Falk-Prozess: Unmoral beginnt bei ganz kleinen Dingen

Heute morgen habe ich in der Süddetuschen Zeitung (S. 22)  einen Artikel gelesen über die Verurteilung von Helmut Falk. titel „Dreieinhal Jahre Knast“ von Hannah Wilhelm. Darin heißt es an einer Stelle:

„Helmut Falk und die anderen drei, sie haben nciht versucht, sich selbst zu bereichern. Da sind sich wohl alle Seiten dieses Prozesses einig. Sie sind da vermutlich irgendwie reingerutscht, von unternehmerischen Fehlentscheidungen ist die Rede, von Selbstüberschätzung, und davon, dass sie eben einen riskanten Weg eingeschlagen hätten. sie haben herumgetrickst, um die Fonds am Laufen zu halten, als das Geld knapp wurde … Und bei dem Versuch, zu retten, was zu retten war, lief es beid er Falk-Gruppe nicht ganz legal ab – deswegen die Verurteilung im Punkt Untreue…“

Da Helmut Falk sich wohl im großen Ganzen über viele Jahre hinweg nichts zu Schulden hat kommen lassen, ist dieses Ende natürlich tragisch. Es gibt aber auch eine andere Erkenntnis aus diesem Fall …

Die Erkenntnist ist: Unkorrektes Verhalten beginnt häufig ganz unmerklich bei kleinen Dingen, um dann am Ende richtig großen Schaden anzurichten. Gerade im Finanzbereich.

Beispiel Nick Leeson. Der Händler Nick Leeson brachte die altehrwürdige britische Barings-Bank zu Fall. Und zwar beginnend damit, dass er versuchte, schlecht laufende Geschäfte zu vertuschen. Die Idee war: „Naja, jetzt im Moment laufen diese Geschäfte schlecht, aber die werden sich sicherlich erholen. Und warum sollte ich deswegen heute die Pferde scheu machen?“

Leider besserten sich die Gechäfte aber nicht, sondern die Verluste weiteten sich aus. So wird die einmal begonnene Verschleierung weitergeführt, vielleicht sogar ausgeweitet. Und am Ende wird aus einem „klitzekleinen“ Vergehen eine wirklich große Sache, die eine ganze Bank zu Fall bringt.

Auch die meisten Anlagebetrüger, die ihre Kunden über ein Schneeballsystem ärmer gemacht haben, begannen sehr häufig als seriöse Finanzdienstleister. Bei denen nur leider an irgendeiner Stelle einmal etwas schief lief . Und anstatt ihre Kunden reinen Wein einzuschenken hegten sie die Hoffnung, die „kleine Schieflage“ einfach einmal kurz überspielen zu können. Vielleicht geschah das ja sogar mit der vermeintlich „lobenswerten“ Absicht, die Anleger nicht unnötig zu beunruhigen. „Das wird schon wieder“, so denkt sich der beginnende Anlagebetrüger. Nur leider wird aus der kleinen Unkorrektheit nach und nach ein großer Betrug.

Und so, denke ich, lief es auch bei Helmut Falk. Geschäftliche Probleme sind aufgetreten und man steht vor der Wahl, diese entweder offen zu kommunizieren oder sie sachte zu vertuschen. Vielleicht kann das Vertuschen anfangs noch innnerhalb einer legalen Grauzone akzeptabel gewesen sein.  Letztlich führt es aber in ein Desaster an Unkorrektheit und schließlich auch zu strafrechtlich relevanten Tatbeständen.

Meine persönliche Lehre aus derartigen Fällen ist schon seit jeher: Null Toleranz gegenüber jedweder Unkorrektheit, und mag sie noch so klein erscheinen. Diesen Anspruch stelle ich an mich selbst und ich stelle ihn an meine Geschäftspartner.

Beispielsweise hatte ich vor etwa 10 Jahren einmal Kontakt zu einer bestimmten Firma. Den Geschäftsführer kannte ich ganz gut und so bekam ich mit, wie er – OK, in einer sehr kleinen Sache, aber doch regelmäßig – seine eigene Firma bestahl. Das machte micht stutzig und gab mir das Gefühl: „Wenn er hier nicht korrekt ist, wo wird er sonst noch überall unkorrekt sein.“  Daher löste ich die Geschäftsbeziehung auf.

Bislang bin ich mit diesem hohen moralischen Anspruch sehr gut gefahren, und ich werde – insbesondere was mich selbst betrifft – unbedingt daran festhalten. Nur so kann ich sicherstellen, dass mein Slogan „Mein Leitzins heißt Vertrauen“ nicht nur ein netter Spruch ist, sondern wirklich der Wahrheit entspricht. Denn nur wer absolut korrekt ist, verdient das Vertrauen anderer.

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3 Antworten
  1. Anja Taba
    Anja Taba says:

    Wer sich in diese „Grauzone“ begibt, hat sich bereits aufgegeben. Früher oder später wird man dafür bezahlen müssen. Entweder in Euro oder … Wer sein eigenes Handeln nach Außen hin nicht mehr vertreten kann, der ist entweder inkompetent und damit nicht gerade auf Erfolgskurs, oder aber er ist in dem Irrglauben, man könne andere betrügen, ohne sich selbst zu betrügen. Na dann, auf gute Geschäfte!

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  2. Andreas Wieck alias Professor, bitte!
    Andreas Wieck alias Professor, bitte! says:

    Ich kann Herrn Petereins leider nicht zustimmen. Falk hat DURCHGEHEND unkorrekt gehandelt. Mir wurde der geschlossene Fonds von einem AWD-Drücker angedreht. Wir wissen heute, dass der Drückerkönig Maschmeyer ein […] war und sich mit Fotos beim Presseball mit unserer Regierungsriege vor der Öffentlichkeit reinwaschen bzw. akkreditieren lassen will. Schlimm, dass unser Bundespräsident da mitmacht und in Maschmeyer’s Villa Urlaub macht. Wann wird die Politik begreifen, dass solche allzu offensichtlichen Verflechtungen ihre eigene Serioesitaet nachhaltig untergraben? Ich habe 60.000 Euro bei Falk verloren. Als der Richter beim Prozess gegen meinen AWD-„Berater“ die Sitzung eröffnete, stellte er fest, dass ich „mehr als er verdiene und daher den Verlust gut wegstecken könne“. Auf meinen geflüstertern Protest zu meinem Anwalt, dass der Mann doch nicht unparteiisch sei, antwortete dieser: „Lassen Sie uns ihn nicht wegen Befangenheit ablehnen, wer weiss, wer da nach ihm kommt“….
    Wie soll ich als Bürger (und übrigens Beamter !) Vetrauen in Justiz und Politik haben, wenn solche Sachen laufen?
    Es tut mir Leid es zu sagen, aber das System der Macht (und Geld gehört dazu bzw. ist damit identisch) ist selbst bei uns in Deutschland hoffnungslos degeneriert. Wie soll es dann erst in Griechenland sein? Und unsere Combo hat gerade erst wieder Hunderte von Milliarden Euro UNSERER Steuergelder in den Jackpot geworfen, um es noch vorsichtig auszudruecken. Geld, das wir jetzt schon laengst nicht mehr haben (das also schon gepumpt ist) und das unsere Enkel mit Zinseszinsen zurückzahlen müssen. Und die „modernen“ Grünen haben (bis auf einen Einzigen!) mit dafuer gestimmt. Wundert es da jemanden, dass Massen zur Linken (die bis auf einen dagegen gestimmt haben) überlaufen werden? Vielleicht wird die DDR bundesweit wieder aufgemacht?
    Unsere Kanzlerin lässt sich von Ackermannn aushalten/einladen, wobei die Deutsche Bank miese internationale Geschäfte gemacht hat und dafür (zu Recht) in USA veklagt wird. Mein Kredit, mit dem die 60.000 Euro in Falk’s Rachen geworfen wurden, stammt übrigens auch aus der Deutschen Bank. Und als ich das Geld pünktlich überwies, aber wegen der Geldgier der ausführenden Bank 2 Tage später als vertraglich vereinbart ankam, sollten Sie mal den Brief gelesen haben, mit dem die Summe arrogant eingefordert wurde! Und die Deutsche Bank hat alles von mir mit 7% Zinsen zurückbezahlt bekommen. Und der AWD-Mann hat mich vorher aus der DAS herausgeekelt (wie ich leider erst später begriff, um ihn nicht so leicht anwaltlich verfolgen zu können). Und er hat auch eine 2-woechige „Zwischenfinanzierung“ zwischen Vertragsabschluss und Deutscher Bank Darlehen grosszügig „auf eigene Kosten“ bei „Finazkonzept“ installiert, um mich während der Widerspruchsfrist nicht argwöhnisch zu machen. Und damit hatte die Deutsche Bank den Mist nicht direkt an den Hacken. Und als „Sicherheit“ für den Kredit schlug ich hypothekenmässig die Fonds-Beteiligung selbst vor, die wollte der AWD-Mann und sein Deutscher Bank Freund aber nicht akzeptieren und trugen daher
    kaltblütig „Gehaltspfändung“ ein („das macht man bei so kleinen Beträgen eben so“). Dass alles ein Haustürgeschäft war (der AWD-Mann kam zu mir nach Hause, ich habe sein Büro oder die Deutsche Bank Filiale nie gesehen), wurde natürlich nicht anerkannt, selbst von dem auch nicht ganz astreinen Richter nicht (s.o.).
    Tut mir Leid, das alles ist so marode, dass man die Verantwortlichen eigentlich nur LEBENSLANG hinter Gitter bringen kann und ihre Villen am Starnberger See (die natuürlich ihren Frauen gehören, also unantastbar sind) konfiszieren sollte. Der Gewinn müsste an die KLEINANLEGER AUSGEZAHLT werden. Beim Auflösen des geschlossenen Fonds wurden natürlich aber erst die Grossbanken befriedigt (die so viel gute Juristen und Spezialisten haben, dass sie den Betrug eigentich hätten merken müssen). Wie sollte der Kleinanleger denn besser herausfinden können, wie hier der Hase wirklich läuft? Insofern sind die Grossbanken wenigstens mit Schuld und das Ganze ist m.E. ein eklatanter Bruch des Geistes des Grundgesetzes. Das sagt nämlich, dass der Schwächere zu schützen sei. Auf eine Allgemeinklage dieser Art ist natürlich noch keiner gekommen.
    Fazit: Wundert Euch nicht, wenn es immer mehr Politikverdrossene gibt. Und DIE sind noch gar nicht so schlimm: Schlimmer ist, wenn sich Einzelne verbitterte rächen wollen oder gar müssen. Und guten Herzens demokratisch wählen kann man von den Geld- und Machtgierigen der Führungskaste sowieso keinen, auch keine (um es Gender-mässig korrekt auszudrücken).
    Viel Spass beim Einsehen, Abbitte leisten und Verbessern!

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