Alice Schwarzer über Frauen und Geld

Ich habe in der Süddeutschen Zeitung vom 27.11. ein Interview mit der „Emma“-Verlegerin Alice Schwarzer gelesen. Darin spricht sie auch über das Verhältnis von Frauen zu Geld…

Hier ein Ausschnitt aus diesem Interview.

„SZ: Gehen Frauen anders mit Geld um als Männer?

Schwarzer: Sicher, das belegen auch viele Studien. Frauen haben ja noch gar nicht lange eingenes Geld. Bis 1958 verlor eine deutsche Frau ihr Vermögen, wenn sie einen Mann heriatete. Wenn sie sich scheiden ließ, hatte sie gar nichts mehr. Und erst 1922 durfte die erste Frau in Deutschland eine Börse betreten. Viele Frauen sind es noch immer nicht gewöhnt, überhauaüt eigenes Geld zu haben oder mehr zu verdienen, als sie zum Leben brauchen. Wir Frauen müssen also noch lernen, mit Geld umzugehen.

SZ: Drei Viertel der heute 40 bis 55-jährigen Frauen droht eine Rente unter Hartz-IV-Niveau.

Schwarzer: So ist es: Das Grauen. Frauen sind leider über Generationen gewöhnt, ökonomisch abhängig zu sein und irgendwie aufgefangen zu werden. Sie sind es immer noch incht gewöhnt, eine eigenständige Alterssicherung zu planen. es ist zum Verzweifeln.“

Auch meine Erfahrung ist, dass – ganz allgemein gesprochen – Frauen anders mit Geld umgehen als Männer, nicht selten aber sogar besser. Ich bin kein Freund von Verallgemeinerungen, sehr häufig habe ich aber folgendes beobachten können (vielleicht haben andere ja ganz andere Erfahrungen gemacht):

  • Frauen sind häufig sicherheitsorientierter / Männer sind oft risikofreudiger.
  • Frauen unterschätzen sich sehr häufig / viele Männer überschätzen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten mit Bezug auf die Geldanlage.
  • Frauen kennen ihre Grenzen / viele Männer glauben, auch bei ihren Kapitalanlagen alles „im Griff“ und unter Kontrolle zu haben.
  • Frauen sind vorsichtiger / Männer fallen leichter auf betrügerische Blender herein
  • Frauen sind eher geneigt, auf fachmännischen Rat zu hören / viele Männer glauben, auf einen kompetenten erater verzichten zu können.

Wie gesagt, das ist sehr schematisch. Und ich kann für jeden einzelnen Punkt auch sofort ein Gegenbeispiel nennen. Dennoch scheint mir das oben Gesagte so etwas wie einen Tendenz zu sein.

In einem Punkt gebe ich Alice Schwarzer noch 100%ig recht: Sehr viele Frauen (aber genauso viele Männer) denken zu wenig über ihre finanzielle Zukunft nach. Und wenn sie es doch tun, dann gehen sie leider zu oft windigen Vermittlern auf den Leim, die zu teure und ineffiziente Anlageformen verticken. Sehr, sehr schade.

Dabei könnte man, wenn man die Sache vernünftig angeht, mit Sparen sehr weit kommen:

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)