Vorsicht beim Zweitmarkt für Lebensversicherungen!

Vor vier Jahren hat mich ein Kunde, Herr A,  angesprochen. Herr A wollte seine Kapitallebensversicherung kündigen und war enttäuscht, dass dieVersicherungsgesellschaft ihm nur etwa 12.000 Euro ausbezahlen wollte. Eingezahlt hatte er mehr. Von diesem Angebot enttäuscht machte er sich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten, seinen Versicherungsvertrag zu versilbern. Schließlich stieß er auf ein sogenanntes Zweitmarkt-Angebot:

Eine X-GmbH machte Herrn A das Angebot, ihm die Kapitallebensversicherung für insgesamt 20.000 Euro abzukaufen. Der Haken war nur, dass dieser Gesamtbetrag nicht mit einem Schlag fällig wäre, sondern zunächst nur 6.000 Euro. Den Rest würde die GmbH ihm über zehn Jahre hinweg in Monatsraten auszahlen. Diese Monatsraten begannen mit 50 Euro pro Monat und erhöhten sich nach und nach.

Herr A. fragte mich, was ich von diesem Angebot halten würde…

Von vornherein klar war mir, dass sich Herr A. bei diesem Modell in eine starke Abhängigkeit von der X-GmbH begab. Das Angebot steht und fällt mit der Zahlungsfähigkeit dieser Firma. Sollte sie pleite gehen, so hat Herr A. zwar noch Forderungen, die aber letztlich nichts mehr wert sind. Und zehn Jahre ist eine lange Zeit.

Verwundert hatte mich zudem, dass die Monatsraten klein begannen und umso höher wurden, je mehr Zeit ins Land gegangen ist. Das erregte mein Misstrauen, dass die X-GmbH von vornherein eine künftige Insolvenz eingeplant hat.

Ich riet Herrn A. also dringend davon ab, dieses Zweitmarkt-Angebot anzunehmen. Die ganze Sache sah zu dubios aus.

In der heutigen Financial Times Deutschland lese ich nun auf Seite 23 einen Artikel über das fragwürdeige Geschäft mit gebrauchten Lebensversicherungen. Titel: „Allgemine Verunsicherung“. Darin werden meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

„Dubiose Anbieter unterwandern das Geschäft mit gebrauchten Lebensversicherungen. Tausende Bürger sind betroffen. Sie Haben sich von traumhaften Renditen blenden lassen – und ihre Altersvorsorge verspielt. Die Finnazaufsicht schlägt alarm, warnt vor einer neuen Art der Abzocke…

Seit 199 haben Versicherte in Deutschland die Möglichkeit, ihre Police auf dem sogenannten Zweitmarkt zu veräußern….

Doch der Zweitmarkt wird unterwandert von dubiosen Anbietern, die Versicherte mit kaum einlösbaren Zinsversprechen ködern. Sie zahlen einen kleinen Teil der Kaufsumme bei Überschreibung der Police aus … Dafür sagen sie die Zahlung des noch offenen Betrags in Raten zu – mit exotischen Renditen …

Oft steckt dahinter ein Schneeballsystem, am Ende läsne die Betrüger die Versicherungspolicen ein und machen Kasse.“

Ich finde es bemerkenswert, mit welchen Betrugsmaschen die Leute immer wieder abgezockt werden. Leider sind viele Anleger zu blauäugig.

1 Antwort
  1. Matthias Wühle
    Matthias Wühle says:

    Zweitmarkt ist allerdings nicht gleich Zweitmarkt! Der Verkauf der Lebensversicherung über dem Zweitmarkt ist immer noch vorteilhafter als die Kündigung direkt bei der Versicherung. Man sollte dazu nur eines der seriösen Unternehmen auswählen, die im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) organisiert sind. Dort ist auch ein Verbraucherleitfaden veröffentlicht. Seriöse Unternehmen zahlen den Kaufpreis sofort aus und führen die Police in der Regel weiter, als sie zu kündigen. Generell sollte man also auf der Hut sein vor Aufkäufern mit überzognenen Renditeerwartungen und Ratenzahlungen.

    Antworten

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