Immobilien und Inflationsschutz

Viele Menschen machen sich derzeit Sorgen, weil sie einen starken Anstieg der Inflation erwarten. Nehmen wir an, dass die Geldentwertung in den kommenden Jahren tatsächlich stark ansteigen wird, dann ist die große Frage ist natürlich: Wie schützt man sich dagegen am besten?

Landauf, landab hört man den Rat, man solle dazu in Sachwerte investieren, vorneweg auf der Empfehlungsliste stehen Immobilien. Bei vielen Deutschen gelten Immobilien als solide und sicher. Und direkt gebetsmühlenartig bekommt man zu hören: Gegen eine Inflation helfen Immobilien am besten.

In diesem Zusammenhang finde ich einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung interessant, den ich am 2. Mai gelesen habe: „Das Märchen vom Inflationsschutz“…

In dem SZ-Artikel steht unter anderem:

„… Wer überlegt, sich aus Angst vor der Inflation eine Immobilie anzuschaffen, bekommt häufig folgendes Szenario aufgetischt: Die Schluden, die man für den Kauf von Haus oder Wohnung aufnimmt, würden von der Inflation entwertet, wogegen der Wert der Immobilie bestehen bliebe oder sogar steige. Das klingt gut, doch meist fällt die Schlussrechnung anders aus.

In den vergangenen Jahrzehnten konnten die Wertsteigerungen bei Immobillien mit der Teuerung in Deutschland meist nicht mithalten. In Westdeutschland etwa stiegen die Immobilienpreise seit 1990 zwar nominal um ein Viertel, real verloren die Objekte aber durchschnittlich 14 Prozent ihres Wertes. In den neuen Ländern, so berechnete DB Research, fielen die Einbußen mit 27 Porzent noch höher aus…

Für Kleinanleger aber ist die Angst vor der Inflation keine gute Treibfeder. Ein übereilter Kauf eines drittklassigen Objekts bringt sonst am Ende nicht die erhoffte Sicherheit, sondern nur eine Menge Ärger.“

Ich warne auch Anleger davor, sich übereilt und aus Angst vor einer vermeintlichen Inflation eine Immobilie anzuschaffen. Möglicherweise kommt es ja auch ganz anders als gedacht. Es ist durchaus denkbar, dass heute zwar viele Leute vor der Inflation Angst habe, sie aber doch nicht in dem befürchteten Ausmaß kommen wird. Und selbst wenn sie kommt, ist es keine ausgemachte Sache, dass in diesem Fall Immobilie ein gutes Investment sein werden.

Sehr empfehlenswert finde ich übrigens auch Gerd Kommers Buch: „Kaufen oder mieten?: Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen

Gerd Kommer räumt mit einer ganzen Reihe von Mythen im Zusammenhang mit Immobilien auf. Siehe auch meine Besprechung des Buches: Das neue Buch von Gerd Kommer: Kaufen oder Mieten?

1 Antwort

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  1. Immobilienblase auch in Deutschland…

    Der Immobilienhype hat nun auch Deutschland erreicht. Sollten Sie daran zweifeln, dann blicken Sie nur um sich. Die Immobilienmakler kommen gar nicht mehr nach, den Interessenten die begehrten Immobilien zu zeigen. Immobilien sind zum Selbstläufer…

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