Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Artikel, der mir eben erst in die Hände gekommen ist. Und zwar vom 18. April 2013 aus dem Magazin Fonds professionell Online. Der Dax stand damals bei 7468. Der Titel des Artikels: „Eurokrise: Unter Vermögensverwaltern gibt Skepsis den Ton an.“
In dem Artikel wird die Auswertung einer Befragung von Vermögensverwaltern wiedergegeben. Hier ein Zitat aus dem Artikel:
„Beim Thema Eurokrise glauben rund 71 Prozent der befragten Vermögensverwalter, die größten Schwierigkeiten seien noch nicht bewältigt. Dagegen sorgen sich lediglich 29 Prozent inzwischen weniger. Ähnlich weit gehen die Ansichten zum weiteren Börsengeschehen auseinander: Die Mehrheit bleibt abwartend, während sich eine vergleichsweise kleine Gruppe von etwa 30 Prozent der Befragten angesichts der Börsenrally der letzten Monate optimistisch zeigt.“
Interessant ist der letzte Satz, dass nur eine vergleichsweise kleine Gruppe von Vermögensverwaltern (30%) optimistisch für die weitere Börsenentwicklung war.
Heute haben wir einen DAX von 8280 Das sind über 10 % mehr im Vergleich zum 18. April. Offenbar hat das nur eine Minderheit von Vermögensverwaltern so kommen sehen.
Ich als Vermögensverwalter in München jedenfalls halte mich zurück, was Kapitalmarktprognosen betrifft. Man liegt mal richtig, mal falsch. Letztlich kommt es, meiner Meinung nach, auf folgendes an:
  1. Ist das Vermögen so strukturiert, dass die finanziellen Ziele des Anlegers risikominimiert erreichbar sind?
  2. Ist eine klare Anlagestrategie festgelegt?
  3. Gibt es ein aktives Risikomanagement? Das heißt: Wie sieht das Konzept für den Fall aus,  dass die Dinge anders laufen als erwartet.
Der Blick in die Zukunft ist für eine sinnvolle Vermögensallokation kaum nützlich, eher schadet er sogar. Da regelmäßig Fehlentscheidungen getroffen werden aufgrund falscher Zukunftserwartungen.
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