Die Inhaberschuldverschreibung Serie 45 der Captura GmbH

Captura Inhaberschuldverschreibung Serie 45Ein Kunde hat mich die Tage angesprochen. Ein „unabhängiger“ Anlageberater hätte ihm die Inhaberschuldverschreibung der Captura GmbH angeboten. Und zwar mit den Worten, dass das eine „Alternative zu Festgeld“ sei. Die Zeichnungsfrist würde noch bis zum 3. April 2012 laufen. Immerhin verspricht diese Inhaberschuldverschreibung eine Rendite von 7,65 % p.a. bei einer Laufzeit von 180 Tagen.

Hier der Link zu den „Endgültigen Angebotsbedingungen der Captura-Inhaberschuldverschreibung“ vom 29. Februar 2012 (bzw. hier: endgueltige-angebotsbedingungen-der-serie-45b).

Die kurze Laufzeit von einem halben Jahr erinnert wirklich an Festgeld. Auf der anderen Seite war mein Kunde stark verunsichert, was von diesem Angebot zu halten sei.

Der Berater behauptete zudem, dass beim Erwerb dieser Anleihe keinerlei Kosten entstehen würden.

Aber sehen wir uns die Sache einmal genauer an …

Der klare Unterschied zu Festgeld besteht natürlich zunächst darin, dass Festgeldeinlagen bis zu einem bestimmten Betrag durch einen Einlagensicherungsfonds gesichert sind. Im Falle der Insolvenz der Captura GmbH ist das Geld, das Anleger in die Captura-Inhaberschuldverschreibung investiert haben, durch keinen Einlagensicherungsfonds geschützt.

Damit hängt die Captura-Anleihe stark von der Zahlungsfähigkeit der Captura GmbH ab.

Interessant ist, dass der angeblich „unabhängige“ Berater davon gesprochen hat, dass hier keine Kosten anfallen. Denn in den oben erwähnten „endgültigen Angebotsbedingungen“ werden unter Punkt 5 die „geschätzten Kosten der Emission“ genannt. Zitat:

„Die Kosten dieser Emission werden voraussichtlich etwa 12 % aus dem eingenommenen Anleihenkapital betragen und werden von der Emittentin übernommen.“

Zahlt ein Anleger also beispielsweise 10.000 Euro ein, so gehen 1.200 Euro an Kosten drauf. Interessant wäre zu klären, wieviel davon der angeblich unabhängige Berater bekommt. Für die Captura GmbH verbleiben also 8.800 Euro.

Der Käufer dieser Schuldverschreibung hat ja ein Interesse daran, dass die Captura GmbH so gut wirtschaftet, dass die Rückzahlung des angelegten Kapitals samt Zinsen wahrscheinlich ist. Denn wie gesagt: Sollte die Captura GmbH in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen, so sind evtl. Kaptialrückzahlung und Zinsen gefährdet.

Deswegen kann sich ein Anleger folgende Frage stellen: Welche Rendite muss die Captura GmbH mindestens erwirtschaften, damit die Emission dieser Schuldverschreibung für Captura ein wirtschaftlicher Erfolg wird?

Laut den oben erwähnten „endgültigen Angebotsbedingungen“ plant die Captura GmbH mittels der Inhaberschuldverschreibung den maximalen Nominalbetrag von 2 Mio Euro einzusammeln.

Nehmen wir einmal an, dass die Schuldverschreibung vollständig platziert wird. Dann bekommt Captura durch diese Emission maximal 1.760.000 Euro in die Kasse. Insgesamt 240.000 Euro sind dann als Kosten angefallen.

Am Ende der Laufzeit (also nach 6 Monaten) muss die Captura GmbH den Anlegern das Kaptial von 2 Mio Euro samt Zinsen zurückzahlen. Das sind insgesamt 2.076.500 Euro.

Die Emission wird für Captura wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn diese Firma es schafft, innerhalb von 6 Monaten aus 1.760.000 Euro einen Betrag von 2.076.500 Euro oder mehr zu machen. Erwirtschaftet Captura weniger, so wird sie offenbar einen Verlust haben.

Welche Rendite muss die Captura Gmbh erzielen, damit sich die Emission am Ende für sie lohnt? Die Antwort lautet: 17,98 % im halben Jahr.

Anders formuliert: Sollte die Captura GmbH das aus der Emission eingesammelte Kapital so investieren, dass weniger als 17,98 % daraus erwirtschaftet wird, wird Captura ein Minus-Geschäft machen.

Nehmen wir beispielsweise an, Captura erwirtschaftet tatsächlich innerhalb eines halben Jahres „nur“ 5 % Rendite bezogen auf das durch den Nettoemissionserlös eingespielte Kapital. Dann wird Captura am Ende 1.848.000 Euro haben. An die Anleger wird Captura aber 2.076.500 Euro zurückzahlen müssen. Das wäre für Captura ein Verlust von 228.500 Euro.

Natürlich kann eine Firma eine Anleihe begeben zu Konditionen, bei denen Sie am Ende unterm Strich Verlust machen wird. Möglicherweise wird sie auch das eingesammelte Kapital samt Zinsen zurückzahlen, obwohl sie selbst damit ins Minus gerät. Es kann also sein, dass die Captura GmbH das Kapital aus der Anleihe einsammelt, faktisch (beispielsweise) nur 5% erwirtschaftet, dennoch aber die Inhaber der Inhaberschuldverschreibung wie versprochen auszahlt.

Da aber für den Anleger es darauf ankommt, dass die Captura GmbH zahlungsfähig bleibt, ist für den Anleger auch der wirtschaftliche Erfolg der Emittentin wichtig. Bzw. ob es sich bei der Captura-Inhaberschuldverschreibung um  ein nachhaltig funktionsfähiges Modell handelt. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn Captura auf der Basis des eingesammelten Kapitals tatsächlich Gewinne erwirtschaftet. Und wie gesagt, dazu müsste Captura den Nettoemissionserlös so investieren, dass Captura nach einem halben Jahr eine Rendite von mindestens 17,9% (annualisiert mindestens 35%) erwirtschaftet.

14 Antworten
  1. Scheffold, Christoph
    Scheffold, Christoph says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Pettereins,

    Sie haben die Grundthematik unserer Anleihe gut erfasst und unsere jährliche Kostenquote ziemlich genau getroffen.

    Schade ist, dass, Sie haben ja offensichtlich die Fähigkeit die Dinge zu verstehen, die Sie lesen, Sie wiederum hier sehr provokativ aggieren.
    Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass der Berater dem Kunden erklärte, hier fielen keine Kosten an, sondern, dass für den Kunden keine Kosten anfallen. Das wiederum ist völlig richtig.
    Ferner unterstellen, zumindest suggerieren Sie, dass wir durch unsere Anleihe wohl einen Verlust erwirtschaften werden, was Sie aus meiner Sicht kaum zu beurteilen vermögen, so gut haben Sie sich wohl doch nicht mit unserem Konzept auseinander gesetzt.

    Abschließend gilt darauf hinzuweisen, dass wir nicht in der Lage sind, aus Anleihengeldern heraus unsere Kosten zu decken, sondern ausschließlich aus Eigenkapital „Kosten übernimmt die Emittentin“ -> nicht der Kunde. Hier wiederum unterscheiden wir uns stark zu anderen Gesellschaften, die üblicherweise nicht nur einen entsprechenden Ausgabeaufschlag, Agio o.ä. nehmen, sondern darüber hinausgehende Kosten sogar aus eingeworbenen Geldern decken dürfen. Das wäre doch mal ein Thema, mit dem Sie sich befassen könnten.

    Sei es drum, warum ich Ihnen überhaupt schreibe, weil ich gerne hierzu ein Telefonat führen würde. Mich interessieren immer die Hintergründe dafür, dass sich jemand entscheidet, einen solchen Artikel online zu stellen, ohne sich mit dem Thema ausreichend auseinander gesetzt zu haben.

    Sie erreichen mich auf den in der Homepage genannten Kontaktdaten.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende.
    Christoph Scheffold, Geschäftsführer Captura GmbH

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    • Peterreins
      Peterreins says:

      Sehr geehrter Herr Scheffold,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie schreiben: „Ferner unterstellen, zumindest suggerieren Sie, dass wir durch unsere Anleihe wohl einen Verlust erwirtschaften werden, was Sie aus meiner Sicht kaum zu beurteilen vermögen, so gut haben Sie sich wohl doch nicht mit unserem Konzept auseinander gesetzt.“

      In meinem Beitrag über die Inhaberschuldverschreibung der Captura GmbH habe ich nichts unterstellt, noch irgendetwas suggeriert. Jedenfalls war das nicht meine Absicht. Ich habe Dinge nur nüchtern durchgerechnet.

      Was Ihr Konzept betrifft, haben Sie recht. Damit habe ich mich nicht inhaltlich auseinandergesetzt. Ich habe, wenn man so will, nur eine formale Anlayse erstellt. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Sie an dieser Stelle Ihr Konzept erläutern, das hinter der Captura-Inhaberschuldverschreibung steht.

      Mit freundlichen Grüßen
      Hannes Peterreins

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  2. Ingo Sabel
    Ingo Sabel says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Peterreins,

    im Prospekt steht ja, dass bis zu 10% des vermittelten Anleihekapitals an Provision an den Vermittler fließen.

    Leider werden viele Finanzberater, Vermittler, Makler dem Reiz der schnellen Provision erliegen und Ihren Kunden dieses „nicht ganz risikofreie“ Produkt als Festzinsanlage empfehlen.

    @Hr. Scheffold: Warum werben Sie damit, das die Emmittentin die Kosten trägt? Bei der kurzen Laufzeit wäre ein Ausgabeaufschlag sicher auch nicht zu verkaufen.

    Allerdings weisen Sie ja einen „Nettoemmissionserlös“ aus, der 12% unter dem Nominalwert liegt. Sie wollen die Anleihe zwar zum Nominalwert zurück zahlen, den Anleger also mit diesen 12% nicht belasten, dennoch ist es doch so, dass Sie diesen Betrag zusätzlich zur Verzinsung erst einmal wieder erwirtschaften müssen.

    Sie investieren diese Gelder. Im Grunde sind da schon recht ambitionierte stille Beteiligungen notwendig, um 34% Rendite p.a. zu erzielen. Nicht zu vergessen, das diese 34% nicht ausreichen, wenn die Captura GmbH auch selbst noch etwas verdienen möchte. Wenn nun mal die eine oder andere stille Beteiligung nicht das von Ihnen gesteckte Renditeziel erreicht oder gar mit Verlust oder schlimmstenfalls mit Totalausfall endet, dann müssen wiederum andere Investitionen mit deutlich über 34% dabei sein, eher mal eben 50, 60 oder 70%.

    Sie verstehen sicher, dass man da vorsichtig wird, wenn das Investitionsangebot von Beratern als „Alternative zum Festgeld“ bezeichnet wird.

    Im Grunde trägt doch hier der Anleger ein erhebliches Risiko. Gibt es zu den getätigten Beteiligungen schon eine Leistungsbilanz? Im Prospekt findet sich ja nur die Bilanz des Rumpfjahres 2010.

    Mit nachdenklichen Grüßen
    Ingo Sabel

    Antworten
  3. Peter Hahn
    Peter Hahn says:

    Sehr geehrter Herr Peterreins,

    ich möchte mich Herrn Scheffold anschließen. Wenn Sie mit Vertrauen werben dann müssen Sie sich gründlich mit den Anlagen auseinandersetzen. Sie können nicht sagen Anleihe ist Anleihe und dann nur die Kosten betrachten. Ganz abgesehen davon, daß gute Dinge immer Ihren Preis haben interessiert den Anleger sein Nutzen und nicht die Kosten. Wenn Sie eine Siemens Aktie mit einer Appel Aktie vergleichen und Sie geben eine Empfehlung auf Basis der Kosten, ohne das Geschäftsmodell zu analysieren werden Sie eine nicht fundierte Meinung abgeben und das in Sie gesetzte Vertrauen nicht rechtfertigen können. Legen Sie beide Aktienkurse übereinander und Sie erkennen den Unterschied. Sie sehen, wie wichtig das Verständnis des Geschäftsmodells ist.
    Sie empfehlen auf Ihrer Webseite u.a. Tagesgeld- und Festgeldanbieter, wie die ING-Diba mit 2,5% für 12 Monate und die Augsburgee Aktienbank mit 1,5% für 6 Monate.
    Leider ist der Rat bzw. die Zinssätze etwas veraltet. Aber klären Sie die Kunden auch darüber auf, daß die „allgemeinen Kosten“ aus diesen Anlagen einen sicheren Wertverlust einbringen?

    Die „allgemeinen Kosten“ sind die Abgeltungssteuer, plus Soli und Kirche und die Inflation.

    Nur weil es eine Einlagensicherung gibt können Sie doch nicht diese sichere Verlustanlage empfehlen.

    Sie kennen sicher auch die Eigenkapitalausstattung der Banken? Da müsste doch schnell klar sein, daß diese Einlagensicherung nicht funktionieren wird, wenn man sie braucht.

    Den Ihnen vertrauenden Anlegern sollten Sie Hinweise geben, was u.a. im §4 Pkt.2 steht. Einfach ausgedrückt: Wenn es der Bank schlecht geht – fliegt sie aus der Einlagensicherung raus!

    Das ist Bankentypisch. Scheint die Sonne verteilen sie Regenschirme. Aber beim ersten Tropfen will sie die alle wieder haben.

    Weiter im §6 Pkt. 10 Zitat: „Ein Rechtsanspruch auf Eingreifen oder auf Leistungen des Einlagensicherungsfonds besteht nicht“

    Nicht zuletzt §5 Pkt. 13 Zitat: „Nicht zulässig ist die Werbung mit der Sicherheit der Einlagen… Die Banken sind verpflichtet, gegen eine unzulässige Werbung mit der Sicherheit ihrer Einlagen durch dritte einzuschreiten“.

    Ich denke das sagt doch alles. Kann man dem vertrauen? Vertrauen Sie dem? Können Kunden Ihrem Rat vertrauen?

    Ich vertrau der Captura-anleihe, weil mir mein wirtschaftliches Verständnis sagt, daß dieses Geschäft funktioniert. Es funktioniert täglich bei hunderten Klein- und mittelständlern und Gewerbetreibenden. Gegen die Risiken kann man vorbeugend viel tun – so wie es die Captura tut

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins says:

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Sie schreiben: „Ich vertrau der Captura-anleihe, weil mir mein wirtschaftliches Verständnis sagt, daß dieses Geschäft funktioniert…. Gegen die Risiken kann man vorbeugend viel tun – so wie es die Captura tut“

      Können Sie mir bitte erklären, wie das Geschäft von Captura funktioniert, in das Sie so viel Vertrauen haben. Ich frage ernsthaft. Weil mir ist nicht ganz klar, womit Captura sein Geld verdient. Auch Herrn Scheffold habe ich diese Frage schon gestellt. Er hat bislang nicht geantwort. Also ich würde das wirklich gerne wissen: Was genau ist das Geschäftsmodell der Captura GmbH?

      Mir ist es egal, ob Sie oder Herr Scheffold antwortet. Ich nehme auch an, dass sich die Anleger bzw. potenziellen Käufer der Schuldverschreibung für die Antwort interessieren.

      Antworten
  4. Ingo Sabel
    Ingo Sabel says:

    Hallo Herr Hahn,

    nachdem ich mir das Video auf Ihrer Website und den Prospekt der Captura angesehen habe, stellen sich mir Fragen:

    1. Das Sicherheitskonzept, also die z.B. vom Handwerker abgetretenen Lebensversicherung, ist ein Mittel mit dem Sie werbe. Aber, welcher Handwerker oder andere Betrieb wäre so dumm, 20% Zins p.a. in Form der Gewinnbeteiligung zu zahlen, wenn er bei jeder Bank, oder sogar von seiner Versicherungsgesellschaft auf eine solche werhaltige Sicherheit auch ein Darlehen zu einem Zins von 5 bis 7% erhalten würde. Das gleiche gilt ja für die weiter erwähnten Sicherheiten wie Grundschulden, da wäre der Zins ja noch geringer für ihn.

    2. Wie geht es an, das die Emittentin die Kosten der Emission aus Firmenmitteln übernimmt, aber dennoch 12% Kosten zu einem Nettoemissionserlös führen der bei einer 2.000.000€ Anleihe nur 1.760.000€ beträgt und auch so ausgewiesen wird?

    3. Im Prospekt wird erwähnt, der Treuhandvertrag sei einsehbar auf der Website, ich finde diesen nicht, liegt er Ihnen vor?

    4. Sind die Risiken nicht etwas verwischt, wenn Sie die Anleihe auf Ihrer Seite als Festgeld bewerben??

    5. Im Prospekt sind die Summen der erfolgten Beteiligungen immer mit dem Vermerk versehen „(interne Berechnung/ungeprüft)“. Wenn aber die Zielinvestitionen über den Treuhandvertrag laufen, warum sind diese dann nicht testiert. Es wäre sicher vertrauensbildend wenn der Treuhänder auch die Anzahl und Summe der Beteiligungen ebenfalls bestätigen würde. (Prospekt Seite 22 Nr. 12 d))

    Nach meinem geschäftlichen Verständsnis, wirft vor allem der Aspekt aus Frage 1 Zweifel am Konzept auf. Für 100% besichertes Geld zahlt kein Unternehmer Beschaffungskosten die eher im Bereich von Risikokapital liegen.

    Was meinen Sie dazu?

    Ingo Sabel

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins says:

      Naja, das eigentlich Interessante ist, dass 20 % p.a. noch nicht einmal genügen, damit das Ganze für die Captura GmbH ein Plusgeschäft wird. Wenn die Fremdfinanzierung der Captura GmbH unterm Strich (nach Abzug der Kosten) über 30 % p.a. kostet, um das eingesammelte Geld in Geschäfte zu investieren, die 20 % p.a. bringen (wenn das denn möglich sein soll), dann hat Captura immer noch einen gewaltigen Verlust von mehr als 10 % im Jahr. Ich frage mich, wie ein solches Konzept langfristig funktionieren soll?
      Icxh würde mich aufrichtig freuen, wenn Herr Hahn oder Herr Scheffold mir diese Frage beantworten.

      Antworten
  5. Scheffold, Christoph
    Scheffold, Christoph says:

    Allen zusammen ein herzliches „Grüß Gott“!

    Nachdem sich die Seite hier offensichtlich mehr Interesse erfreut als die durch uns veröffentlichten Unterlagen auf unserer Homepage möchte ich mich nun doch ein weiteres Mal äußern.

    Vorab: Der Treuhand- und Verwaltungsvertrag ist 1 zu 1 in der Informationsbroschüre abgedruckt. Ferner befindet sich dort auch ein Beispiel über unsere Investments.

    An dieser Stelle möchte ich eben deutlich machen, dass unsere Kunden keine „kranken“ oder „mittellosen“ Gesellschaften sind sondern i.a.R. Gesellschaften, die gute Geschäfte machen und darüber hinaus mehr Geschäft machen könnten, wenn Sie die finanziellen Mittel hätten.

    Beispielsweise arbeiten Partner in dem derzeit höchst lukrativen Immobilienmarkt in der Form, dass z.B. monatlich 3-4 Eigentumswohnungen (ETWs) an und wieder verkauft werden. Der Ertrag entsteht hierbei natürlich im Einkauf oder etwaigen wertsteigernden Maßnahmen, sei es Renovierung oder gar Sanierung. Hier ist ebenfalls erwähnenswert, dass häufig sogenannte Globalobjekte mit diversen ETWs gekauft werden können und im Gesamtpaket recht günstig erworben werden können. Nun teilt man dieses eine Objekt in viele ETWs auf und verkauft diese einzeln ab, was wiederum deutlich höhere Verkaufserlöse erwirkt.

    Die Partner nutzen für diese Geschäfte eigenes vorhandenes Kapital in Verbindung mit Kreditrahmen, die bankseitig zur Verfügung gestellt werden. Wer sich hier ein wenig auskennt, weiß, dass Banken ein Gesamtobligo errechnen und darüber hinaus eher selten bis gar nicht Mittel gewähren.

    Hat nun ein Partner die Möglichkeit, Immobilien günstig zu erwerben und gewinnbringend weiter zu veräußern, kann er dieses Geschäft häufig nicht umsetzen, da ihm z.B. die Mittel für den Ankauf fehlen, da diese in bereits getätigten Geschäften gebunden sind. Hier kommen wir ins Spiel.

    Der Immobilienmarkt ist derzeit für uns der interessanteste Markt, da zum einen, wie bereits erwähnt, sehr lukrative Margen erzielt werden können, zum anderen die Besicherung in solchen Geschäften ausgesprochen gut funktioniert und wir uns obendrein in diesem Markt sehr gut auskennen.

    Was die ominöse Kostenquote unsererseits betrifft, hier ein paar Fakten:
    – Gem. Vorgaben muss die Kostenquote in End. Bed. ausgewiesen werden.
    – Wir tragen diese jedoch aus Eigenmitteln, gem. Treuhand- und Verwaltungsvertrag ist dies aus Kundengeldern auch nicht möglich
    – Erzielt ein Geschäftspartner eine Marge von 50% in einem Geschäft, was in drei Monaten abgewickelt werden kann, bedeutet das noch nicht, dass er in Geschäften, die 1 Jahr in Anspruch nehmen 200% erwirtschaftet. Ich bitte daher, nicht den Fehler zu machen losgelöste Geschäfte hoch zu rechnen
    – Plakativ: Wie viel haben Sie für Ihre letzte Jeans bezahlt, was schätzen Sie hat die Produktion gekostet?

    Unser Konzept lässt es zu, sowohl den Kunden den Zins zu zahlen den sie haben möchten (wir boten zu Begin sogar mehr, wollte keiner), unseren Partnern, die unser Produkt bewerben ein ordentliches Gehalt zu zahlen, unsere eigenen Kosten zu decken und obendrauf auch noch etwas zu verdienen.
    Die Partner mit denen wir hier zusammen arbeiten sind ebenfalls überglücklich, da jedes Geschäft für sie Mehrertrag bedeutet und der größte Anteil der Marge ihnen bleibt.

    So, abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass ich auf einem Konto bei der wohl größten Bank in Deutschland, dass ich für meinen Neugeborenen eingerichtet habe eine Verzinsung von 0,25% p.a. erhalte, wiederum diese Bank in der Presse klar als Ziel hat eine Rendite aufs Eigenkapital in Höhe von 30% p.a. (man kann Zahlen also auch nach unten „schönen“ ;o)) zu erzielen. Auf Rückfragen, dass das ja schon sehr offensichtlich ist und der Zins entweder heulen oder lachen zulässt, erhielt ich die Antwort: Irgendwie müssen wir ja auf unsere Rendite kommen.

    Verzeihen Sie mir die Einstellung, dass wo Geld verdient wird, gerne jeder, der dafür etwas geleistet hat, und sei es nur sein Kapital zur Verfügung zu stellen, auch entsprechend was davon haben soll.

    Ich wünsche allen frohe Ostern und gute Geschäfte.

    Schöne Grüße
    Christoph Scheffold

    Antworten
  6. Pinoccio
    Pinoccio says:

    Gesunder Menschenverstand -> Analogie nach dem bekannten Pinoccio-Märchen:
    Also, wenn Ihr euer versteuertes Geld nehmt und es auf dem Wunderfeld vergrabt und eine Nacht wartet, dann erblüht am nächsten Tag ein Geldbaum und euer Vermögen hat sich vermehrt […]

    Die erwähnte Gesellschaft ist ein Start-Up, welches gerade mal seit ein paar Jahren besteht. […].
    … zumindest war der Name „Marcus Scheffold“ schon mal im Zusammenhang mit Schneeballsystemen negativ in der Presse (das kann natürlich auch nur eine zufällige Namens-, Orts- und Jahrgangsgleicheit sein). Siehe diesen Focus online-Artikel.

    Allerdings haften die unternehmerisch handelnden Personen nicht persönlich, da die GmbH lediglich über ein Stammkapital von T€ 25 verfügt…..im Gegensatz zu den Anlegern. Wer hier von Festgeldcharakter redet ist ein Dilettant. Das ist direkt oder indirekt eine unternehmerische Beteiligung mit dem Risiko eines Totalausfalls.

    Und die Argumente mit bösen Banken und fehlender Einlagensicherung „auf Stammtischniveau“ dienen im Wesentlichen nur der Verunsicherung von Kleingeistern, die endlich mal richtig Kase machen wollen – Gier frist Hirn!

    Antworten
  7. Peter Hahn
    Peter Hahn says:

    Sehr geehrter Herr Pettereins,

    haben Sie nun eigentlich zwischenzeitlich das Angebot von Herrn Scheffold angenommen, und mit ihm telefoniert, sich mit dem Prospekt etc. beschäftigt, um das Geschäftsmodell zu verstehen?

    Irgendwie stehen hier noch Behauptungen im Raum, die nicht bewiesen bzw. ordentlich zu Ende geklärt wurden.

    Wir haben Mandanten, die meinen, sich an Sie halten zu können, wenn ihnen durch Ihre „Falschberatung“ Nachteile entstehen. Schließlich stehen Sie unter BaFin-Aufsicht und für Beratungsfehler sind Sie haftbar.

    Auch wenn Sie behaupten: „In meinem Beitrag über die Inhaberschuldverschreibung der Captura GmbH habe ich nichts unterstellt, noch irgendetwas suggeriert.“
    Sie tun es! Wir haben Mandanten, die uns dies schriftlich bestätigten.

    Es ist also an der Zeit, daß Sie Ihrem Anspruch gerecht werden und eine ordentliche Recherche machen und hier Aufklärung geben.
    Oder wollen Sie, daß alles was Sie auf Ihre Webseite schreiben und wahrscheinlich auch persönlich beraten in Zweifel gezogen wird?

    Bis jetzt ist das Ende dieser Disskussion die Feststellung von Herrn Scheffold:

    „Mich interessieren immer die Hintergründe dafür, dass sich jemand entscheidet, einen solchen Artikel online zu stellen, ohne sich mit dem Thema ausreichend auseinander gesetzt zu haben.“

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins says:

      Ich kann nur so viel sagen: ich würde keinen meiner Kunden raten, Geld in eine Inhaberschuldverschreibung von Captura zu investieren. Das kann aber jeder Anlageberater mit sich selbst und seinem Gewissen ausmachen.

      Antworten
  8. LDreyer
    LDreyer says:

    Sehr geehrte Herren,

    es sind in Summe sehr interessante Aussagen in den Emails dieser Seite gemacht worden:

    1. Zusammengefasst verstehe ich Herrn Hahn so, dass der Anleger dem Einlagensicherungsfonds der Banken nicht trauen kann. Ich habe die aufgeführten Zitate zu den Rechtsgrundlagen des Fonds nicht geprüft und weiss nicht, ob diese aus dem Zusammenhang gerissen sind. Interessant ist aber, dass hier wohl die Auffassung vertreten wird, dass Aussagen in anderen Publikationen (z.B. FInanztest) zur Einlagensicherung bei Banken kein Vertrauen geschenkt werden kann.

    2. Wenn diesen öffentlichen Aussagen kein Vertrauen geschenkt werden kann, so frage ich mich, warum den Aussagen im Exposé der Captura GmbH zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodelles vertrauen geschenkt wird? Auch im Immobilienmarkt kann es Schwankungen geben, die die nötige Rendite in Frage stellen. Im Exposé vom 21.03.2013 werden die Risiken auf den Seiten 9-13 auch ausführlich beschrieben.

    3. Gibt es vom Treuhänder eine rechtsverbindliche Bestätigung, dass die Einlagen und Zinsen aus den bisherigen Darlehen fristgerecht an die Darlehensgeber zurückgezahlt wurden, und zwar aus dem Erlös der mit den Mitteln finanzierten Geschäfte?

    4. Ferner würde mich interessieren, warum die Captura GmbH bereits für den zweiten Jahresabschluss den Wirtschaftsprüfer gewechselt hat und wann der geprüfte Abschluss des Jahres 2012 vorliegen wird.

    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten

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