Arten der Vermögensverwaltung

Vermögensverwaltung in München

Vermögensverwaltung in München

Ich betreibe ja eine Vermögensverwaltung in München. Hin und wieder werde ich gefragt, wodurch ich mich von anderen unterscheide. Um hierauf zu antworten, möchte ich so etwas wie eine Geschichte der Vermögensverwaltung skizzieren. Natürlich  nur in ganz groben Zügen. Aber ich denke schon, dass dadurch auch die Unterschiede klar werden können.

Jede Art von Vermögensverwaltung funktioniert so, dass ein Anleger sein Geld von einem Finanzprofi verwalten lässt. Und zwar auf der Basis vereinbarter Anlagegrundsätze. Im Rahmen dieser Anlagegrundsätze hat der Vermögensverwalter freie Hand, zu kaufen oder zu verkaufen, was ihm richtig erscheint. Der Kunde vertraut seinem Vermögensverwalter und hält sich selbst aus den Anlageentscheidungen heraus.

In Deutschland wird die Vermögensverwaltung durch das KWG (Kreditwesengesetz) und das WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) gesetzlich geregelt. In den Gesetzestexten wird sie als „Finanzportfolioverwaltung“ bezeichnet.

Übrigens kann nicht jeder einfach so eine Vermögensverwaltung anbieten. Vielmehr braucht man dazu eine Erlaubnis von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin). Derzeit gibt es (nur) schätzungsweise 750 zugelassene Vermögensverwalter in ganz Deutschland. Wenn man sich informieren möchte, ob ein bestimmtes Unternehmen eine BaFin-zugelassene Vermögensverwaltung ist, so kann man in der Online-Datenbank der BaFin recherchieren. Zum Stand Mai 2013 gibt es etwas weniger als 100 Vermögensverwalter in München,

Die klassische Vermögensverwaltung konzentriert sich auf die Auswahl einzelner Wertpapiere. Wie gesagt, wird durch die Anlagegrundsätze der Rahmen festgelegt, innerhalb dessen der Vermögensverwalter frei handeln kann.

Ein ganz einfaches Beispiel für Anlagegrundsätze ist: 50-100 % Aktien, 0-50% Anleihen. Der Anleger erwartet nun, dass der Vermögensverwalter die Zeichen der Zeit richtig erkennt und zum richtigen Zeitpunkt Aktien übergewichtet bzw. untergewichtet. Außerdem erwartet der Kunde, dass sein Portfoliomanager einen guten „Riecher“ für die richtigen Aktien bzw. Anleihen hat.

Beide Male erwartet der Anleger, dass sein Vermögensverwalter mittels Prognosen die Fähigkeit hat, in die Zukunft zu schauen:

  1. was die Allokation des Vermögens auf die Anlageklassen Aktien und Renten betrifft,
  2. was die Auswahl der richtigen Wertpapiere betrifft.

Der klassische Vermögensverwalter versteht sich selbst als jemand, der mittels besonderer Techniken, besonderer Begabungen oder besonderen Wissens diese Fähigkeit zu Prognosen hat. Er erstellt bisweilen ausführliche Analysen, was in der Zukunft geschehen wird und warum. Da gibt es volkswirtschaftliche und politische Erwägungen,  Bewertungen von Bilanzen und bestimmter Geschäftsmodelle, kompliziert aufbereitete Charts – alles zu dem Zwecke, einen Blick in die Zukunft zu erhaschen.

Wer daran glaubt, dass es Menschen gibt, die tatsächlich diese Fähigkeit besitzen, irgendwie künftige Entwicklungen an den Kapitalmärkten vorherzusagen, ist bei einem klassischen Vermögensverwalter richtig. Ein solcher Anleger muss dann nur noch den Vermögensverwalter seines Vertrauens finden. Denn es reicht ja nicht nur zu behaupten, man könne in die Zukunft blicken, man will selbstverständlich auch Beweise dafür.

Nur wie könnte man eine solche Fähigkeit beweisen?

Viele klassische Vermögensverwalter machen das so, dass sie auf ihre vergangenen Erfolge verweisen. Nach dem Motto: „Da und da hatte ich genau die richtige Prognose.“ Anderer Vermögensverwalter verweisen auf ihr umfassendes Wissen oder ihre Erfahrung oder ihr angeblich unschlagbares System. All das kann vielleicht Vertrauen schaffen, aber bewiesen wird dadurch nichts. Denn selbst wenn ein Anlageprofi in der Vergangenheit jedes einzelne Mal richtig lag (was selbst bei den Besten nicht der Fall ist), heißt das noch lange nicht, dass dieser Manager auch von heute ab immer richtig liegen wird.

Das ist ungefähr so: Wenn jemand drei Mal hintereinander jedes Mal eine Sechs gewürfelt hat, dann ist das auch noch kein Beweis dafür, dass er die nächsten drei Mal wieder jedes Mal eine Sechs würfeln wird.

Letztendlich ist es eine Glaubenssache. Der Anleger glaubt einem Vermögensverwalter oder er glaubt ihm nicht.

Einige wissenschaftliche Studien und die Erfahrung vieler Anleger legen aber nahe, dass auch die besten Vermögensverwalter eine Trefferquote haben, die eher im Zufallsbereich liegt. Dass im Prinzip niemand wirklich diese Fähigkeit hat, über lange Zeit überdurchschnittlich häufig künftige Kapitalmarktentwicklungen vorherzusehen.

OK, ein Profi hat hier mal etwas korrekt prognostiziert, und dort auch – naja, die andere Hälft der Fälle, bei denen er daneben lag, wird entweder verdrängt oder bewusst verschwiegen.

Wer auf diese Weise seinen Glauben an die Prognosefähigkeit der Profis verliert, wird sein Geld nicht mehr einem klassischen Vermögensverwalter anvertrauen. Die Frage ist natürlich, wie sich eine Vermögensverwaltung anders aufstellen kann?

Damit komme ich zu einer zweiten Art von Vermögensverwaltung (so wie ich es auch hier in München betreibe).  Ich selbst traue es mir nicht zu, richtige Prognosen zu machen. Ich verstehe mich vielmehr in erster Linie als Risikomanager.

Dazu geht es mir in einem ersten Schritt darum, was der Anleger überhaupt finanziell erreichen möchte. Also seine Anlageziele. Und die sind sehr häufig nicht so offensichtlich, wie man meinen mag. Manchmal ist es richtig aufwendig, die finanziellen Ziele des Anlegers sauber herauszuarbeiten.

Im zweiten Schritt ist es eine Frage der Mathematik, welche Zielrendite der Anleger braucht, um die gesetzten Anlageziele zu erreichen. Und klar ist: Je weniger Rendite notwendig ist, um die finanziellen Ziele zu erreichen, umso besser. Denn umso sicherheitsorientierter kann man dann anlegen. Ich halte nicht davon, nach so viel Rendite wie möglich zu streben. Denn offensichtlich bedeutet eine hohe Zielrendite auch ein hohes Risiko. Anders kann es nicht gehen.

Der dritte Schritt besteht darin, sich eine Anlagestrategie zu überlegen, die gerade so risikoreich ist, dass dadurch die gesetzte Zielrendite mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichbar ist. Der Schwerpunkt dieser Strategien besteht immer darauf zu klären, was zu tun ist, wenn die Dinge anders laufen als gedacht. Eben das ist Risikomanagement.

Ein typisches Beispiel für Risikomanagement-Strategien sind Stop-Loss-Limits. Es gibt hier aber noch einige mehr. Jedenfalls sehe ich es meine Aufgabe in der Vermögensverwaltung an, die für den Kunden passenden Risikomanagement-Strategien vorzuschlagen und sie natürlich danach auch umzusetzen.

Nur nebenbei. Interessant ist, dass viele berühmte Anlageprofis auch in erster Linie als Risikomanager verstanden haben. George Soros beispielsweise hat einmal gesagt:

“Die Menschen sind ganz einfach auf dem Holzweg, wenn sie denken, ich sei unfehlbar. Denn wie jeder andere auch … mache ich Fehler. Worin ich aber durchaus besser bin als die breite Masse, ist das das Erkennen meiner Fehler … Das ist der Schlüssel zu meinem Erfolg.“

Meine Vermögensverwaltung in München zielt jedenfalls nicht darauf ab, immer die richtigen Kapitalmarktprognosen zu stellen, sondern darauf, für meine Kunden das passende Risikomanagement systematisch umzusetzen.

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