Ich beantworte Ihre Fragen zu Finanz- und Geldanlagethemen

Vielleicht haben Sie schon hin und wieder auf dieses Weblog geschaut. Vielleicht sind Sie eben das erste Mal darauf gestoßen. Wie auch immer: Wenn Sie eine bestimmte Frage zu einem Finanz- oder Geldanlagethema haben, dann biete ich Ihnen an, diese Frage im Rahmen dieses Weblogs zu beantworten.

Ich freue mich auf Ihre Leserfragen!

6 Antworten
  1. Mex Silver
    Mex Silver says:

    Ich finde es toll, dass Sie für Leserfragen immer ein offenes Ohr haben und mit Hilfe der Kommentar-Funktion ein Gegenseitiger Austausch entsteht. Auch freue ich mich für Sie, dass Ihr Finance Blog so beliebt ist und auf Platz 3 gewählt wurde.

    Wenn man vor einem Jahr (März 2009) Leute gefragt hätte, könnten Sie sich vorstellen, dass der DAX in einem Jahr (März 2010) mal die 6.000 Marke bricht, hätten die meisten in der tiefen Krise mit Nein geantwortet. Viel hatten damals Angst, dass der Kurs noch mehr sinkt. Wenige sind aus Aktien raus gegangen. Im Nachhinein weiß man, dies war falsch. Allein in letzten (März 09- März 10) Jahr konnte der DAX um 45% steigen. Wäre man ausgestiegen, hätte man auf diesen Anstieg verzichten müssen.
    Auch heute ist wieder die Situation so, der DAX kann wieder absinken, oder auch die 8.000 Marke kratzen. Wir wissen es nicht. Deshalb finde ich Risikomanagement wichtig.
    Ich habe mich letztens mit einem Immobilienmakler unterhalten. Dieser hat gemeint, dass speziell in Hamburg und noch mehr in München die Preise im letzten Jahr überproportional gestiegen sind. Alle wollen Ihr Geld vermeintlich sicher anlegen. Er hat gemeint, weltweit suchen Investoren sichere Immobilienanlagen. Sehen sich dann Rankings an und landen immer wieder in Europa und hier in Hamburg oder München. Dies treibt die Preise.
    Also: Die Angst vor einer möglichen Inflation oder Währungsreform.
    Doch was ist wenn es anders kommt. Die Investoren merken, es kommt keine Inflation, die Währungsreform bleibt aus. Dann ziehen Sie das Geld aus den Immobilien und legen es dort an, wo es mehr Rendite bringt. Dies kann sich selbst in München oder Hamburg auf die Immobilienpreise auswirken.

    Ich fände es als Leserfrage gesehen spannend, zu analysieren:
    1. Was sind Stragegien bei einer Währungsreform. Hat man mit Immobilien dann ein Klotz am Bein, da Lastenausgleich? Warum ist die Angst-getriebene Anlagen nicht gut?
    2. Kann Griechenland (Spanien, Portugal) die EU und damit den EURO wirklich in eine unüberwindbare Krise treiben?
    3. Staatsschulen und die gängige Aussage „wie können wir das jemals zurückzahlen. Das kann doch nur schief gehen“ Herr Michael Grand schreibt sogar von der Möglichkeit „Bargeldabhebungen einzuschränken und Banken zu schließen, damit man nicht in eine andere Währung wechseln kann.“ (Buch: Der Staatsbankrott kommt)

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    • peterreins
      peterreins says:

      Zunächst einmal Danke für Ihren Kommentar und Ihre lobenden Worte zu meinem Weblog. Wirklich vielen herzlichen Dank!

      Ich werde mir Gedanken über Ihre Fragen machen und Ihnen dann antworten.

      Nur eine Bemerkung vorneweg. Sie haben geschrieben, dass vor einem Jahr kaum jemand geglaubt hat, dass der DAX wieder so schnell und stark ansteigen würde. Ich kann das nur bestätigen. Wenn ich vor einem Jahr mit Anlegern gesprochen habe, dann herrschte hier sehr häufig blanke Panik. So mancher liquidierte alles exakt zu Tiefstkursen und nicht selten mit dem Verweis auf angebliche „Insider Informationen“. Sie werden es nicht glauben, wie oft ich schon Leute aufgrung angeblicher „Insider Informationen“ Geld habe verlieren sehen.

      Ich umgekehrt habe in meinen Fonds vor einem Jahr gekauft (und nicht verkauft). Aber auch nicht weil ich wusste, dass es wieder nach oben ging. Sondern weil ich streng regelbasiert anlege. Und wenn es meine quantitativ ausgerichtete Strategie sagt: Kaufen, naja, dann kaufe ich eben. Und ich kann Ihnen eines versichern: Ich habe gekauft mit einem sehr ungutem Bauchgefühl. Alles um einen herum in Panik und pessimistisch, und der Anlagestrategie entsprechend kaufen müssen – das erfordert wirklichen Mut und Standhaftigkeit.

      Im Nachhinein hört sich das so leicht an. Aber damals in konkreten Situation war das psychologisch sehr, sehr schwierig. Aber man sieht hier eben eines mal wieder sehr gut: In Geldanlage-Dingen auf sein Bauchgefühl zu hören oder darauf, was die große Masse macht, ist komplett falsch. Das kann man immer und immer wieder erleben.

      Und daher bin ich auch sehr skeptisch, was derzeit Immobilien betrifft. Es springen einfach zu viele auf diesen Zug aur. Immobilien sind gerade „in Mode“. Das ist mit das beste Argument, derzeit gerade nicht in Immobilien zu investieren. Bzw. wer eine Immobilie hat, sollte vielleicht gerade jetzt verkaufen. Das macht aber sicherlich kaum einer. Warum? Weil auch das wieder vielen psychologisch sozusagen „gegen den Strich“ geht. Man erhält dann so Antworten wie: „Ja, aber gerade jetzt laufen doch Immobilien gut, da werde ich doch nicht verkaufen.“

      Ich antworte dann: „Genau deswegen, weil gerade deutsche Immobilien gut laufen, ist es eine gute Idee, hier auszusteigen.“ Aber wie gesagt: Ich stehe hier fast immer auf verlorenem Posten.

      Übrigens: Ganz genauso wie vor etwa 2 Jahren mit Schiffsbeteiligungen. Vor 2 Jahren habe ich allen Leuten mit Schiffsbeteiligungen geraten, diese schnellstmöglich am Zweitmarkt zu verkaufen. Kaum einer hat auf mich gehört. Fast immer mit dem Argument: „Aber das läuft doch so gut.“ Ja – wie gesagt- genau deswegen habe ich ja zum Verkauf geraten. Jetzt kommen dieselben Anleger, die damals nicht auf mich gehört haben, und sagen: „Jetzt würde ich gerne verkaufen.“ Dann antworte ich: „Schön, aber jetzt ist es zu spät. Der Zweitmarkt für Schiffsbeteiligung ist so gut wie zusammengebrochen. Wenn überhaupt, dann bekommen Sie nur noch katastrophal schlechte Ausstiegskurse.“

      Antworten
  2. TÜLAI
    TÜLAI says:

    Lieber Herr Dr. Peterreins,

    seit ein paar Wochen lese ich Beiträge Ihres Blogs. Gerne möchte ich Ihr Angebot, konkrete Fragen zu stellen, nutzen. Ich würde mich freuen, Weiteres über Ihren Global Strategy Fonds zu erfahren, da ich online keinen Emissionsprospekt gefunden habe.

    1.) Ist ihr Fonds vollreplizierend oder verwendet er Swaps und / oder andere derivatebasierte Strategien? Welche Bank ist der Swap-Partner?

    2.) Das monatliche Rebalancieren der Anlageklassen zueinander muss mit irgendwelchen Handelskosten verbunden sein. Wie hoch sie sein dürften, kann ich als Laie nicht einmal mutmaßen und will es gar nicht erfragen. Offiziell wird als Grund für Swaps in ETFs das Einsparen von Transaktionskosten genannt. Ist dies tatsächlich das Hauptmotiv für Swaps in ETFs oder haben Großbanken und Fondsgesellschaften andere Motive?

    3.) Wie hoch schätzen Sie die Risikosteigerung durch Swaps und derivative Strategien im Global Strategy Fonds, falls Sie solche verwenden? Maximal dürfen wohl 10% der Rendite mittels Swaps irgendwie herbeigetauscht werden.

    4.) Der Global Strategy Fonds ist noch sehr jung (aufgelegt 19. Sept. 2007).
    Was sagt eine einziges Jahr mit 2%iger Überrendite über die langfristige Überlegenheit des monatlichen Rebalancierens gegenüber dem einmal jährlichen aus? War das monatliche Rebalancieren möglicherweise nur in der besonderen Marktphase des Jahres 2009 erfolgreicher?

    5.) Haben Sie vor Auflegung Ihres Fonds mittels Backtestings die Wertentwicklung für lange Zeitreihen simuliert?

    6.) Von seinem Höchststand im Frühjahr 2008 bis zu seinem Tiefststand im März 2009 hat der Global Strategy Fonds wohl etwa 39,2% an Kurswert verloren. Wie hätte in diesem Zeitintervall das entsprechende, nur einmal jährlich rebalancierte ETF-Portfolio abgeschnitten?

    7.) Persönlich habe ich keinerlei Geldanlagen in Aktien und schreibe hier als unbeteiligte, außenstehende Person. Über den Kurseinbruch von 39,2% trotz 20% Staatsanleihen-Quote war ich recht verwundert. Trugen der Zeitpunkt der Auflegung des Fonds mit Höchstständen bei Rohstoffen sowie das Tief inflationsgeschützter Anleihen im März 2009 zum steilen Einbruch maßgeblich bei?

    8.) Auf mich als fachfremde Person wirkt die Konzeption Ihres Global Strategy Fonds enorm gut durchdacht und z.B. durch Verzicht auf Immobilien enorm umsichtig. Ebenso vorbildlich erscheint mir, dass Sie die Renditeerwartung für Zeiträume von 7 bis 10 Jahren gegenüber den älteren Angaben in einem auf Ihrer Firmen-Homepage zugänglichen PDF-Dokument von ursprünglich jährlich 7% bis 12% auf 7% bis 10% Zielrendite leicht nach unten korrigiert haben. Solch eine Rendite bleibt für mich persönlich jedoch weiterhin geradezu unglaublich hoch.

    9.) Müssten Sie sich mit Ihrer Auffassung von unvorhersagbaren Finanzmarktrenditen nicht strenggenommen jeglicher Angabe einer Zielrendite enthalten? Selbst die längsten historisch verfügbaren Datenreihen rechtfertigen keine lineare Verlängerung in die Zukunft. Ist eine fünfzigjährige Periode des weltweiten Niedergangs von Aktienkursen ausgeschlossen? Japanische Aktien hatten seit 1980 wohl eine zwanzigjährige Niedergangsperiode.

    Vielleicht mögen Sie auf die eine oder andere Frage bei Gelegenheit eingehen. Sie betreffen ja Ihr eigenes Produkt. 😉

    Viele Grüße
    TÜLAI

    Antworten
  3. JEH
    JEH says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Peterreins,
    ich bin eben auf verschiedene Kapitalisierungsprodukte gestoßen, die von Versicherungen angeboten und beworben werden.
    Beispielsweise von diesen Versicherern:

    Cosmosdirekt- Tagesgeld Plus oder von der Axa Konzern AG- Kapitaldepot, u.a.

    Meiner Meinung nach sieht das so aus, als ob nun die Versicherer weitere Geldquellen suchen, die bis dato von den Banken dominiert wurden. Irgendwelche anfallende Kosten kann ich leider nicht erkennen, aber was denken Sie über diese Produkte?

    Beste Grüße
    Hopprich, J.

    Antworten

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