Scheinheilige Investments

Eben gefunden und kurz notiert: Katholische Pax-Bank setzt auf Kondome und Waffen oder FAZ-Artikel oder SZ-Artikel. Ich selbst halte sehr viel von Ethik und Moral im Wirtschaftsleben. Und wer mich oder mein Weblog kennt, weiß, dass ich sehr skeptisch in Bezug auf viele Öko-, Nachhaltigkeits- oder Ethik-Fonds bin. Oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier sehr häufig um eine raffinierte und für den Anleger teure Bauernfängerei handelt. Und wenn man dann genauer hinschaut, ist weniger Ethik drin als außen draufsteht.

Auch die Pax-Bank hat bisher damit geworben, ethisch korrekt anzulegen, hat es aber tatsächlich nicht getan.

Mein Fazit: Wie immer bei der Geldanlage darf man nicht dem Schein trauen, sondern muss genau hinsehen und prüfen.

Nachtrag: Ich habe einen Tag später, nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, in der SZ gelesen, dass die PAX-Bank für ihren Faux-Pas um Entschuldigung gebeten hat und beteuert, künftig darauf zu achten, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird. Das finde ich wieder um gut. Fehler passieren. Und wenn sich jemand glaubwürdig entschuldigt, denke ich, ist es nur fair, die Sache auf sich beruhen zu lassen.

1 Antwort
  1. TÜLAI
    TÜLAI says:

    „Schokolade ist ein beliebtes Genussmittel. Die Hälfte aller Schokolade weltweit essen Europäer. 1,5 Millionen Tonnen im Jahr – das sind 15 Milliarden Tafeln. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt etwa elf Kilo jährlich. Doch vielleicht würde Verbrauchern die Schokolade bitter aufstoßen, wenn sie um ihre Produktionsbedingungen wüssten. Hilfsorganisationen verdächtigen die Schokoladenindustrie, von Kinderhandel und Kinderarbeit in Afrika zu profitieren.

    Der investigative Journalist und Filmemacher Miki Mistrati ist nach Mali und an die Elfenbeinküste gereist, dem weltgrößten Produzenten von Kakaobohnen. Eine gefährliche Reise, denn erst vor wenigen Jahren wurde dort ein Journalist bei einer ähnlichen Recherche entführt und ist bis heute verschwunden. Miki Mistrati drehte oft mit versteckter Kamera, führte aber auch offen Interviews mit Menschen, die wissen müssten, was vorgeht, zum Beispiel mit dem größten Kakao-Exporteur der Elfenbeinküste und mit einem Staatssekretär, zuständig für den Kampf gegen Kinderhandel. Beide leugnen Kinderhandel und Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen. Miki Mistrati aber beweist das Gegenteil. Er stieß auf geflohene Opfer, traf auf Plantagen kleine Jungen bei der Arbeit und sprach mit einem Polizisten von Interpol, der soeben eine Razzia geleitet hatte, bei der 65 Kindersklaven auf Kakaoplantagen befreit wurden.

    Zurück in Europa wollte Miki Mistrati die Schokoladenindustrie mit seinen Beweisen konfrontieren. Doch keine der Firmen, die er kontaktierte, war bereit, seine Beweise anzusehen und Stellung zu nehmen. Es erging lediglich eine Stellungnahme ihres Verbands-Sprechers. Nach seiner Argumentation sind die Plantagen nicht in Besitz der Firmen, diese also nicht verantwortlich für Vorgänge auf den Plantagen. Diese Argumentation zeigt, dass die Schokoladenindustrie Kinderhandel und Kinderarbeit zumindest duldet. Vielleicht kann die eindrucksvolle und erschütternde Dokumentation dazu beitragen, die Ausbeutung von Kindern auf Kakaoplantagen zu beenden.“
    Quelle:
    http://www.arte.tv/de/suche/4128692.html
    – – – – – – – – – – – – – – – – –

    Vollständige Reportage des Journalisten Miki Mistrati bei youtube:

    http://www.youtube.com/watch?v=7OETunSFgsQ

    http://www.youtube.com/watch?v=5Q24GEYrIp4&feature=related

    http://www.youtube.com/watch?v=lui4_rk9LNk&feature=related

    In der Reportage wird unter anderem der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé erwähnt.
    Aktien des Unternehmens werden ja häufig als äußerst solide, werthaltige, risikoarme Geldanlage empfohlen, um von der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung der Emerging Markets zu profitieren, ohne direkt das Aktienrisiko eines Emerging Market-Unternehmens eingehen zu müssen.
    Das Unternehmen dürfte seinen eigenen Angestellten gegenüber bestimmt hohe Standards einhalten.
    Wie will man sich verhalten, nachdem man solch einen Fernsehbericht angeschaut hat?

    Antworten

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