August Jagdfeld, Hotel Adlon und der Fundus Fonds 31

Mitte der 1990er-Jahre glaubten die Deutschen noch an Ost-Immobilien. Geschlossene Fonds, die in Immobilien in den neuen Bundesländern investieren wollten, schossen wie Pilze aus dem Boden. In dieser Zeit des Aufbruchs kam August Jagdfeld auf die Idee, einen geschlossenen Fonds aufzulegen, den Fundus Fonds 31. Das Investitionsobjekt sollte das Luxushotel Adlon in Berlin am Brandenburger Tor sein.

Heute sorgt dieser Fonds bei seinen Investoren für großen Unmut …

Der Fonds versprach eine Ausschüttung  von 4% pro Jahr. So ließen sich etwa 5000 Anleger davon überzeugen, insgesamt 220 Mio Euro in das Projekt zu stecken. Die tatsächliche Entwicklung hingegen war enttäuschend. Für 2008 gab es gar keine Ausschüttung und auch in absehbarer Zeit werden die Anleger von diesem Fonds kein Geld sehen.

Ziel des Fundus Fonds 31 war es, das Hotel Adlon wieder aufzubauen und danach zu betreiben. Von Anfang an gab es bei der zentralen Person August Jagdfeld große Interessenskonflikte:

  • Der Fonds wurde von Firmen aufgelegt, die August Jagdfeld nahestehen bzw. zu seinem Imperium gehören.
  • Die Bedero-Gruppe baute das Hotel wieder auf. Zfälligerweise gehört diese Firma August Jagdfeld.
  • Eingerichtet wurde das Hotel von der AMJ Design GmbH, die Jagdfelds Frau gehört.
  • Die Familie Jagdfeld betreibt auf dem Hotelgelände Restaurants, Bars und einen Wellnessbereich.

Die Vermutung liegt also nahe, dass die Fonds-Anleger von allen möglichen Seiten systematisch abgezockt werden. So gewährte das Adlon Hotel für einen begrenzten Zeitraum auf einen Pachtverzicht für die Restaurants, die Bars und den Wellnessbereich. Inzwischen haben Adlon-Investoren Jagdfeld wegen des verdachts auf Untreue angezeigt. Wirklich ein trauriges Kapitel in der nicht gerade rühmlichen Geschichte geschlossener Fonds.

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