Wie sicher sind ETFs?

Ein Leser dieses Weblogs hat mich auf folgenden FAZ-Artikel aufmerksam gemacht: „Indexfonds – längst nicht so sicher, wie versprochen“. In diesem Artikel wird darauf hingewiesen, dass es zwei Arten von ETFs gibt:

  1. Replizierende ETFs: Diese Fonds replizieren einen bestimmten Börsenindex, indem die entsprechenden Wertpapiere eins zu eins ins Fonds-Vermögen gekauft werden.
  2. Swap-basierte ETFs: Diese Fonds haben index-fremde Wertpapiere im Fonds-Vermögen, die Performance des Index wird aber mittels eines derivativen Finanzinstrumentes (eines sog. Swaps) sichergestellt.

Der Artikel sagt richtig, dass swap-basierte ETFs für Privatanleger nur sehr schwer verständlich sind. Und dass es hier ein sog. Emittentenrisiko gibt, d.h. wenn die Gegenpartei des Swaps zahlungsunfähig wird, könnte es hier möglicherweise Verluste für den Anleger geben.

Der oben genannte Leser stellt mir in diesem Zusammenhang folgende Fragen:

  • Betrifft diese Problematik auch Ihren ETF Strategy Fonds?
  • Gibt es überhaupt „echte“ ETFs?
  • Werden bei Ihrem Fonds auch „synthetische Konstruktionen“ genutzt um die verschiedenen Indizes abzubilden, die Ihre Dachfonds ETF enthält?

Emittentenrisiko bei swap-basierten ETFs

Zunächst einmal muss noch eine Sache ergänzt werden. Die Gesetzeslage ist so, dass das Emittentenrisiko bei jedem Investmentfonds, und also auch bei einem swap-basiertem ETF, nur  maximal 10% des Fondsvolumens ausmachen darf. Das bedeutet: Das Risiko, aufgrund eines Bankenausfalls mit einem ETF Geld zu verlieren, ist deutlich begrenzt. Bei vielen swap-basierten ETFs wird dieses Ausfallrisiko durch entsprechende Banksicherheiten auf bis zu 0% heruntergrebracht.

Man kann sich das so vorstellen: Eine Fondsgesellschaft A bringt beispielsweise einen EuroSToxx50-ETF auf den Markt. Sagen wir mit einem Fonds-Volumen von 10 Mio Euro. Jetzt kann das Fondsmanagement beispielsweise lauter Anleihen erwerben (die mit dem EuroStoxx50 gar nichts zu tun haben) und ferner einen sogenannten Asset-Swap mit der Bank B abschließen. Der Asset-Swap funktioniert so:

  • Nach einer bestimmten Zeit erhält der Fonds von der Bank B die Performance in Cash ausgezahlt, die der EuroStoxx50 in der Zwischenzeit gemacht hat.
  • Der Fonds verpfichtet sich dafür im Gegenzug der Bank B die Performance des Anleihe-Portfolios in Cash auszuzahlen.

Bis hierher hängt der Fonds komplett von der Zahlungsfähigkeit der Bank B ab. Offenbar hat der Fonds ein Problem, wenn die Bank B ausfällt, der Fonds bleibt dann, sozusagen, auf seinem Anleihe-Portfolio sitzen. Und der Anleger bekommt evtl. nicht die EuroStoxx50-Rendite, sondern eben die Rendite eines Anleihe-Protfolios (was er ja nicht wollte).

Klar dürfte aber an dieser Stelle schon mal sein, dass ein Totalverlust im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Bank extrem gering ist. Denn der Fonds hat ja eigene Wertpapiere im Fondsvermögen.

Das Ausfallrisiko wird aber in der Praxis noch weiter heruntergefahren. Die Bank B baut nämlich parallel ein Portfolio auf, das exakt den EuroStoxx50 abbildet. Und dieses Portfolio wird für den Fonds als Sicherheit hinterlegt. Das heißt: Sollte die Bank pleite gehen, dann bekommt der Fonds genau dieses Wertpapier-Portfolio übertragen. Wie gesagt, der Gesetzgeber fordert, dass diese Sicherheit mindestens 90% des Fonds-Vermögens beträgt. In der Praxis kann sie aber bis zu 100% gehen.

Warum swap-baiserte ETFs?

Wenn der Swap-Partner des ETFs nun selbst (in der Regel) das Index-Portfolio in einem eigenen Depot widerspiegelt, dann stellt sich natürlich die Frage: Warum überhaupt das Swap-Geschäft?

Die Antwort lautet: Weil es steuerliche Vorteile bringt.

Nehmen wir ein EuroStoxx50-Portfolio. Darin sind beispielsweise neben deutschen auch französische, italienische oder spanische Aktien enthalten. Nehmen wir an dieses Protfolio wird in Deutschland gehalten. Dann fällt bei jeder Dividendenausschüttung einer französischen Aktie französiche Quellensteuer an (bei einer italienischen natürlich italienische QSt, etc.). Diese Quellensteuer kann sich der Anleger natürlich mit seiner Steuererklärung wieder erstatten lassen. In der Zwischenzeit steht dieser Euro-Betrag, der durch die QSt dem Fonds abgeführt wird, jedoch dem Fonds nicht mehr zur Verfügung, kann sich also nicht weiter verzinsen.

Genau das wird durch Swaps vermieden. Eine international aufgestellte Bank, kann ihr EuroStoxx50-Portfolio in lauter nationale Unter-Portfolios aufteilen. Ein deutsches Unterportfolio mit lauter deutsche Akiten in Deutschland, ein französisches Unterportfolio mit lauter französischen Aktien in Frankreich, etc. Auf diese Weise wird die leidliche QSt. umgangen. Das kann die Bank, nicht aber der Fonds.

Ein weiterer Ertragsbringen übrigens stellen für Banken sogenannte Leihegeschäfte dar. Das würde aber an dieser Stelle den Rahmen sprengen.

Jedenfalls erzielen swap-baiserte ETFs sehr häufig geringfügig bessere Renditen als entsprechende replizierende ETFs. Nicht selten schneiden swap-basierte ETFs sogar besser ab als ihr Vergleichsindex – und das sogar nach Kosten. Ein rein replizierender ETF wird hingegen in der Regel ein wenig schlecht als sein Vergleichsindex abschneiden.

Auch bei ETFs sollte man diversifizieren

Die höhere Renditechance ist also der Grund, warum es so viele swap-basierte ETFs gibt. Dennoch bleibt natürlich das Restrisiko eines Ausfalls des Spap-Partners.

Genau aufgrund dieses Risikos sollte man auch bei ETFs auf eine gute Risikostreuung achten. Wer sich also nur einen EuroStoxx50-ETF ins Depot legt, tut sich selbst keinen Gefallen. Er sollte möglichst gleich 5 verschiedene EuroStoxx50-ETFs verschiedener Fondsgesellschaften nutzen.

Hier sieht man aber auch, dass ein Privatanleger hier schnell an seine Grenzen stößt. Wenn er/sie ein ETF-Portfolio selbst zusammenstellen will und das Vermögen nicht nur auf verschiedene Anlageklassen diversifizieren will, sondern auch auf verschiedene Emittenten, dann sind locker 20 und mehr verschiedene ETFs notwendig.

Das ist exakt einer der Gründe, warum es ratsam ist, einen ETF-Dachfonds zu erwerben. Wir achten in unserem Global Strategy ETF-Dachfonds (WKN A0M0Y4) genau auf solche Dinge.

Verwendet auch der Global Strategy ETF-Dachfonds swap-basierte Fonds?

Ja, definitiv. Aber wie gesagt achten wir auf eine entsprechende Streuung auf verschiedene Emittenten. Ich hoffe, damit die Fragen des oben genannten Weblog-Lesers beantwortet zu haben.

6 Antworten
  1. TÜLAI
    TÜLAI says:

    Das Thema kommt von sich aus erneut auf oder aber (beziehungsweise: oder auch) wird von Medien erneut aufgebracht:

    13.04.2011
    „Wer fürchtet sich vor swapbasierten ETFs?“
    http://www.institutional-money.com/cms/news/uebersicht/artikel/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=30292&tx_ttnews%5BbackPid%5D=11&cHash=f793482ead

    Aus derselben journalistischen Quelle der annähernd gleiche Inhalt in aufgeregterem Ton:

    Experten schlagen Alarm: „ETFs gefährden Stabilität der Finanzmärkte“
    13.04.2011
    http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?sid=311401&dest=topNews

    Zustimmung zu Report über gefährliche Swap-EFTs wächst
    14.04.2011
    http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?endDate=2011-04-15&per=2w&kat=&sid=795236

    Passenderweise wurden die „ETFs“ zu „EFTs“ verdreht. Der unbemerkt gebliebene, kleine Flüchtigkeitsfehler in der Artikelüberschrift bekommt unfreiwillig eine Zusatzbedeutung:
    In der Welt der Menschen gibt es nicht, das Menschen nicht entgegen den ursprünglichen Verwendungszwecken verdrehen können.

    – – – – – – – – – – – –

    Sie lehnen sich oft zustimmend an Nassim Talebs Auffassungen an. Taleb warnt ja vor allen Arten mittels financial engineering erzeugter Geldanlagen.
    Alle swap-basierten Anlagen sind letztlich künstlich verkomplizierte Erzeugnisse.
    Meinen Sie nicht, dass Sie sich mit swap-basierten ETFs in Ihren Fonds ein künstliches, zusätzliches, unnötiges Risiko einhandeln?
    Bei allen Zertifikaten als Inhaberschuldverschreibungen scheint sich dieselbe Frage zu stellen. Es sind derivative Gebilde.

    Viele Grüße
    TÜLAI

    Antworten
  2. al_man
    al_man says:

    Leider haben Banken auch bei ETFs erkannt, dass bzw. wie es durchaus Geld zu verdienen gibt und das trotz der niedrigen Gebühren. So werden ETFs teils als Sicherheit für andere Geschäfte hinterlegt oder an einen Geschäftspartner „ausgeliehen“. Diese Ausleihe schafft ein zusätzliches Einkommen… doch was wenn der „Schuldner“ ausfällt und mit ihm seine Sicherheiten? Diesem Umstand kann man natürlich begegnen, indem mehrere ETFs verwendet werden (siehe Artikel von Dr. Peterreins). Dennoch würde ich mich mit dem Wissen wohler fühlen, eine echte Aktie bzw. einen echten Aktienfonds im Portfolio zu besitzen. Mit der Investition in Aktien will man ja gerade einen Sachwert erwerben und keine Anleihe oder Ähnliches.

    Antworten
  3. TÜLAI
    TÜLAI says:

    >>So werden ETFs teils als Sicherheit für andere Geschäfte hinterlegt oder an einen Geschäftspartner “ausgeliehen”.<<

    Das trifft laut dem FAZ-Artikel „Warnung vor Systemrisiken börsennotierter Indexfonds“ vom 14.02.2011 auch auf vollreplizierende ETFs zu. Der Artikel ist nicht online verfügbar:

    „Aber auch die traditionelle Form der „physischen“ ETF auf Aktienindizes erregt Misstrauen. … Die Banken verleihen daher gerne die zugrunde liegenden Wertpapiere. … Aber gleichzeitig könnten dadurch ähnliche Gegenpartei- und Liquiditätsrisiken wie im Falle der synthetischen Fonds entstehen, warnen die Experten in Basel.“
    – – – – – – – – – – –

    Diejenigen, die ernstlich kümmert, was mit ihrem Geld geschieht, können ja andere Banken prüfen:
    [Links auf die Triodos-Bank, die Umweltbank und GLS]
    Mehr Gewissheit über die Verwendung hat man bei deren Tages- und Festgeldanlagen:
    [Links auf die Triodos-Bank, die Umweltbank und GLS]

    Man braucht sich lediglich von dem Gedanken zu verabschieden, nach Inflationsabzug seine Kaufkraft wenigstens erhalten oder gar steigern zu wollen. Man muss akzeptieren, stetig ein wenig reale Kaufkraft einzubüßen.

    Angesichts der immer geringer werden Altersrenten scheint dies bitter. Doch wie viel Geld verlieren Menschen ihr Leben lang immer wieder durch alle Arten von Spekulation, geschlossene Beteiligungen, misslingende Steuersparmodelle, Fehlberatung und auf dem sogenannten grauen Kapitalmarkt?

    Emotional scheint es vielen Menschen viel schwerer zu ertragen, ständig und wissentlich ein wenig sausen zu lassen, als durch gewiefte Betrügereien und / oder unhaltbare Versprechen übers Ohr gehauen zu werden und einmalig hohe Verluste zu erleiden. Öfters sind es vermutlich einfach unrealistische Erwartungen, die mit Verlusten enden.
    Die wissentlich eingeplante, kleine Einbuße wird als schlimmer erlebt als die überraschende, große.
    Anstatt willig auf Geld zu verzichten, lässt man es sich lieber unwillig annehmen.
    Vermutlich hat es zusätzlich mit dem deutschen Steuerrecht zu tun, das scheinbar erlaubt, große Verluste irgendwie geltend zu machen. Stimmt das so?

    Wer die oben genannten Tages- und Festgelder wählt, weiß, dass er oder sie die eigene Kaufkraft eben nicht bewahren kann. Man willigt aus eigener freier Entscheidung ein.
    Anstatt sich an neuen Anschaffungen und Ausgaben zu freuen, freut man sich an der Freiheit der eigenen Einsicht und Entscheidung.

    Viele Grüße
    TÜLAI

    Antworten
  4. TÜLAI
    TÜLAI says:

    Banken haben keinen anderen Produktionsstoff als Geld, um damit mehr Geld zu verdienen. Das ist einfach durch die Aufgabe und Rolle der Banken im Wirtschaftssystem bedingt.

    Sobald die Handelnden in Banken jedoch zusätzlich kein anderes Ziel und Streben mehr verfolgen, als mittels Geld einzig ihre Vermögenswerte und wirtschaftliche Kontrollmacht zu maximieren, sind Missbräuche jeglicher Finanzinstrumente nicht mehr überraschend.

    Derzeit sind es eben einmal synthetische ETFs, die in Verruf geraten. Morgen kann es bereits ein beliebiges anderes Finanzinstrument sein.
    Alle Skandale sind letztlich so eintönig und gleichförmig wie die Handlungspraktiken ihrer Akteure. Lediglich die konkreten Stellen innerhalb der Finanzbranche, an denen Missbräuche offenkundig werden, wechseln unvorhersehbar.

    Geld ist nur durchfließender, beliebiger Betriebsstoff, der selber im Grunde niemanden, der unser Finanzsystem durchschaut, interessiert. Das einzige Geschick seiner Akteure besteht darin, Geld in den günstigen Momenten gegen echte Vermögenswerte abzutauschen. Das dafür erforderliche Geld verschaffen sie sich als Kredit, Transaktionsgewinn, Provision, Handelsmarge oder sonst wie.

    Nur die ganz kleinen Konsumenten-Fuzzies, die im Alltag stoffliches Geld ihrem Portemonnaie entnehmen müssen, um damit ihren Alltagskonsum zu bezahlen, denken in Kategorien des Geldes:
    Je kleiner meine zu begleichenden Beträge sind, desto mehr greife ich selber auf Bargeld zu. Monatliche Miete und Stromkosten überweise ich bereits bargeldlos. Meine Kleider- und Lebensmitteleinkäufe begleiche ich in bar.
    – – – – – – – – – – – –

    „Die Aufgabe der Händler an den Delta One Tischen ist es, die synthetischen Produkte für die Kunden zusammenzustellen. Dabei kommt es gegenüber dem Kunden nur darauf an, dass er ein Produkt erhält, dessen Preis mit dem Basiswert exakt korreliert. Die Händler werden jedoch dafür bezahlt, das Produkt so geschickt mit eigenen, bankinternen Transaktionen zu verbinden, dass für die Bank noch ein Gewinn abfällt. Während dessen soll die Gesamtposition natürlich abgesichert sein, denn was dem Kunden verkauft wird, wird im Prinzip intern gekauft. Die Händler der Delta One Tische sollen keine offenen Spekulationen eingehen. Gerade deshalb zählt das Geschäft nicht zum riskanten Eigenhandel, wirft aber kontinuierlich Erträge ab. Deshalb haben zahlreiche Investmentbanken in letzter Zeit in den Handel von Delta One investiert.“
    ( http://www.faz.net/artikel/C31501/ubs-skandal-die-gefahren-des-delta-one-handels-30687876.html )
    – – – – – – – – – – – – – –

    „Der des Betrugs angeklagte Händler bei der UBS, Kweku Adoboli, hat sich offenbar eine Lücke in den europäischen Handelsvorschriften und Besonderheiten von synthetischen Indexfonds (ETF) zu nutze gemacht, um seine Spekulationen zu verschleiern. Gerade seine Sonderrolle als Händler in der Abteilung „Delta One“ für synthetische ETFs ermöglichte es ihm offenbar, die Kontrollen der Bank auszuhebeln.“
    ( http://www.faz.net/artikel/C31501/synthetische-wertpapiere-unkontrollierter-handel-mit-indexfonds-30689953.html )
    – – – – – – – – – – – – –

    Viele Grüße
    TÜLAI

    Antworten
  5. DocFinance
    DocFinance says:

    „Banken haben keinen anderen Produktionsstoff als Geld, um damit mehr Geld zu verdienen. Das ist einfach durch die Aufgabe und Rolle der Banken im Wirtschaftssystem bedingt.
    Sobald die Handelnden in Banken jedoch zusätzlich kein anderes Ziel und Streben mehr verfolgen, als mittels Geld einzig ihre Vermögenswerte und wirtschaftliche Kontrollmacht zu maximieren, sind Missbräuche jeglicher Finanzinstrumente nicht mehr überraschend.“

    Lieber Tülai, welche Unternehmen tun das denn nicht in einem kapitalistischen System? Dieses Banken-Bashing ist mir auf den Level zu billig!

    „Derzeit sind es eben einmal synthetische ETFs, die in Verruf geraten. Morgen kann es bereits ein beliebiges anderes Finanzinstrument sein.“

    ETFs werden zwar gerne angeschossen in letzter Zeit, so richtig begriffen, wie diese Dinger funktionieren tun nur wenige. Aber eine Meinung zu deren Risiken hat jeder. Da wundere ich mich doch. Wieso sind diese Instrumente so gefährlich, hm?

    „Geld ist nur durchfließender, beliebiger Betriebsstoff, der selber im Grunde niemanden, der unser Finanzsystem durchschaut, interessiert. Das einzige Geschick seiner Akteure besteht darin, Geld in den günstigen Momenten gegen echte Vermögenswerte abzutauschen. Das dafür erforderliche Geld verschaffen sie sich als Kredit, Transaktionsgewinn, Provision, Handelsmarge oder sonst wie.
    Nur die ganz kleinen Konsumenten-Fuzzies, die im Alltag stoffliches Geld ihrem Portemonnaie entnehmen müssen, um damit ihren Alltagskonsum zu bezahlen, denken in Kategorien des Geldes:
    Je kleiner meine zu begleichenden Beträge sind, desto mehr greife ich selber auf Bargeld zu. Monatliche Miete und Stromkosten überweise ich bereits bargeldlos. Meine Kleider- und Lebensmitteleinkäufe begleiche ich in bar.“

    Was wollen Sie der Welt mit diesen Plattitüden denn sagen? Geld ist natürlich nur Mittel zum Zweck. Aber wie die aktuelle Krise zeigt, erinnern sich auch diejenigen, die vorher viel Kredite aufgenommen haben nun auch an den Wert des Geldes…

    Antworten
  6. TÜLAI
    TÜLAI says:

    Derzeit werden vermehrt negative Meldungen über ETFs publiziert.

    Man kann folgenden Artikel als Argument gegen eine einfache Anlagestrategie ausschließlich mittels ETFs, so wie sie zum Beispiel Gerd Kommer und Martin Weber in ihren Büchern empfehlen, lesen:
    „Professionelle Investoren zocken gern mit Indexfonds. Das hat zuletzt auch soliden Aktien massive Verluste beschwert – oft zu Unrecht. von Richard Haimann“

    http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:portfolio-krankmacher-etf/60099078.html

    „ „Das Wachstum der ETFs führt zu Ineffizienzen an den Börsen“, sagt Hellmeyer. Anleger könnten dies für sich nutzen.“

    Dass Laien die Ineffizienzen internationaler Kapitalmärkte systematisch zu ihren Gunsten ausnutzen können, glaube ich weiterhin nicht.

    Zug um Zug scheinen in Anlagesegment um Anlagesegment die Anlageentscheidungen kurzfristiger zu werden.
    Ob man dies als „Spekulation“ bezeichnen will, ist natürlich eine willkürliche Einschätzung. Die Akteure als treibende Kräfte rechtfertigen sich damit, lediglich Getriebene der waltenden Umstände zu sein. In vielen Fällen ist ihre Selbsteinschätzung bestimmt subjektiv aufrichtig.

    Aus der Außenperspektive betrachtet, fürchte ich eher, dass solche Praktiken das Zutrauen in unser Finanzsystem untergraben.

    Antworten

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