Geld ist nicht alles (Teil 2)

j0436368Der arme Fischer
(nach Heinrich Böll)

Ein Fischer lag, vom morgendlichen Fischfang zurückgekehrt, faul und schläfrig im Schatten seines Bootes am Meeresstrand. Er genoss die Siesta, denn heute waren ihm viele Fische ins Netz gegangen.

Da kam ein Tourist vorbei. „Hör mal“, sprach er den Fischer an, „kannst du dir das denn leisten, so faul hier im Schatten zu liegen. Warum gehst du nicht Fische fangen?“ …

Der Fischer antwortete: „Ich war heute schon fleißig, hatte einen guten Fang.“ – „Dann fahre doch noch einmal hinaus!“ – „Warum?“ – „Um noch mehr Fische zu fangen.“ – „Warum?“ – „Um mehr Geld zu verdienen.“ – „Was soll ich damit?“ – „Investieren. Du könntest dir mehr Boote kaufen, könntest Leute einstellen, eine Konservenfabrik bauen …“ – „Warum?“

Den Touristen, Unternehmer von Beruf, begann das ‚warum’ zu nerven. „Kapierst du denn nicht? Wenn deine Konservenfabrik gut läuft, besitzt du so viel Geld, dass du fähige Führungskräfte einstellen kannst. Du lässt Dein Geld für dich arbeiten. Danach kannst du dich in den Schatten legen und dein Leben genießen.“ – Wozu die ganzen Anstrengungen“, antwortete der Fischer und drehte sich zur Seite, „was du mir als Ziel beschreibst, habe ich das nicht schon erreicht?“

Quelle der in diesem Beitrag verwendeten Bilder: http://office.microsoft.com/de-de/clipart

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