Bericht über das Börsenjahr 2010

2010 war ein sehr durchwachsenes Börsenjahr. Amerikanische und deutsche Aktien beispielsweise gewannen, Kursverluste dagegen gab es bei europäischen Aktienindizes. Im Fokus stand dieses Jahr die sogenannte Euro-Krise.

Die europäische Staatsschulden-Krise

Diese Krise begann im Januar damit, dass man einen Staatsbankrott Griechenlands befürchtete. Griechische Staatsanleihen erlebten große Kursverluste. Bei der Platzierung neuer Staatsanleihen musste Griechenland sehr hohe Zinsen in Kauf nehmen.

Nach monatelangem Zögern sagte die europäische Staatengemeinschaft im April Finanzhilfen für Griechenland in Höhe von bis zu 80 Mrd. Euro zu. Dies sollte die angespannte Situation stabilisieren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) steht mit zusätzlichen 30 Mrd. Euro bereit.  Der Anteil Deutschlands beläuft sich im ersten Jahr auf 8,4 Mrd. Euro. Diese Hilfen geschehen in Form von Krediten, die sich mit 5 Prozent verzinsen und in drei Jahren zurückzuzahlen sind.

Zwar schaffte dieses Hilfspaket Griechenland Luft. Doch waren die Finanzmärkte in Sorge, dass neben Griechenland auch Irland, Portugal und Spanien die Staatsschulden über den Kopf wachsen würden.

Daher beschlossen die Euro-Staaten neben dem Hilfspaket für Griechenland noch einen sogenannten Euro-Rettungsschirm in Höhe von 750 Mrd. Euro. Dieser Rettungsschirm soll bereitstehen für solche Euro-Mitgliedstaaten, die sich schwer tun, ihre Staatsschulden auf herkömmlichem Wege über die Kapitalmärkte zu refinanzieren. Ähnlich wie das Griechenland-Hilfsprogramm ist auch der Euro-Rettungsschirm auf drei Jahre bis 2013 ausgerichtet. Der Schutzschirm besteht im Wesentlichen aus Kreditgarantien der Euro-Staaten und Kreditlinien des IWF.

Im November hat als erstes Irland den Euro-Rettungsschirm beansprucht. Mittels der Garantien konnte sich Irland so am Kapitalmarkt refinanzieren. Aufgrund der Konstruktion des Euro-Rettungsschirmes muss aber Deutschland Irland nicht direkt Kredite geben. Faktisch wird Deutschland erst dann zur Kasse gebeten, wenn Irland in ein paar Jahren diese Kredite nicht zurückzahlen können sollte.

Noch vor ein paar Jahren galt Irland als europäischer Musterschüler mit einer sehr niedrigen Staatsverschuldung. Die Misere in Irland beruht darauf, dass vor ein paar Jahren der irische Immobilienmarkt boomte und die Banken mehr als bereitwillig waren, Immobilienkredite zu vergeben. Als dann irische Immobilien dramatisch an Wert verloren, kamen auch die irischen Banken ins Straucheln und konnten nur mit Hilfe des irischen Staates überleben. Das brachte wiederum den irischen Staat an seine finanziellen Grenzen.

Dublin kann dank des Euro-Rettungsschirms seinen Bankensektor schneller sanieren. Für die Kredite muss Irland deutlich weniger Zinsen zahlen als am freien Markt, wo irische Staatsanleihen mit Zinsen um die acht Prozent gehandelt werden. Die Nothilfe soll verhindern, dass andere Sorgenkinder wie beispielsweise Spanien oder Portugal mit in den Strudel gerissen werden.

Relativierung der Euro-Krise

In den Medien wird diese Schuldenkrise europäischer Staaten immer wieder mit dem Fortbestand des Euros als Währung verknüpft. Daher werden finanzielle Hilfen für diese Staaten zu Rettungsaktionen für den Euro hochstilisiert. Nach dem Motto: „Wenn wir Irland nicht bei seinen Staatsschulden retten, dann wird der Euro untergehen und mit ihm das Projekt Europa.“

Wie genau es zu dieser Verknüpfung gekommen ist und warum das in den Medien gebetsmühlenartig wiederholt wird, ist mir nicht klar. Denn offensichtlich hat der Fortbestand einer Währung nichts damit zu tun, ob es innerhalb dieses Währungsraums zu größeren Pleiten kommt.

Beispielsweise war in den 1970er Jahren der Staat New York zahlungsunfähig. Wer hat damals von einem Ende des US-Dollars geredet? Oder davon, dass man New York besser aus dem US-Dollar-Raum ausschließen sollte?

Anderes Beispiel: Zu DM-Zeiten war einmal der Stadtstaat Bremen in einer großen finanziellen Bredouille. Hat sich damals irgendjemand Sorgen um den Fortbestand der DM gemacht? Oder kam damals jemand auf die Idee, Bremen aus dem DM-Raum aus­zu­schlie­ßen?

Hier ein paar Zahlen und Fakten. Griechenland und Irland machen jeweils nicht mehr als 2 Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung aus. Die Staatsverschuldung von Irland und Griechenland zusammen belaufen sich etwa auf 550 Mrd. USD. Das ist natürlich ein großer Betrag. Interessant ist aber, dass Lehman Brothers zum Zeitpunkt der Pleite eine Bilanzsumme in Höhe von fast 700 Mrd. USD hatte, also etwa 25 % mehr als Irland und Griechenland zusammen.

Und Lehman ist ja bekanntlich in Folge solcher Wertpapiere in die Knie gegangen, die heute als toxische US-Hypothekenpapiere bezeichnet werden. Das Gesamtvolumen dieser US-Schrottpapiere wird auf etwa 58.000 Mrd. USD geschätzt. Das ist ein um den Faktor 105 größeres Volumen als alle irischen und griechischen Staatsanleihen zusammen.

Offensichtlich handelte es sich bei der amerikanischen Subprime-Krise um eine ganz andere Größenordnung als bei der europäischen Staatsschuldenkrise. Natürlich ist es eine gefährliche Situation, wenn Staaten möglicherweise in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Dennoch habe ich den Eindruck, dass hier in den Medien einige Dinge stark übertrieben werden. Ein nüchterner Blick auf die Zahlen hilft dabei, die Sache zu relativieren.

Im Oktober 2010 lernte ich den amerikanischen Professor Kenneth Rogoff persönlich kennen. Prof. Rogoff schrieb das Buch „Dieses Mal ist alles anders“. Darin analysierte er zahlreiche Finanzkrisen seit 800 Jahren. Immerhin gab es seit 1800 in Europa insgesamt 73 Staatsschuldenkrisen und seit 1945 weltweit 138 Bankenkrisen.

Bei jemandem wie Prof. Rogoff, der sich so intensiv mit allen möglichen Finanzkrisen beschäftigt hat, hätte ich eine pessimistische Grundhaltung erwartet. Das Erstaunliche für mich war, dass das genaue Gegenteil der Fall war. Prof. Rogoff sagte: „Es sind schon so viele Finanzkatastrophen passiert und dennoch ging es jedes Mal weiter. Und auch diesmal wird die Welt nicht untergehen.“

Die Euro-Krise und die Kapitalmärkte

Auch wenn die Größenordnung der europäischen Staatsschuldenkrise bisher relativ klein war und der Zusammenhang zum Euro als Währung alles andere als klar ist, so ist nicht abzustreiten, dass die europäische Schuldenkrise die Kapitalmärkte im Jahr 2010 immer wieder sehr verunsicherte. So kam es zu heftigen Kursabstürzen von 10% und mehr innerhalb von ein paar Tagen. Der EuroStoxx 50 beispielsweise verlor von Mitte Januar bis Februar etwa 12%, und im Mai sogar über 14%. Auch im November kam wieder Unruhe auf, diesmal aber verloren europäische Aktien etwa 7,5%.

Was bedeutete die Euro-Krise für die Dr. Peterreins-Fonds?

Die Total Return-Fonds haben eine Zielrendite, die netto ein paar Prozent über der Geldmarktrendite liegen soll. Eine solche Überrendite kann man nur anstreben, indem gewisse begrenzte Risiken eingegangen werden. Dennoch steht bei den Total Return-Fonds der Kapitalerhalt im Vordergrund. Daher werden die eingegangenen Verlustrisiken mit Stop-Loss-Limits begrenzt.

Wegen der sehr heftigen und abrupten Kursrückgänge im Januar/Februar, sowie im Mai 2010 wurden die Stop-Loss-Limits in den Total Return-Fonds zwei Mal erreicht. Dies führte unterm Strich dazu, dass die Total Return-Fonds in 2010 nur eine Rendite von etwa 0% erzielten. Genau genommen erreichte der Total Return 1-Fonds in eine Rendite von 0,12% in 2010, der Total Return 2-Fonds eine Rendite von -0,36%.

Demgegenüber erzielte der Global Strategy-Fonds in 2010 eine Rendite von 10,4%. Dies rührte einerseits daher, dass sich viele Aktienmärkte nach den heftigen Korrekturen schnell wieder erholten. Andererseits lag das auch an der spezifischen Anlagestrategie des Global Strategy-Fonds. Denn hier passen wir die Ist-Quoten etwa wöchentlich wieder den Soll-Quoten an. Bei fallenden Aktienmärkten werden also Aktien-ETFs zugekauft. Erholen sich die Kurse wieder, so werden diese Anteile sofort wieder mit Gewinn verkauft. Das Re-Balancing sorgt auf diese Weise für zusätzliche Kursgewinne gerade in Zeiten sehr schwankungsreicher Börsen.

Solche Börsenphasen sind aber wegen der genannten Stop-Loss-Limite für die Total Return-Fonds schwierig. In anderen Marktphasen verhält es sich umgekehrt. Folgende Marktphasen beispielsweise sind sehr gut für die Total Return-Fonds, aber schlecht für den Global Strategy-Fonds:

  • Marktphasen, bei denen die Aktienkurse stagnieren.
  • Marktphasen, bei denen die Aktien sukzessive, ohne allzu große Sprünge nach unten gehen (bis zu -10%).

In einer kontinuierlich steigenden Börse erzielen sowohl die Total Return-Fonds als auch der Global-Strategy-Fonds ihre Zielrenditen.

Das Problem ist, dass man im Vorhinein nicht sagen kann, welche Marktphase unmittelbar bevorsteht. Das weiß man immer nur im Nachhinein. Aus diesem Grunde ergänzen sich die Total-Return- und der Global Strategy-Fonds sehr gut. Mit Blick auf eine gute Diversifikation ist die Kombination beider Strategien sehr sinnvoll.

Dr. Peterreins Total Return 1 (A0M0Y2) / Dr. Peterreins Total Return 2 (A0M0Y3)

Das Ziel beider Fonds besteht darin, auf Sicht von 3-5 Jahren eine Zielrendite von Tagesgeld + 1 Prozent bzw. + 3 Prozent nach Kosten zu erreichen. Dafür wird in erster Linie sicherheitsorientiert angelegt. Um aber eine Zielrendite zu erreichen, die über dem (risikofreien) Tagesgeld-Zinssatz liegt, müssen auch entsprechende Risiken eingegangen werden: Denn ohne zusätzliches Risiko ist keine Überrendite zu erwarten. Für das Fonds-Vermögen ist eine Verlustgrenze (Stop-Loss) von -1,5% bzw. -2,5% pro Quartal gesetzt.

Dr. Peterreins Global Strategy (A0M0Y4)

Dieser Fonds richtet sich an langfristig orientierte Anleger, die einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren haben und eine Übergewichtung in Aktien haben wollen. Daneben wird in Rohstoffe (zu 9%) und in Staatsanleihen (zu 20%) investiert, um eine gute Risikostreuung zu gewährleisten.

Die Management-Strategie ist streng anti-zyklisch. D.h. Aktien werden bei steigenden Kursen tendenziell verkauft (aber niemals insgesamt) und Aktien werden nachgekauft bei fallenden Kursen (aber niemals zu 100%).

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