John Meriwether: Vom Star-Manager zum Buhmann

In meinem letzten Beitrag sagte ich, dass es eine schlechte Idee ist, Fonds nach ihrer vergangenen Rendite auszuwählen (Link dorthin). Irgendwo habe ich auch einmal folgendes gelesen (ich erinnere mich im Moment nur nicht mehr genau wo): „Eine der sichersten Weisen, viel Geld zu verlieren besteht darin, auf einen Manager zu setzen, der ein paar Mal hintereinander Glück hatte.“

Ein Beispiel hierfür ist John Meriwether. Der gefeierte Top-Fondsmanager steht jetzt vor dem Aus. So berichtet jedenfalls das Handelsblatt(„Der entthornte ‚König des Leverage‘„) und die Süddeutsche Zeitung („Blamage für LTCM-Fondsmanager„).

Hier die Geschichte …

John Meriwether startete seine Karriere bei Salomon Brothers, bis er das Unternehmen 1991 mit einem Eklat verließ.

Im Jahre 1994 gründete er den Long-Term Capital Management-Fonds (LTCM). Mit an Bord waren die Wirtschaftsnobelpreisträger Robert C. Merton und Myron S. Scholes. Vier Jahre lang, von 1994 bis 1998, machte der Fonds gigantische Gewinne. Anfang 1998 verfügte der Fonds über 7,3 Mrd USD.

Das Team um Meriwether wurde wie Stars gefeiert. Sie galten als unschlagbare Überflieger. Bis dann 1998 in Folge der damaligen Russland-Krise das böse Erwachen kam. Das Fonds-Management spekulierte sich so komplett, dass am Ende das gesamte Eigenkapital weg war. Totalverlust. Und da der Fonds eine hohe Quote an Fremdkapital (Darlehen) hatte, ging der Verlust sogar über den Totalverlust hinaus.

Nach diesem Desaster musste Meriwether den LTCM-Fonds verlassen und gründete im November 1999 einen neuen Fonds, den Relative Value Opportunity II Fonds. Auch hier konnte er zunächst mit gigantischen Gewinnen beeindrucken.

Daraufhin sammelte er Millionen von Investoren-Geldern ein. Denn (wir erinnern uns): Anleger investieren gerne in das was ein, zwei oder drei Jahre gut gelaufen ist. Und ich höre nicht auf zu wiederholen, dass das exakt die Weise ist, immer wieder aufs Neue mit seinder Geldanlage auf die Nase zu fallen. Der Schluss von einer vergangenen guten Performance auf eine (vermutete)  künftige gute Performance ist erstens falsch, und geht zweitens fast immer schief. Wie die Erfahrung zeigt.

Ab 2007 ging es dann bergab. Und jetzt steht Meriwethers Fonds vor der Schließung. Seine Kunden haben sehr, sehr viel Geld verloren. Vielleicht lernen sie daraus und setzen das nächste Mal nicht wieder auf einen „Star-Fondsmanager“.

Übrigens erzählt Nassim Taleb in seinem Buch „Narren des Zufalls“ viele solcher Geschichten. Geschichten von zunächst gefeierten Asset-Managern, die auf ihrem Höhepunkt sehr viel Geld einsammeln (weil sie ja so gut sind), ihren Erfolg alleine ihrem eigenen Können zuschreiben, Glück und Zufall für nicht relevant halten, – um am Ende granios zu scheitern.

Auch Meriwether ist ein Beispiel für solche einen Narren des Zufalls. Schade, dass Anleger immer und immer wieder auf solche Leute hereinfallen. Merh zu diesem Thema übrigens auch in meinem Buch: „Grundsätze soliden Investierens„.

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