AWD-Gründer Carsten Maschmeyer im SZ-Interview

Carsten Maschmeyer ist einer der erfolgreichsten Finanzunternehmer Deutschlands. 1988 gründete er den Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD) mit Sitz in Hannover. Lange Zeit warb der AWD damit, unabhängig zu beraten, was ihm inzwischen verboten ist (Siehe hier).

In jüngster Zeit hat eine TV-Reportage des Norddeutschen Rundfunks (NDR) über Carsten Maschmeyer für einigen Wirbel gesorgt. Der NDR-Beitrag weist unter anderem Maschmeyers gute Kontakte zu deutschen Spitzenpolitiker hin. Außerdem stellt die Reportage die Gechäftsmethoden Maschmeyers als fragwürdig und unseriös dar. Der Reporter erwähnt immer wieder die vielen durch den AWD geschädigten Anleger.

Als Reaktion darauf schnwingt Maschmeyer die juristische Keule. Siehe beispielsweise den Wiwo-Beitrag: „Maschmeyers Masche mit den Medien„.

Am Wochenende (5./6. Februar) wurde nun ein Interview mit Carsten Maschmeyer in der Süddeutschen Zeitung abgedruckt …

In dem SZ-Interview mit dem Titel „Das Leben hat mich sehr gut behandelt“ steht auf Seite 24 (siehe auch hier):

„SZ: Haben AWD-Berater ihren Kunden verraten, dass 15 Prozent Provision für ein Fondsprodukt fällig sind?

Maschmeyer: Ich habe gelesen, dass bei einem Produkt von einem Hersteller für sämtliche Vertriebspartner – nicht nur für den AWD – diese hohe Provision gezahlt worden sein soll.“

Das ist ja der entscheidende Punkt. Man muss als Finanzberater ja nicht mit solchen Produkten arbeiten, bei denen eine Abschlussprovision in Höhe von 15 Prozent anfällt. Ich für meinen Teil sondere genau solche Angebote aus, weil mir hier die Kostenbelastung als viel zu hoch erscheint. Auch wenn alle Finanzberater ein solches Anlageprodukt für empfehlenswert halten, so würde ich dennoch meinen Kunden davon abraten.

 Nehmen wir an, dass ansonsten keine weiteren Kosten anfallen, dann ist die Rechnung sehr einfach: Angenommen, dass ein Finanzberater seinem Kunden dazu rät, 10.000 Euro in ein Anlageprodukt zu investieren, bei dem 15 Prozent Innenprovision anfällt. Dann erhält der Finanzberater eine Provision von 1500 Euro und faktisch werden nur 8.500 Euro investiert. Das Investitionsobjekt muss nun 17,6% Rendite erzielen, einfach nur damit diese anfänglichen Kosten wieder eingeholt werden.

Ist dieses Anlageprodukt beispielsweise auf 10 Jahre ausgerichtet, dann müsste das Investitionsobjekt 1,6% Rendite pro Jahr erzielen, damit der Kunde nach 10 Jahren mit plus/minus Null herauskommt. Das ist kein Pappenstiel.

Anders gerechnet: Falls das Investitionsobjekt 5% Rendite p.a. erzielt, dann wird die Rendite für den Anleger nach Kosten bei etwa 3,3% liegen. Und dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, dass es bei geschlossenen Fonds in der Regel auch noch laufende Management- und Verwaltungskosten anfallen (die nicht selten bei etwa 2% liegen).

Offenbar haben die hohen anfänglichen Kosten einen erheblichen Einfluss auf die Rendite, die der Anleger erwarten darf. Wenn ich bei einem Anlagerprodukt zu hohe Kosten feststelle, dann rate ich meinen Kunden davon ab. AWD-Berater tun das offenbar nicht. Maschmeyer beruft sich vielmehr darauf, dass andere Finanzvertriebe ja ebenso hohe Provisionen kassieren.

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