Ein Anrufer ist nicht ganz ehrlich

Ich habe heute einen Anruf erhalten. Ich bekomme natürlich oft im Büro Anrufe. Und es sind nicht selten genau solche Anrufe, wie ich ihn heute hatte. Herr Kaiser (Name frei erfunden) von einer Versicherungsgesellschaft stellt sich vor und fragt mich, ob ich mich nicht für die besonders attraktiven Sparpläne seiner Gesellschaft interessieren würde.

Ich antwortete sehr direkt und unverblümt: Nein.

Herr Kaiser: „Ja, aber warum? Wie können Sie Nein sagen, ohne sich noch weiter informiert zu haben?“

Ich respektiere es, wenn sich jemand bemüht, und antworte deshalb: „OK, wie hoch sind denn die Kosten?“ – „5 Prozent.“ – „5 Prozent, anfangs oder laufend?“ – „Anfangs, aber da kann man einen Rabatt bekommen.“

Ich frage weiter: „Und die laufenden Kosten?“ – „Naja, weil es sich um ein gemanagtes Produkt handelt, fallen hier 0,5 Prozent  laufende Kosten an.“ – „Die 0,5 Prozent. Das ist also das Management-Honorar?“ – „Ja.“

Und nun wurde ich etwas sauer: „Jetzt sehen Sie auch, warum ich vorhin Nein gesagt habe. Weil ich absolut nicht leiden kann, wenn man mir nur die Hälfte der Wahrheit erzählt. Ich fragte nach den laufenden Kosten und Sie nennen mir die Managementgebühren. Das ist  nur ein Teil der Gesamtkostenbelastung. Ich kann es nicht leiden, wenn man versucht, mich für dumm zu verkaufen. Danke für das Gespräch.“

Ich weiß, jeder muss irgendwie sein Geld verdienen. Das ist normal. Im Geldanlagebereich ist es aber extrem wichtig, dass der Berater vollständig offen und ehrlich mit dem Thema Gebühren umgeht. Jeder Versuch einer Verschleierung ist ein Vertrauensbruch.

Aus diesem Grunde ist die Honorarberatung an sich die transparenteste und sauberste Lösung. Wie ich in meinem letzten Blog-Beitrag jedoch erörtert habe, wird die Honorarberatung im Vergleich  zum herkömmlichen Provisionsmodell steuerlich benachteiligt.

Deswegen sage ich: Nicht die Honorarberatung an sich ist gut und Provisionszahlungen sind nicht an sich schlecht. Schlecht ist vielmer der unehrliche, instransparende Umgang mit den anfallenden Kosten. Nur wenn der Kunde weiß, welche Kosten insgesamt anfallen, kann er abschätzen, ob die empfohlene Geldanlage überhaupt die Chance auf eine zufriedenstellende Rendite hat. Und darüber korrekt und ehrlich aufgeklärt zu werden, das ist gut und wichtig.

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