Geschichte der DM

 Hier ein sehr interessanter Link zum Thema Geschichte der DM.

   Besonders bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass die gute alte DM zunächst als schwache Währung begonnen hat. Bis Anfang der 1960er-Jahre war dei DM sozusagen eine Weichwährung. Und genau das war unter anderem eine Voraussetzung für das deutsche Wirtschaftswunder nach dem Krieg. Erst relativ spät wurde die DM zu einer solch harten Währung, an die sich viele von uns erinnern.

Dass die gute alte DM immer und von Anfang an stark war ist ein Mythos. Vielmehr haben wir Deutsche anfangs stark davon profitiert, dass die DM gerade nicht stark war. Mir ist nicht klar, warum so viele Menschen heute meinen, dass eine feslsenfest starke Währung für uns unbedingt gut sei.

Wirtschaftlich kann eine zu starke Wärhung sehr problematisch sein. Gerade die Zeiten, in denen der Gold- oder Silberstandard Gültigkeit hatte, zeigt dies. Es gab kaum schwerere wirtschaftliche Krisen als im Laufe des 19. Jahrhunderts. Und selbst die große Depression in den 1930er-Jahren ist mit Sicherheit auf dem sturen Festhalten an dem Goldstandard verschlimmert worden. Siehe dazu beispielsweise das sehr lesenswerte Buch: Die Herren des Geldes. Wie vier Bankiers die Weltwirtschaftskrise auslösten und die Welt in den Bankrott trieben.

2 Antworten
  1. TÜLAI
    TÜLAI says:

    „Mir ist nicht klar, warum so viele Menschen heute meinen, dass eine felsenfest starke Währung für uns unbedingt gut sei.“

    Ich weiß nicht, ob die Aussage ernst gemeint ist. Probehalber nehme ich es an.

    Mein uncharmanter Vorschlag einer Antwort:
    Interesse am Erhalt von Geldvermögen haben diejenigen, die in den vergangenen Jahrzehnten beträchtliche Geldvermögen zusammenbringen konnten bzw. es auch heute können. Für den bloßen, risikoarmen Erhalt von Geldvermögen ist eine kaufkraftstabile Währung wesentlich.

    Aufgrund gestiegener und weiter zunehmender Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen (beispielsweise wurde eine Vermögenssteuer abgeschafft) entwickelt sich der materielle Wohlstand zwischen Vermögenden und einer wachsenden Anzahl derer, die gerade so ihr Auskommen haben, in der BRD seit etlichen Jahren immer stärker auseinander. Dazu führt Herr Jahnke wiederkehrend recht glaubwürdige, als seriös geltende statistische Belege an.

    In den meisten sogenannten sozialen Berufen (Krankenschwestern, Pflegeberufe, Unterrichtende mit Zeitverträgen im Hochschuldienst usw.) gibt es beim besten Willen nur wenig zu verdienen. Gerade wenn man seine Arbeit gewissenhaft und einsatzfreudig macht und sich für die anvertrauten Menschen Zeit nimmt, sind die Tätigkeiten strapaziös und kräftezehrend. Bessere Leistung bzw. Mehrleistung wird in solchen Berufen gerade nicht finanziell honoriert.
    Diese Erfahrung würde ich übrigens auf sanfte Weise gerne einmal Herrn Looman vermitteln.

    Allen, die knapp ihr monatliches Auskommen haben, kann die Wertentwicklung börsennotierter Wertpapiere und ihrer Euro-Währung weitgehend gleichgültig sein. Bei einer Jahresinflationsrate von +10% Prozent würden Tariflöhne, Altersrenten und außertarifliche Löhne letztlich nachziehen. Zum bloßen Überleben wird es weiterhin reichen.
    Ansparen können dagegen heute zunehmend mehr Haushalte nicht. Nach einer am 01.06.2011 im Deutschlandfunk erwähnten Studie von Prof. Andreas Hackethal sparen 17% der untersuchten Haushalte monatlich gar nicht an.

    Inflationsbefüchtungen scheinen mir die Sorge der Einkommensbezieher aus jeglicher Art von Geldvermögen (Anleihen, Aktiendividenden usw.). Das dürfte vorrangig diejenige Personengruppe sein, die die Dienste von Vermögensverwaltern in Anspruch nehmen.

    Viele Grüße
    TÜLAI

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins says:

      Sehr geehrter TÜLAI,

      in Deutschland wird häufig Inflation mit Hyperinflation gleichgesetzt. Dass eine Hyperinflation schlecht ist, steht außer Frage. Dass aber eine starke Währung gut ist für eine Volkswirtschaft oder auch in jedem Fall für Kapitalanleger, gehört in das Land der Mythen.

      Nehmen wir einmal als Beispiel den Übergang der ex-DDR-Länder in den 1990-er Jahren zur DM. Die Leute damals jubilierten und freuten sich, endlich die harte DM zu haben. Aus heutiger Sicht ist jedoch klar, dass die harte DM mitverantwortlich war für den dramtischen wirtschaftlichen Rückgang in den Ostländern. Anders formuliert: Hätten die Ost-Länder damals eine schwache Währung behalten können (was natürlich politisch so gut wie unmöglich war), so stünden sie heute ohne Frage besser da. Auch die Anleger hätten weniger verloren. Wie viele Milliarden wurden mit Ost-Immobilien versenkt? Hätten die Ost-Länder hingegen einen wirtschaftlichen Aufschwung geschäfft (auch mittels einer schwachen Währung), dann wären all diese Investments heute mit Sicherheit werthaltiger als sie es heute sind.

      Anderes Beispiel: Großbreitannien und Frankreich in den 1920-er Jahren. Nach dem Ersten Weltkriegen war in Frankreich und England der Goldstandard außer Kraft gesetzt. Der damalige Finanzminister W.inston Churchill entschied sich 1927 dafür, den Goldstandard wieder einzuführen, um ein hartes Pfund sicherzustellen. Frankreich hingegen ließ den Franc eine Weichwährung werden. Das Ergebnis: In England kam es zu einer dramatischen Wirtschaftskrise, so dass Churchill seine Entscheidung, den Goldstandard wieder einzufürhen, im Nachhinein als die schwerste Fehlentscheidung seines Lebens bezeichnete. Aus heutiger Sicht ist klar, dass das harte Pfund in den 1920-er Jahren mitverantwortlich ist für den wirtschaftlichen Niedergang Großbritanniens.

      In Frankreich hingegen fing die Wirtschaft an zu boomen. Franzöische Aktien stiegen. Hier war alles bestens – dank einer schwachen Währung.

      Und, wie gesagt, die Tatsache, dass die DM in den 1950-er Jahren eine schwache Währung war (keine starke!!!) war eine wichtige Unterstützung für das damalige „Wirtschaftswunder“. Erstens ging es damals mit der Wirtschaft nach oben und zweitens auch mit den Aktien.

      Woher also der Mythos, dass eine harte Währung gut sei?

      Ich vermute, dass wir Deutschen einfach schwache Währung mit Hyperinfaltion gleichsetzen. Es wird dann so geschlossen: Hyperinfaltion ist schlecht, also ist eine weiche Währung schlecht, also ist eine harte Währung gut. Übersehen wird dabei, dass eine harte Währung für sich genommen gar nicht so gut ist. Das zeigt die Geschichte an manngifaltigen Beispielen. Zu hohe Inflation ist aber natürlich auch nicht gut. Wie immer im wirtschaftlichen Bereich gibt es kein klares Schwarz-Weiß, sondern Schattierungen von Grautönen.

      Ich kritisiere an den Hart-Währungs-Fanatikern, dass sie bedenkenlos sagen: „Harte Währung = Gut“. Und diese Gleichsetzung stimmt weder für die reale Wirtschaft noch für Kapitalanleger, jedenfalls so allgemein formuliert.

      Antworten

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