Sind Immobilienaktien eine Alternative?

Ich habe einen Gedankenaustausch mit dem Blogger „Prviatanleger„. Wir sind uns (denke ich) beide einig, dass die Assetklasse Immobilien ein wichtiger Bestandteil in einem gut strukturierten Gesamtvermögen darstellen. wir sind uns nur nicht recht schlüssig, wie diese Anlageklasse zu befüllen ist.

Mögliche Kandidaten sind:

  • Einzelne, selbst erworbene Immobilien
  • offene Immobilienfonds
  • geschlossene Immobilienfonds.

Diese Weisen in die Anlageklasse Immobilien zu investieren, haben ihre Nachteile. Mehr dazu in meinem früheren Blog-Beitrag zu diesem Thema: Link dorthin.

Ich kam deswegen schon zu dem Schluss, dass eigentlich geschlossene Immobilienfonds am geeignetsten wären. Das Problem nur: Wegen der sehr hohen Kosten dieser Anlageprodukten, könnte ich im Moment keinen einzigen wirklich guten Gewissens empfehlen.

So kam die Idee auf, diese Anlageklasse mittels REITs oder Immobilienaktien abzudecken. Insbesondere gibt es hier auch ein paar Fonds. Dass auch das keine wirkliche Lösung sein kann, legt ein FTD-Artikel vom 8. März dar (S. 22) …

Denn eine Idee bei der Anlageklasse Immobilien ist natürlich, dass sie – wie man so sagt – möglicht unkorreliert zu Aktien ist. Dass also, wenn die Aktien fallen, Immobilien eher im Wert gleich bleiben oder idealerweise vielleicht sogar steigen.

Im Zuge der Finanzkrise sind aber gerade auch Immobilienaktien und REITs stark unter die Räder gekommen. Im oben genannten fTD-Aritikel „Wenn Steine das Depot belasten“ heißt es:

„Extreme Schwankungen, hohe Verluste: Die Bilanz für Anleger, die sich in den vergangenen drei jahren im Immobiliensektor engagierten, fällt niederschmetternd aus. Wer im Frühjahr 2007 100 Euro Aktien von Unternehmen kaufte, die Häuser buaen und verwlaten, hat nur noch Anteile im Wert von 60 Euro im Depot.“

Das ist also ein Verlust von 40% in den letzten drei Jahren. Das ist nicht gerade geeignet, um eine tragfähige Gegenpositionen zu herkömmlichen Aktieninvestments darzustellen. Von Ruhe im Depot und Werterhalt keine Spur.

Die Frage bleibt für mich also letztlich unbeantwortet:  Wie kann ein Kleinanleger optimal die Anlageklasse Immobilien abdecken?

Wie gesagt: Mein Lösungsvorschlag wären geschlossene Immobilienfonds. Und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Hier beteiligt sich der Anleger tatsächlich an einem Immobilienvermögen (nicht wie bei offenen Immobilienfonds, bei denen immer sehr viel Liquidität vorgehalten werden muss).
  2. Ein geschlossener Fonds kommt auch der Tatsache entgegen, dass Immobilien nun mal illiquide Investments sind, d.h. man kann hier nicht einfach so von einem Tag auf den anderen kaufen oder verkaufen (wie bei Aktien).
  3. Ferner können sich Anleger mit relativ kleinen Beträgen beteiligen, ohne wie bei Einzelimmobilien gleich sein Vermögen extrem einseitig auszurichten.

Einziger Nachteil bei geschlossenen Immobilienfonds ist, dass sie in der Regel schlicht zu teuer sind.

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2 Antworten
  1. Christoph Lauble
    Christoph Lauble says:

    Hallo Herr Peterreins,
    ich weiß, der Artikel ist schon etwas älter, aber nach dem Durchlesen drängt es sich mir trotzdem auf, einen Kommentar zu schreiben:
    Neben der Tatsache, daß es für einen Privatanleger nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich ist, überhaupt einen vernünftigen geschlossenen Immobilienfonds zu finden, gestaltet sich meines Erachtens auch ein Rebalancing als nahezu unmöglich. Und gerade weil viele Privatanleger das Reblancing „vergessen“, halte ich es für sehr wichtig, auf dieses Problem von vorne herein hinzuweisen.
    MfG Christoph Lauble

    Antworten
    • Peterreins
      Peterreins says:

      Ja, ich gebe Ihnen in allen Punkten recht. Für einen Privatanleger ist es relativ schwierig, einen vernünftigen geschlossenen Immobilienfonds zu finden. Auf keinen Fall darf man auf solch typische Informationsmöglickeiten vertrauen, wie beispielsweise Zeitschriften oder Rating-Agenturen.
      Ein Rebalancing ist mit geschlossenen Fonds normalerweise auch nicht oder wenn überhaupt nur sehr eingeschränkt möglich.

      Antworten

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