Worauf junge Leute achten sollten

Dieses Wochenende habe ich einen Artikel von Volker Looman in der FAZ gelesen „Finanzplanung der jungen Leute oft mangelhaft„. Darin beschreibt Looman den Fall eines 25-jährigen Mannes und einer 24-jährigen Frau. Der junge Mann hat sich schon einmal von einem provisionsorientierten Finanzberater beraten lassen und ist mit entsprechend schlechten Finanzprodukten ausgestattet: Einen Riester-Sparvertrag und eine Rentenversicherung.

Die Lage der jungen Frau sieht Looman etwas besser. Aber auch hier kritisiert er, dass die – aus Loomans Sicht – notwendigen Dinge nicht abgedeckt sind.

Für junge Leute wichtig hält Volker Looman vor allem folgendes:

  1. Keine Konsumentenkredite! Keine Überziehungskredite!
  2. Eine private Haftpflichtversicherung.
  3. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
  4. Sicherstellung einer finanziellen Rücklage in Höhe von etwa 10.000 Euro.

Eigenheim und Altersvorsorge hält Looman hingegen für zweitrangige Ziele.  Oder anders formuliert: Solange die obigen vier Punkte noch nicht hinreichend gut geklärt sind, ist es überstürzt, solche Ziele wie Eigenheim oder Altersvorsorge anzugehen.

Ich kann folgende Punkte von Volker Looman absolut nachvollziehen. An aller erster Stelle sollte stehen, keine Schulden zu haben, Konsumentenkredite und überzogene Girokonten zu vermeiden. Bevor man irgendetwas macht, sollte man hier ansetzen.

Paradoxerweise hat so manch einer eine Reihe von Lebens- und Rentenversicherungen abgeschlossen, das Girokonto ist aber permanent im Minus. Das ist natürlich unsinnig.

Danach sollte man genau die genannten Versicherungen abschließen, durch die die private Haftpflicht und die Berufsunfähigkeit abgesichert sind. Bei einem jungen Ehepaar mit Kind, bei dem eine hohe finanzielle Abhängigkeit von der Arbeitskraft des Mannes besteht, ist außerdem eine Risikolebensversicherung für den Fall, dass der Mann ablebt, empfehlenswert.

Bei der Liquiditätsreserve, die Looman als vierten Punkt für wichtig hält, habe ich hingegen Zweifel. Ich bin vielmehr folgender Meinung: Je schwankungsreicher und unsicherer das monatliche Einkommen ist, umso wichtiger ist eine sicher angelegte Liquiditätsreserve. Wenn das Monatseinkommen jedoch sehr fix und sicher ist (wie bei einem Beamten), ist eine Liquiditätsreserve nicht mehr so notwendig.

Ich halte es vielmehr durchaus für sehr wichtig, schon sehr frühzeitig mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Je früher, je besser. Und ich sage es auch ohne Umschweife: Ich halte den Abschluss eines Fonds-Sparplans hierfür für sehr geeignet. Da man bei Fonds auch täglich wieder ohne Zusatzgebühren herauskommt, kann ein Fonds-Vermögen auch eine Liquiditätsreserve darstellen.

Je früher, je besser

Nehmen wir an, ein 25-jähriger Mann beginnt einen Fonds-Sparplan in einen Fonds, der langfristig eine Rendite von 4% nach Steuern und Kosten bringt. Er sprat monatlich 200 Euro an. Dann kann er mit 65 ein Vermögen von über 232.000 Euro angespart haben.

Beginnt erden Sparplan aber erst mit seinem 45. Lebensjahr, dann muss er bereits 610 Euro pro Monat zur Seite legen, um dasselbe Vermögen in 20 Jahren zu erreichen.

Es ist ziemlich klar: Je früher man mit dem Sparen auch mit kleinen Beträgen anfängt, umso besser. Es ist in jedem Falle viel besser als erst relativ spät mit großen Ansparsummen anzufangen.

Natürlich muss man auch bei einem Fonds-Sparplan wissen, was man tut. Leider sind die meisten Dinge, die Finanzberater empfehlen, alles andere als optimal. Es werden nämlich fast nie kostenoptimierte Sparpläne abgeboten. Und das ist das, was ich jungen Leuten am meisten auf den Weg mitgeben möchte:

  • Achtet vor allem auf die Gebühren und Kosten!

Das ist mit großem Abstand der wichtigste Punkt, wenn es darum geht, langfristig ein Vermögen aufzubauen. Und genau deswegen sind fast immer Versicherungsprodukte nicht gut. Einfach weil sie viel zu teuer sind.

Das Problem ist natürlich, dass manche Gebühren und Kosten sehr gut versteckt sind. Beispielsweise die Kosten, die bei jeder Zahlung eines Beitrags in eine Lebens- und Rentenversicherung anfällt. Oder die laufenden Verwaltungskosten bei Fonds. Hier lohnt es sich, sich von einem -guten- Finanzberater beraten zu lassen, der einem nämlich aufzeigt, welche Kosten bei welchen Finanzprodukten anfallen.

Nehmen wir wieder das obige Beispiel. Ein 25-jähriger Mann spart 200 Euro in einen Fonds an, der eine Zielrendite von 4% p.a. hat. Nach 40 Jahren hat er dann über 232.000 Euro angespart. Nehmen wir jetzt weiter an, dass er stattdessen einen Fonds auswählt, bei dem die laufenden Kosten nur 0,5% höher sind, ansonsten aber alles vergleichbar ist. In diesem Falle wird der Mann nur 206.000 Euro erreichen, also 26.000 Euro weniger.

Ein Mehr an Kosten in Höhe von „nur“ 0,5% , bedeuten für ihn also 26.000 Euro weniger. Das ist sicherlich keine Lappalie.

Übrigens: Würde der junge Mann die 200 Euro in eine Kapitallebensversicherung der Hannoverschen Leben geben, dann sind ihm etwa 129.000 Euro garantiert. (Siehe die unverbindliche Beispielrechnung zum Stichtag 12.09.2010)

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